Politik

Roms Bürgermeisterin hofft auf Comeback

04.10.2021 • 13:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Virginia Raggi
Virginia Raggi AFP

Die Aussichten auf ihre Wiederwahl sind aber alles andere als rosig.

Von ihrem Büro aus hat die 43-Jährige einen Panoramablick über die Ewige Stadt. Ihr Amtssitz befindet sich auf einem der sieben Hügel Roms. Aber das war’s dann auch schon mit den Annehmlichkeiten, die Virginia Raggi genießt, seit sie Roms Bürgermeisterin ist. Jetzt stellt sie sich nach fünf Jahren auf dem Kapitol-Hügel der Wiederwahl. 2016 holte sie sich mit 67,5 Prozent einen Erdrutschsieg. Lange her.

Die aktuelle Bürgermeisterwahl in Rom läuft bereits seit gestern. Mit der zweitägigen Wahl hofft man auf eine höhere Wahlbeteiligung. 2016 lag diese bei 50 Prozent.

Unregierbares Rom

Vier Kandidaten buhlen um den Einzug ins Rathaus. Virginia Raggi, deren populistische Fünf-Sterne-Partei im Sinkflug ist, hofft auf eine zweite Amtszeit „um die Reformen umzusetzen.“ Dabei gilt Rom ohnehin als unregierbar. Nepotismus und Korruption sind weit verbreitet, und neben ‘Ndrangheta und Camorra gibt es in Rom mit der Casamonica noch eine weitere Mafiagruppe.

Wut

In die Politik ging die Rechtsanwältin aus Wut. Als 2009 ihr Sohn auf die Welt kam, ging es ihr wie allen Eltern in Rom, für die jede Spazierfahrt mit dem Kinderwagen zum Hindernis-Parcours geriet: Schlaglöcher, zugeparkte Gehsteige und überall Dreck auf den Straßen. Raggi und ihr Mann, ein Journalist, engagierten sich daraufhin in der 2009 gegründeten 5-Sterne-Bewegung des Komikers Beppe Grillo.

Schwacher Wahlkampf

Drei Jahre lang saß Raggi für die einstige Protestbewegung im Stadtrat. 2016 wurde sie römische Bürgermeisterin. Ihr Versprechen: ordentlich aufräumen. Doch daraus wurde nichts. Denn nach wie vor türmen sich in der ewigen Stadt meterhoch die stinkenden Müllsäcke. Und auch die Straßen sind noch voller Schlaglöcher. Der Wahlkampf in Rom hatte erst im Endspurt an Fahrt aufgenommen, zuletzt blamierte sich die Bürgermeisterin damit, dass auf der Website des Rathauses ein paar Tage lang ein falsches Wahldatum stand.

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