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interview

„Das Ziel ist die Königsklasse“

Meister-Manager Hansjörg Füssinger denkt im NEUE-Interview laut über eine hochkarätige Verstärkung nach. Vorerst ist aber das Ziel die Verteidigung der Tabellenführung im Heimspiel (19 Uhr) gegen den HC Linz.

Hard hat den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte hingelegt. Wie zufrieden ist der Manager?

Hansjörg füssinger: Das ist das Resultat des Aufbaus der letzten Jahre. Man merkt, dass die Mannschaft gereift ist. Die Jungen müssen immer mehr Verantwortung übernehmen. Wir sind stabiler geworden. Ich erinnere, dass wir letztes Jahr im Grunddurchgang sieben Unentschieden hatten.

Auch ein Verdienst des im Winter geholten Klassetormanns Doknic?

füssinger: Sicher, eine Abwehr, die mit dem Tormann gut harmoniert, wird immer stärker. Das macht sie im Kopf stärker, wenn Bälle, die aufs Tor gehen, gehalten werden.

Fünf Spiele, zehn Punkte. Ist alles Gold, was glänzt?

füssinger: Nein, ich denke, dass wir in Bärnbach (25:24, Anm.) Glück hatten und daheim gegen Tirol hart für den Sieg (25:24, Anm.) arbeiten mussten. „Kam-sah-und-siegte“ spielt sich nicht, aber man sieht die gute Basis im kämpferischen Einsatz. Wenn wir keine Verletzten haben, sieht es gut aus. Dann ist auch die Titelverteidigung ein realistisches Ziel.

Wie beurteilst Du eure Leis­tung beim 29:24-Sieg im Derby bei Bregenz?

füssinger: Ich würde sagen, das bestätigt die Worte von vorhin. Man sieht, dass Bregenz eine gute Mannschaft hat, aber das Einspielen und die Gewöhnung aneinander noch nicht abgeschlossen sind. Das braucht Zeit, da haben wir jetzt ein, zwei Jahre Vorsprung.

Konkret, was hat den letztlich klaren Erfolg ausgemacht?

füssinger: Es war zu beobachten, dass wir von links nach rechts auf jeder Position Tore machen können. Wenn dann noch ein Eigenbauspieler wie Dominik Schmid so einen Tag hinlegt, freut das besonders.

Wie fällt Deine erste Beurteilung der anderen Vereine aus?

füssinger: Teilweise bin ich überrascht. Für mich ein Wahnsinn, was da in Krems passiert. Es scheint, als hätten sich die Gegner auf das gefürchtete Konterspiel besser eingestellt. West Wien scheint sich stabilisiert zu haben, was gut für den Handball in Österreich ist. West Wien gegen Margareten lockt die Fans in die Halle, denn wenn wir gegen Margareten spielen, interessiert das in Wien kaum jemanden.

Welche Schritte sind in der HLA ge­plant, wo Du als Vizepräsident sehr an der Professionalisierung arbeitest?

füssinger: Da ist es endlich geschafft, bei jedem TV-Spiel den gleichen Boden inklusive Banden und Interview-Wand zu haben, was einem potenziellen Liga-Sponsor eine entsprechende Präsentationsmöglichkeit bietet. Andererseits gibt es eine intensive Modus-Diskussion, da steht eine Reform bevor. Möglich ist, dass es künftig einen Fixabsteiger und -aufsteiger gibt, was die Attraktivität für die Bundesliga-Klubs erhöht. Außerdem soll das Aufstiegs-Play-off durch ein Zwei-Linien-System ersetzt werden, wo zwei Fünfergruppen nach dem Grunddurchgang (1-3-5-7-9 sowie 2-4-6-8-10) die Halbfinalisten und Finalisten ermitteln, wobei die Punkte aus dem Grunddurchgang mitgenommen werden.

International seid Ihr nach der verpassten Champions-League-Quali immerhin im EHF-Cup vertreten. Ist Österreich international nicht reif für die Königsklasse?

füssinger: Ich sage so: Wenn man in die Gruppenphase will, muss man einen Zahn zulegen. Sowohl in der Abwehr als auch vorne. Das heißt, die derzeitigen Spieler müssten sich weiterentwickeln, aber es braucht auch ein, zwei Verstärkungen. Dabei geht es nicht um viel, eher um Nuancen. Unser Ziel ist mittelfristig die Gruppenphase.

Und wie soll die angesprochene Verstärkung aussehen?

füssinger: Er muss in der Abwehr eine Macht sein und auch vorne schlagkräftig. So ein Typ wie Miladin Kozlina von Skopje (1,99 Meter, 115 Kilogramm, Anm.), ein Slowene.

Und der kommt nach Hard?

füssinger: Nein, aber ich bin auf der Suche nach einem solchen Typ. Und es gibt schon einige Bewerber. Jetzt müssen wir schauen, ob wir uns so einen Hochkaräter leisten können und wollen.

Klingt eindeutig nach Budget­entwicklung nach oben?

füssinger: Unser Fokus liegt in der sportlichen Entwicklung nach vorne. Und da ist eben die Champions-League-Gruppe ein logischer Schritt. Da dürfen auch das Budget und die Vereinsstruktur nicht stehenbleiben. Im Eventbereich sind wir beispielsweise führend, da macht uns auch die deutsche Bundesliga zwar von den Zahlen, aber nicht vom Angebot etwas vor. Die Leute fühlen sich wohl bei uns und bleiben auch nach dem Spiel, sehen uns als gesellschaftlichen ­Höhepunkt der Woche.

Aus den schwindelnden Höhen der Champions League zurück zur HLA. Da erwartet Ihr heute den HC Linz. Sechstes Spiel, sechster Sieg?

füssinger: Nein, nein, so einfach wird das nicht. Linz ist ein unangenehmer Gegner mit einer beinharten Verteidigung. Da sind zwei Punkte kein Selbstläufer. Andererseits brauchen wir uns aber auch nicht verstecken.

Interview:

Christian

Höpperger

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