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Karten neu gemischt

Liebe Wintersportfreunde, am kommenden Wochenende startet die Skiweltcupsaison 2012/13, und ich freue mich, zum neugegegründeten Expertenteam der NEUE am Sonntag zu gehören. Ich werde abwechselnd mit anderen Experten das Geschehen im Weltcup analysieren und kommentieren – und da gibt’s jede Menge zu thematisieren.

Die Weltcup-Verantwortlichen haben die Regularien für die Ski geändert. Die Ski werden länger und schmäler, die Taillierung geringer. Wodurch sich der Kurvenradius von 27 Meter auf 35 Meter erhöht und die Kurvengeschwindigkeit geringer werden soll. Was den Radius angeht, bewegen wir uns damit wieder auf dem Niveau von Anfang der 1990er-Jahre.

Als ein Rückschritt in die Steinzeit würde ich diese Regeländerung zwar nicht bewerten, weil es in Sachen Material keine Einschränkungen gegeben hat. Zu behaupten, es würden wieder Bedingungen wie vor 20 Jahren herrschen, wäre also reißerisch und schlichtweg falsch. Dennoch sind die Änderungen einschneidend. Sie wurden gemacht, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren. Aber drosselt man die Geschwindigkeit der Formel-1-Boliden? Natürlich nicht. Ich sehe die Regeländerung skeptisch. Am deutlichsten werden sich die neuen Regularien im Riesentorlauf auswirken – in dieser Disziplin werden die Karten neu gemischt.

Es wird keinen kompletten Umbruch in der Spitze geben. Die Spitzenläufer werden vorne bleiben. Aber es wird zu Verschiebungen kommen. So wie damals bei der Umstellung von den Bambusstangen auf die Kippstangen im Slalom, Anfang der 1980er-Jahre. Damals gab es Gewinner und Verlierer der Umstellung. Jemand, der damals ganz enorm von der Änderung profitiert hat, war mein Teamkollege Robert Zoller. Zu Zeiten der unflexiblen Bambusstangen, die wir Slalomläufer mit mehr oder minder großen Radien umkurvten, war Robert ein Bruchpilot. Er ist viel zu direkt auf die Stangen hingefahren und sehr oft ausgeschieden. Als die Kippstangen eingeführt wurden, war seine direkte Fahrweise plötzlich gefragt. Er gewann ein Rennen und holte sich 1985 WM-Bronze.

Wer wird dieses Mal profitieren? Schwer zu sagen. Selbst eine so allgemeine Prognose, wie die, ob eher die arrivierten oder die jungen Läufer mit der Änderung besser zurecht kommen, lässt sich nicht mit Sicherheit machen. Prinzipiell glaube ich aber, dass zum Beispiel Marcel Mathis ein Profiteur sein könnte. Er hat sich in den letzten Jahren in Sachen Timing beim Schwungansatz enorm verbessert, und genau auf dieses Timing kommt es jetzt mehr denn je an. Ich traue ihm einiges zu in dieser Saison. Weil er ein unbekümmerter Typ ist. Die Qualifikation für die WM ist machbar für ihn.

Björn Sieber wünsche ich, dass er den Europcacup als Chance versteht und sich Zeit gibt. Und nicht nach dem ersten guten Ergebnis wieder in den Weltcup drängt. Ich sage es ganz offen: Ich glaube, für Björn wird’s schwierig – zumindest als reiner Kombinierer. Er muss dringend im Riesentorlauf Leistung bringen.

Christian Orlainsky war von 1978 bis 1988 aktiv und ist noch immer der jüngste Österreicher, der je ein Weltcuprennen gewonnen hat – im Alter von 18 Jahren und zehn Monaten.

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