Politik

Kritik nach Bludenzer Mobbingvorwurf

05.08.2022 • 14:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Tschann steht in der Kritik. <span class="copyright">Oliver lerch, pauschal</span>
Bürgermeister Tschann steht in der Kritik. Oliver lerch, pauschal

Ein Mitarbeiter der Stadt Bludenz beklagt Schikanen, nachdem er ein Bauprojekt negativ beurteilt hatte.

Der Arbeitsrechtsprozess eines Mitarbeiters der Stadt Bludenz zieht nun Kritik der Offenen Liste Bludenz und der SPÖ (Liste Mario Leiter) nach sich. Die Grünen in der Alpenstadt fordern von Bürgermeister Simon Tschann (ÖVP) einen besseren Umgang mit den öffentlich Bediensteten: „Als Stadtchef ist Simon Tschann gefordert, für einen wertschätzenden Umgang und ein positives Arbeitsklima Sorge zu tragen“, heißt es in einer Aussendung von Listen-Sprecher Lukas Zudrell unter Bezugnahme auf einen Beitrag der NEUE.

„Laut Artikel beklagt der Mitarbeiter der Stadt ,Schikanen‘ gegen seine Person, und sein Anwalt spricht davon, dass sein Mandant unter Druck gesetzt würde.“ Der Mitarbeiter hatte ein Bauprojekt im Bludenzer Villenviertel, das der Bürgermeister befürwortet, negativ beurteilt. Anschließend musste er wegen eines Überlastungssyndroms in den Krankenstand gehen. Die Stadt will ihm nun keinen Arbeitsplatz im Rathaus mehr anbieten.

Umgang mit Kritik

Die SPÖ verlangt „volle Aufklärung“ darüber, ob der Mitarbeiter schikaniert wurde. Man sei „irritiert“ über das bisherige Schweigen des Bludenzer Bürgermeisters. Tschann habe „großen Erklärungsbedarf und muss sich endlich zur Causa äußern“, meint Klubobmann Bernhard Corn in einer Aussendung. „Wenn Mitarbeitende der Stadt tatsächlich Schikanen ausgesetzt sind, trifft ihn als Bürgermeister eine maßgebliche Mitverantwortung“, so Corn. Gegebenenfalls müsse dieser die Konsequenzen ziehen.

Auf diesem Grundstück in der Fohrenburgstraße wird gebaut. <span class="copyright">vogis/neue</span>
Auf diesem Grundstück in der Fohrenburgstraße wird gebaut. vogis/neue

Treue, erfahrene Mitarbeiter garantierten, „sachlich fundierte Entscheidungen, gerade in einem so wichtigen Themenfeld wie der Stadtplanung“, erklärt wiederum Zudrell. „Mit Kritik muss der Bürgermeister umgehen können.“ Aufgrund der Vorkommnisse rund um das Bauprojekt laufen derzeit strafrechtliche Ermittlungen gegen Tschann.
Nach seinem demokratischen Verständnis sei es wichtig, anderslautende Meinungen zu hören und ernst zu nehmen, um die besten Entscheidungen für Bludenz zu treffen, so Zudrell.
Prüfungen der Bezirkshauptmannschaft und des Landesverwaltungsgerichtes führten zu keiner Aufhebung des Baubescheides, die BH rügte jedoch Mängel in der Aktenführung.