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„Die Geburt war bereits ein Bluff“

Herbert Maurer holte sich nach Platz drei im Vorjahr den Pokerlandesmeistertitel 2012.

Hans-Jürgen Gasser

Vergangenes Wochenende fanden sich 50 Spieler aus dem In- und Ausland im Concord Card Casino (CCC) in Bregenz ein, um bei der bereits sechsten Vorarlberger Landesmeisterschaft im Texas Holdem Poker teilzunehmen. Das Teilnehmerfeld wurde auf Freitag und Samstag aufgeteilt, sodass am Sonntag die letzten verbliebenen 36 sich die fünfzehn Geldränge, den Landesmeistertitel und den Turniersieg untereinander ausmachen konnten.

Von diesen 36 Spielern waren nur noch sieben aus Vorarlberg. Es wurde bereits befürchtet, dass es dieses Jahr kein Vorarl­berger in die Geldpreisränge schaffen würde. Doch die Protagonisten aus dem Ländle spielten stark auf und um 19.15 Uhr stand der 16. Platz fest, womit alle verbliebenen 15 Spieler ein Preisgeld erhielten, davon fünf Spieler aus Vorarlberg.

Um 20.30 Uhr verlor Philipp Rosenkranz mit zwei Sechsern gegen Dame König. Der 24-jährige Feldkircher wurde damit Dritter der Landesmeisterschaft und Elfter des Turniers. Er verfolgt einen tight-aggressiven Spielstil, das heißt er spielt nur wenige, starke Hände, diese dafür mit vollem Risiko. Der ledige Elektroniker konnte in der Vergangenheit schon ein paar kleine Turniere gewinnen.

Unmut geäußert

Somit stand der Finaltisch der letzten zehn fest. Schon nach kurzer Zeit trafen zwei Schweizer Spieler mit vielen Chips aufeinander. Ramon Lampert verlor mit zwei Neunern gegen Ass Neun und machte seinem Unmut über die Spielweise seines Gegners lautstark Luft: „Wo hast du Pokern gelernt?“, fragte er seinen Gegner wutentbrannt und verließ den Finaltisch.

Als die letzten sechs Spieler feststanden, ging nichts mehr vorwärts und so schlug Herbert Maurer einen Deal vor: Alle sechs verbliebenen Spieler sollten fix 3000 Euro erhalten und die restlichen 3000 Euro sollten auf Platz eins und zwei aufgeteilt werden. Damit waren alle einverstanden und es wurde normal weitergespielt.

Die Atmosphäre war nun weniger angespannt und es kam zu einem lustigen Dia­log. Der Schweizer Dritan Ikoleui fragte den Deutschen Bip Vokov von wo er ursprünglich komme. Auf die Antwort: „Bulgarien“, meinte der Schweizer: „Sieht man dir gar nicht an!“ Worauf Vokov den Spruch des Abends lieferte: „Ich konnte schon immer gut andere täuschen, somit war bereits meine Geburt ein Bluff.“

Danach ging es dann Schlag auf Schlag und um 0.30 Uhr kam es unter den letzten drei Spielern zum alles entscheidenden Showdown: Michael Hörburger ging mit zwei Damen All In und traf damit auf die beiden Zehner von Herbert Maurer. Maurer bekam noch einen dritten Zehner und stand somit als Landesmeister 2012 fest.

Hörburger zufrieden

Vizemeister Michael Hörburger war mit seiner Leistung sehr zufrieden. Der 26-jährige Bregenzer arbeitet als Koch und konnte beim Onlinepoker bereits einen großen Turniersieg mit einem Preisgeld von 18.500 Dollar erzielen. Seine Spielweise bezeichnet er als tight-passiv, was bedeutet, dass er mehr auf Situationen reagiert, als selber agiert.

Nach seinem dritten Platz im Vorjahr schaffte der 38-jährige Herbert Maurer dieses Jahr mit dem Gewinn der Landesmeisterschaft seinen bisher größten Erfolg. Der Feldkircher ist Angestellter in der Lebensmittelindustrie und meinte beim Siegerinterview: „Es war ein zähes Turnier, vor allem der Finaltisch. Ich habe aber immer im richtigen Moment gute Karten bekommen und bei der letzten Hand hatte ich das notwendige Glück. Der verheiratete Vater eines Kindes vertritt die Ansicht: „Poker ist kein Glücksspiel, sondern hängt von Strategie, Menschenkenntnis und Ausdauer ab. Und vor allem: Geduld muss man haben.“

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