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Trainer-Rauswurf mit bitterem Beigeschmack

Der FC Hard hat sich von Trainer Markus Mader getrennt. Einvernehmlich war die Scheidung nicht, das Verhältnis scheint nachhaltig geschädigt.

Emanuel Walser

Der Stachel der Enttäuschung steckt noch tief bei Markus Mader. Das Harder Urgestein ist besonders über die Begleitumstände seines Rauswurfes verbittert: „Ich hätte mir mehr Offenheit von Vereinsseite erwartet. Es war abgemacht, dass wir die nächsten Spiele gegen unsere direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt abwarten. Dass der Verein hinter meinem Rücken agiert hat, schmerzt mich persönlich sehr.“

Mader hat das Traineramt vor gut zwei Jahren übernommen und dabei immer die Vereinspolitik der „kleinen Brötchen“ mitgetragen. Nun liegt das Verhältnis zu der Harder Funktionärsriege in Scherben, das zu der Mannschaft hingegen war bis zuletzt ausgezeichnet. Mader bedauert, dass er sich von seinen Spielern bislang nur per E-Mail verabschieden konnte: „Das ist unpersönlich, aber ich sehe mich emotional noch nicht imstande, das Trainingsgelände zu betreten.“

Die Offiziellen des Klubs geben sich deutlich nüchterner. Hard-Obmann Gerald Kleiner kleidet sich, auf die aktuelle Causa angesprochen, in die üblichen Worthülsen: „Wir sind zuallererst dem Verein verpflichtet. In dieser Situation mussten wir einfach handeln. Natürlich hätten wir uns eine einvernehmliche Lösung gewünscht, aber so ist das Fußballgeschäft leider einmal. Wir wollten einfach ein Zeichen setzen.“ Zum Business gehört auch, dass Trainerbänke nicht lange kalt bleiben. Maders Platz nimmt kein Unbekannter ein. Oliver Schnellrieder heißt der neue Mann, er gilt eigentlich als Altach-Ikone, hat aber nach seiner Profikarriere auch schon das Harder Dress getragen. Der neue Steuermann freut sich auf seine neue Aufgabe: „Eine tolle Herausforderung. Ich danke dem Verein, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat.“

Schwierige Aufgabe

Der Tiroler mutet sich einiges zu, die gegenwärtige Situation könnte schwieriger nicht sein. Die ohnehin schon dünne Personaldecke kann aufgrund der aktuellen Verletzungsmisere gar nicht mehr als solche bezeichnet werden. Zuletzt fand sogar das Harder Trainerduo des Öfteren Platz auf dem Spielbericht.

Schnellrieder ist sich bewusst, dass die Zeit zur Eingewöhnung knapp bemessen ist: „Ich will mir möglichst schnell ein Bild von der Mannschaft machen und meine Vorstellungen umsetzen.“

Mader wünscht seinem Nachfolger das Beste und äußert sich voll des Lobes über Schnellrieder: „Er passt als Typ sicher super zur Mannschaft, ich hoffe für ihn und die Jungs, dass sich die Erfolge schnell einstellen.“ Zum Abschluss noch ein Satz des scheidenden Coaches, der nicht nur den Hardern, sondern vielen Vereinen des Vorarlberger Unterhauses ins Stammbuch geschrieben sei: „Wir sind hier nicht im Profifußball. Im Amateurbereich sollte neben der Freude am Sport, auch die menschliche Komponente immer im Vordergrund stehen.“

Die Freude am Traineramt ist Mader geblieben, sein guter Name offensichtlich auch. Allein bis zum gestrigen Vormittag haben sich schon drei Interessenten gemeldet. Man wird Markus Mader im heimischen Fußball wohl bald in neuer Funktion und alter Frische wiederfinden.

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