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Ein Tormann hat sich gefangen

Andreas Lukse galt als eines der größten Torhüter-Talente im österreichischen Fußball. Dem raschen Aufstieg, folgte der tiefe Fall. Beim FC Lustenau ist er nun auf dem besten Wege den Turnaround zu schaffen.

Emanuel walser

Rapid Wien, DSV Leoben, Vienna, FC Lustenau. Ein Zyniker würde von einer kontinuierlichen Entwicklung sprechen. Der Eindruck ist allerdings ein trügerischer, denn die Talsohle seiner Karriere hat Andreas Lukse längst durchschritten.

Der Wiener Keeper erinnert sich mit Schauer an die schlimmste Zeit seiner Karriere, damals in Sommer 2011: „Ich war über drei Monate hinweg arbeitslos. Fußballspiele konnte ich mir nicht einmal vor dem Fernseher anschauen, es tat einfach zu weh.“ Sein Spielerberater bezeichnete ihn als „unvermittelbar“, ein Etikett, das er durch anhaltende Undiszipliniertheiten auch selbst zu verantworten hatte. Lukse sorgte mit ausschweifenden Ausflügen ins Wiener Nachtleben auch abseits des Platzes unfreiwillig für Furore. Die übliche Legendenbildung addiert, wurde er schnell zum Problemprofi abgestempelt. Der FCL-Keeper im Rückblick: „Ich konnte einfach nicht anders abschalten, hatte immer Probleme Schlaf zu finden und suchte die Flucht. Ich bewundere ehrlich jeden, der mit so einem schnellen Aufstieg klarkommt.“

Letzte Chance Lustenau

Vor den Trümmern seiner Karriere stehend, brachte ein Anruf aus Lustenau die Erlösung. Ohne zu zögern nahm er das Angebot an, froh endlich wieder Fußball spielen zu können. Die Symbolik ist bezeichnend: Viel weiter hätte er gar nicht aus Wien fliehen können. Diese vielleicht letzte Chance seine Karriere zu retten, versucht er nun zu nutzen.

Über seine Qualitäten als Torhüter gibt es in Lustenau keine zwei Meinungen: „Er gehört zu den absoluten Topgoalies in Österreich!“, sind sich Coach Damir Canadi und Tormanntrainer Thomas Schneider einig.

Besonders zu Zweitem verbindet Lukse ein inniges Verhältnis: „Er macht ein klasse Coaching und richtete mich auch mental auf.“ Auch als Mensch wirkt Lukse gereift, führt mit seiner Frau ein beschauliches Leben und hat sich längst als Führungsspieler etabliert. Verantwortung für andere hat er immer schon gerne wahrgenommen, nun endlich auch für sich selbst. Auch Canadi sieht ihn auf dem richtigen Weg: „Er ist in seiner Entwicklung am weitesten von allen.“ Und damit auch reif für den nächsten Schritt.

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