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GAK zum vierten Mal in Konkurs

Der Grazer Traditionsklub und Fußballmeister 2004 ist zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren zahlungsunfähig.

GEORG MICHL,

THOMAS ROSSACHER

GAK, Grazer Athletiksport Klub, – Fußball, schießt sein viertes Eigentor.“ Auf den Kreditschutzverband 1870 ist Verlass, wenn es um pointierte Aussendungen zu GAK-Konkursen geht. Aber Alfred Woschitz (KSV 1870) kann nicht anders: „Vier Konkurse eines Vereins: Das ist mir in meinen 30 Dienstjahren noch nicht untergekommen.“ Beim dritten hatte die Schlagzeile noch gelautet: „Konkurs-Hattrick verwirklicht.“ Eigentlich lustig, wenn das Thema nicht so bitter wäre. So hat Präsident Benedikt Bittmann am Freitag Konkurs angemeldet und das Schicksal des GAK in die Hände eines Masseverwalters gelegt.

Norbert Scherbaum hat zum vierten Mal die zweifelhafte Ehre, den Verein nach außen zu vertreten. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf zumindest 368.137 Euro, zwischen Soll und Haben klafft eine Lücke von 197.684 – derzeit. „Die Zahlen sind Realität und der Verein ist nicht mehr liquide“, argumentiert Bittmann.

Das Sanierungsgremium rund um Ex-Präsident Harald Fischl sieht das anders und wird den Konkurs-Antrag juristisch anfechten. Denn Bittmann und Vizepräsident Raimund Pock sind laut Fischl nicht mehr vertre-tungsbefugt. Tenor: Ihr Rücktritt wäre bei der Generalversammlung angenommen und mit Walter Koleznik ein Tagesvorsitzender gewählt worden, der nun verantwortlich ist.

Löhne nicht gezahlt

Befugnisfragen hin oder her, der Verein bewegt sich auf dünnem Eis: Die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV 1870 berichten einstimmig, dass im Juni und Juli Löhne (samt Nebenkosten) von rund 100.000 Euro nicht bezahlt wurden. Im September blieb man 96.000 Euro schuldig.

Nicht vom Tisch ist die Räumung des Trainingszentrums, sofern der GAK nicht 131.180 Euro bezahlt.

Auch fordern Lieferanten 77.000 Euro: für Strom, Getränke, Busfahrten etc. Dazu kommen laufende Kosten für den laufenden Betrieb. Dem stehen 14.000 Euro in bar und Sponsorvereinbarungen über 82.500 Euro gegenüber.

Prozess nicht vor 2014

Unterdessen ist in der Gerichtscausa GAK kein Ende in Sicht. Nach dem (nicht geplanten) Sachverständigenwechsel muss sich Thomas Keppert erst durch die Aktenberge wühlen. Millionenbeträge sind im Spiel, das Gutachten soll Anfang 2013 vorliegen. Bis geklärt ist, gegen wen und warum Anklage erhoben wird, vergehen weitere Monate. Ein Prozess vor 2014 ist nicht zu erwarten.

Der frühere Cupsieger (1981, 2000, 2002, 2004) und österreichische Fußballmeister (2004) spielt derzeit in der Regionalliga Mitte und liegt auf Platz fünf.

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