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Der schwarze Tag des Martin Ulmer

Der Dornbirner Eishockeyspieler ­musste in Lausanne seine Koffer packen.

Michael Prock

Es gibt Tage, die getrost als schrecklich bezeichnet werden können. Meist weiß der Betreffende schon in der Früh, dass die nächsten Stunden nichts Schönes zu bieten haben. Für den Eishockeyspieler Martin Ulmer war der Dienstag so ein Tag.

Der Dornbirner Profi im Dienste des HC Lausanne machte sich wie jeden Morgen in die Kraftkammer auf. Zusammen mit seinen Mannschaftskollegen bereitete er sich in der Kabine auf das Training vor und schlüpfte in die Sportkleidung. Schon fast an den Geräten, wurde er von Coach John van Boxmeer zu sich gerufen. Nicht einmal eine Minute dauerte das Gespräch, in dem Ulmer erfuhr, dass er seine Sachen packen kann. „Trainer und Manager sagten mir, dass ich jetzt gehen könne“, schildert der Stürmer diesen Moment.

Auch Stunden nach dem Rausschmiss kann er es nicht fassen: „Ein Wahnsinn. Da wird man behandelt wie eine Nummer. Ein Spieler ist beliebig austauschbar. Ich bin schon der Vierte heuer.“

Auf der Homepage des Schweizer Nati-B-Teams kommentiert Sportdirektor Jan Alston vielsagend: „Es ist schwierig, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der die Visionen des Vereins nicht teilt.“

Was er genau damit meint, bleibt unklar. Ulmer, der zu den besten Scorern seines Teams zählte, wollte noch ein weiteres Jahr in Lau­sanne bleiben. „Eigentlich habe ich gedacht, hier passt alles“, meint der mehrfache österreichische Nationalspieler.

Chance für Dornbirn

Obwohl er theoretisch ein Jahr stehen könnte, will der 24-Jährige schnellstmöglich wieder spielen: „Für Urlaub bin ich noch zu jung.“ Zwar nehme er jetzt nicht gleich das erste Angebot blind an, trotzdem sollte es möglich rasch gehen.

Das wäre die Chance für seinen Heimverein. Ulmer kennt die EBEL bereits, er spielte für RB Salzburg und die Vienna Capitals. Zwar habe ihn noch niemand aus Dornbirn kontaktiert, für den Heimverein zu spielen sei aber immer interessant. Im Lager der Bulldogs war bei der Anfrage der NEUE am Dienstagnachmittag noch gar nicht bekannt, dass Ulmer zu haben ist. Manager Alexander Kutzer bestätige aber, dass die Idee gut sei: „Ein Dornbirner im Team wäre eine tolle Sache. Aber eigentlich brauchen wir einen Verteidiger. Ulmer ist derzeit kein Thema.“

Das kann sich jedoch schnell ändern, denn ein Engagement Ulmers in der Messestadt wäre eine klassische Win-Win-Situation. Die Dornbirner hätten endlich ihre Identifikationsfigur und Martin Ulmer könnte wieder Eishockey spielen. Dann hätte dieser verflixte Dienstag doch noch etwas Gutes.

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