Politik

Trump und die geheimnisvolle “Rothschild”

28.08.2022 • 22:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Donald Trump
Donald Trump AP

Hat Trump die nationale Sicherheit aufs Spiel gesetzt?

Dass Donald Trump nach Ende seiner Amtszeit kistenweise Dokumente mit nach Hause nahm, von denen eine große Zahl als “topsecret” eingestuft waren, weitet sich immer mehr zur Staatsaffäre aus. Am 8. August hatte das FBI eine Hausdurchsuchung auf Trumps Luxus-Anwesen Mar-a-Lago in Florida durchgeführt – ein bislang einmaliger Vorgang in der US-Geschichte. Die private Mitnahme staatlicher Dokumente stellt in den USA eine Straftat dar, die mit Haft bestraft werden kann.

Mittlerweile wird aber klarer, dass es längst nicht nur darum geht: Wie das Magazin “Politico” berichtet, werden jetzt die US-Geheimdienste die Dokumente, die Trump mitnahm und die vom FBI beschlagnahmt wurden, auswerten. Es gehe um eine mögliche Gefährdung der nationalen Sicherheit. Was das bedeutet: US-Behörden fürchten, dass Trumps Umgang mit den Geheimdokumenten eine “bedeutende Anzahl an Menschen, Quellen und Zeugen”, die an der Arbeit der US-Geheimdienste beteiligt waren, gefährdet haben könnte.

Getötet

Die “New York Times” hatte berichtet, Geheimdienst-Vertreter hätten 2021 beklagt, dass ungewöhnlich viele ihrer Mitarbeiter und Spione, die in anderen Ländern für sie arbeiteten, gefangen genommen, getötet oder kompromittiert worden seien. Noch ist offen, ob tatsächlich eine Verbindung zwischen diesem Faktum und Trumps Verhalten besteht. Sollten die Dokumente absichtlich oder unabsichtlich aber in falsche Hände geraten sein, könnte ihm im Extremfall, so US-Analysten, eine Anklage wegen Hochverrats drohen.

Mit Rolex unterwegs

Wie leicht es ist, Zugang zu Trumps Anwesen zu erlangen, zeigt der Fall einer jungen Frau, der im Mai 2021 genau das mühelos gelang. Wie der “Guardian” unter Berufung auf das Organized Crime & Corruption Reporting Project berichtet, ermittelt das FBI derzeit auch gegen die 33-jährige Inna Yashchyshyn, die sich demnach einfach als Rothschild-Erbin “Anna de Rothschild” ausgab, um Zutritt zu Trumps Kreis zu erlangen. Yashchyshyn habe sich dann, getarnt als Spross der Bankiersfamilie und mit einer Rolex am Arm, in Mar-a-Lago unter die Leute gemischt; darunter auch Trump oder Lindsey Graham, der republikanische Senator von South Carolina. Mehrere Tage blieb sie dort.

Nicht ganz so reich

Bei Inna Yashchyshyn handelt es sich demnach in Wahrheit um eine in der Ukraine geborene Tochter eines Truckfahrers. Sie arbeitete in den USA eine Zeit lang als Leiterin einer Wohltätigkeitsorganisation, die 2015 von dem in Florida ansässigen russischen Oligarchen Valerij Tarasenko in Kanada gegründet wurde. Auch gegen ihn haben FBI und kanadische Polizei Ermittlungen eingeleitet. Die Hintergründe sind noch unklar. Auch die Frage, was genau die “Rothschild-Erbin” eigentlich auf Mar-a-Lago wollte.

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