Politik

Abschluss von Millionenvertrag

16.12.2022 • 14:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christof Germann, Markus Wallner und Helmut Mennel nach der Vertragsunterzeichnung.<span class="copyright"> serra/VLK</span>
Christof Germann, Markus Wallner und Helmut Mennel nach der Vertragsunterzeichnung. serra/VLK

Dem Land werden in den kommenden 30 Jahren zusätzlich je 21 Millionen Euro von den Illwerken vkw überwiesen.

Es sei ein sehr erfreulicher Anlass zu dem man zusammengekommen sei, erklärte der Leiter der Landespressestelle Florian Themeßl-Huber vor der Vertragsunterzeichnung am Freitag. Und tatsächlich gab es an diesem Tag nichts zu jammern. Obwohl sich die Illwerke vkw verpflichteten, dem Land Vorarlberg für die nächsten 30 Jahre 21 Millionen Euro per annum zu überweisen, sahen auch sie die Vereinbarung durchwegs positiv.

Christof Germann, Markus Wallner und Ludwig Summer präsentierten den Vertrag.<span class="copyright"> serra/VLK</span>
Christof Germann, Markus Wallner und Ludwig Summer präsentierten den Vertrag. serra/VLK

Das Heimfallsrecht des Landes sei eine massive Belastung für das Unternehmen gewesen, erläuterte Aufsichtsratschef Ludwig Summer. Vertragsgemäß würde das Eigentum an verschiedenen Anlagen 80 Jahre nach der Errichtung an das Land fallen. Dieses hatte bekanntlich beschlossen, dieses Heimfallsrecht an Kraftwerken und Leitungen der oberen Illwerke an den eigenen Energieerzeuger abzutreten. Da die Zeit drängte – der Auskunftsbescheid des Finanzamtes zur steuerlichen Abzugsfähigkeit drohte ungenutzt auszulaufen – wurde man nun noch vor Jahresende tätig.

Privilegierte Lage

Landeshauptmann Markus Wallner betonte die Bedeutung des eigenen Energieversorgers, die in den vergangenen Monaten noch gestiegen sei. Vorarlberg sei auch im Hinblick auf einen möglichen großflächigen Stromausfall in Europa in einer „äußerst bevorzugten Situation.“ Mit den schwarzstartfähigen Speicherkraftwerken kann im Land innerhalb kurzer Zeit ein Inselbetrieb hergestellt werden. „Wer weiß, ob nicht der Tag noch kommt, wo das zu einem echten Standortfaktor werden kann“, meinte Wallner.

Die Vorstände und der Landeshauptmann bei der Unterschriftsleistung.<span class="copyright"> serra/VLK</span>
Die Vorstände und der Landeshauptmann bei der Unterschriftsleistung. serra/VLK

Auf die Ablöse für das Lünerseewerk I, die das Land bereits beziehen könnte, verzichtet man jedoch zunächst. Die 64 Millionen Euro sollen verzinst in den Illwerken vkw geparkt bleiben, um als Notgroschen in Krisenzeiten rasch abgerufen werden zu können. Die Ablöse der Heimfallsrechte am Kopswerk I samt Rifawerk, dem Rodundwerk II und Leitungsanklagen sei eine „sehr weitreichende Entscheidung“, betonte auch Summer. Dadurch seinen auch anstehende Investition in die nunmehr eigenen Anlagen möglich.

Geld für Zukunftsthemen

Illwerke-vkw-Vorstand Christof Germann verwies auf die Bedeutung der von der Vereinbarung ebenfalls erfassten Wasserüberleitung aus Tirol. Jährlich werden so 200 Millionen Kubikmeter Wasser nach Vorarlberg geleitet und zur Stromerzeugung genutzt. Für die Bewertung der Ablösesumme habe man die Agentur Ernst & Young beauftragt, auch das Land habe mit Deloitte einen eigenen Berater in der Frage herangezogen.

Der nun abgelöste Wert basiere auf den daraus resultierenden beiden Gutachten. Im Ergebnis werden 383 Millionen Euro mit einem Zinssatz von 3,6 Prozent abgelöst. Dem hatte am Donnerstag auch der Landtag einstimmig zugestimmt. Das Geld solle in Zukunftsthemen investiert werden, so Wallner. Welche es genau sein werden, ist allerdings noch nicht entschieden.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.