Politik

Diese Straße soll für einen Neubau verlegt werden

17.05.2022 • 15:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Die Umweidmung für eine Verlegung des Weges ist noch nicht abgeschlossen, gebaut wird aber bereits.

Um ein Stallgebäude erweitern zu können, hat ein Lustenauer Bauer beantragt, eine Gemeindestraße zu verlegen, die an seinem Hof vorbeiführt. Glücklich sind damit bei weitem nicht alle. Der Planungsausschuss hat das Ansuchen zweimal negativ beschieden, bevor er schließlich seine Meinung änderte.

Ein Grundstückstausch mit einem Nachbarn, der die Errichtung des neuen Stalls auf derselben Straßenseite ermöglicht hätte, scheiterte am Unwillen des Grundeigentümers. Nun soll der Glaswerweg unweit der L 204 doch noch verlegt werden, der Ausschuss tagt noch diese Woche. Die Straße würde dann in Zukunft eine Kurve machen, der Bauer könnte so direkt an seinen bestehenden Stall anbauen. Geplant wurde das Ganze von der Landwirtschaftskammer. Man unterstütze Landwirte immer wieder bei Stallbauten, heißt es von dieser.

Bauarbeiten bereits begonnen

Dass damit nicht alle glücklich sind, versteht Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP). „Ist das raumplanerisch ideal? Nein“, gibt er auf NEUE-Anfrage zu. Allerdings sei die Verlegung aus seiner Sicht alternativlos. Hätte man die Straße so belassen, hätte der Landwirt auf der anderen Seite bauen müssen. Dann wäre der Grundverbrauch noch größer ausgefallen, so Fischer. Es hätten sich auch Landwirte aus den anderen Fraktionen der Lustenauer Gemeindevertretung mit der Angelegenheit befasst und das geplante Projekt vor Ort besichtigt.

Auf Kritik stößt auch die Tatsache, dass der Landwirt bereits mit Vorarbeiten für die Verlegung begonnen hat, ohne auf den Sanktus der Gemeinde für die nötige Umwidmung zu warten. Er gehe davon aus, dass sich der Betreffende die nötige Genehmigung dafür geholt habe, so der Bürgermeister. Im Kern gehe es aber um mehr Tierschutz, weil der Stall modernisiert werden soll, um Liegeboxen und somit mehr Platz für die Kühe und Kälber zu schaffen.

Zu bedenken gibt Fischer auch, dass man in Lustenau vor einigen Jahren viele Flächen, auf denen Stallgebäude errichtet werden dürfen, zurückgewidmet habe. Daher müssten die Bauern bei Neubauten um Umwidmungen ansuchen, was in vielen anderen Gemeinden nicht der Fall sei. Er befürworte die Umwidmung, weil man der ansonsten räumlich immer bedrängteren Landwirtschaft in diesem Fall entgegenkommen könne.

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