Meinung

Ein Feldkircher Trauerspiel

05.07.2022 • 18:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Der politische Entscheidungsspielraum des Bürgermeisters schmilzt.

Das Gezerre um die Wahl eines Feldkircher Stadtrates ist für Bürgermeister Wolfgang Matt eine in mehrerlei Hinsicht unangenehme Sache. Einerseits verstärkt es jene Stimmen in der Volkspartei, die dem Gemeindeoberhaupt vorwerfen, er sei selbst sein engster und vielleicht einziger Berater, andererseits schwächt es den zur Wahl vorgeschlagenen Nachwuchspolitiker, noch bevor er überhaupt ins Amt kommt.

Welche Partei schießt sich ihre eigenen Leute ab, noch bevor sie überhaupt installiert wurden? Noch dazu ging es bei der Auseinandersetzung offenbar gar nicht um die Person und Qualifikation des Wolfgang Flach, sondern um Verstimmungen innerhalb der Feldkircher Volkspartei. Diese hat sich mit der Aktion ausschließlich selbst beschädigt, zeigt sie doch ihre innere Zerrissenheit deutlich auf. Wenn in einer Partei kein Konsens mehr über die eigene Zukunft besteht, worüber dann?

Mit ruppigen Verzichtsaufforderungen lässt sich die mangelhafte Vorbereitung einer eigenmächtigen Nachfolgelösung jedenfalls nicht kompensieren. Demut lässt sich auch nicht durch Demütigung erzeugen.
Die wenigsten Menschen werden gerne vor vollendete Tatsachen gestellt. Wer sich das herausnimmt, muss auch über das nötige Pouvoire verfügen. Dieses schmilzt Wolfgang Matt sichtlich davon.