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Wer wusste von der Handkassa?

Große Aufregung herrscht derzeit beim Sportservice Vorarlberg. Die Dimension der Affäre ist zwar überschaubar, dennoch bedarf es Aufklärung.

Emanuel Walser

Es sind turbulente Tage für die Mitarbeiter des Sportservice Vorarlberg. Die gestern öffentlich gewordenen Anschuldigungen wiegen schwer. Es soll, unter Anleitung von Martin Keßler, der als Landesbediensteter eigentlich gar nicht beim Sportservice angestellt ist, durch nicht ordnungsgemäße Verbuchung von Lauftests eine Schwarzgeldkassa eingerichtet worden sein. Mit diesen Einlagen seien externe Mitarbeiter bezahlt und sonstige Aufwendungen beglichen worden. Dass es diese ominöse Kassa gegeben hat, bestreitet Keßler erst gar nicht. Laut seinen Angaben hat es sich wie folgt zugetragen: Hobbyläufer hatten die Möglichkeit, für 30 Euro einen Laktattest unter Anleitung des Vorarlberger Sportservice zu absolvieren. Die Einnahmen daraus sind laut Keßler in eine Kassa eingezahlt worden. Mit diesen Einlagen wiederum wären externe Helfer zu einem Stundensatz von zehn Euro ausgezahlt worden. Es handle sich dabei um insgesamt zehn bis 15 solcher Tests, an denen jeweils 13 bis 17 Läufer teilgenommen hätten. Die Gesamteinnahmen beliefen sich nach Keßlers Angaben auf rund 7000 Euro. Da alle externen Helfer der Feldtests aus dieser Kassa bezahlt worden wären, sei der Kassastand nie besonders hoch gewesen. Sollte das stimmen, bliebe Raum für Spekulationen mit zusätzlicher Brisanz: Denn dies würde bedeuten, dass auch die Helfer der über das Onlinesystem regulär verbuchten Feldtests mit Schwarzgeld bezahlt worden wären. Sollte der Geschäftsführer des Sportservice Martin Schäffl, der den Vorfall selbst zur Anzeige brachte, nichts von der Schwarzgeldkassa gewusst haben, drängt sich eine weitere Frage auf: Wie konnte ihm entgehen, dass es keine reguläre Verbuchung der externen Helferdienste gegeben hat? Schäffl gibt auf Anfrage zu Protokoll, dass er aufgrund Unregelmäßigkeiten in den Kassaaufzeichnungen tätig wurde: „Dies obliegt meiner Verantwortung als Geschäftsführer.“ Seit wann ihm die Existenz dieser Kassa bekannt war, ließ er unbeantwortet: „Ich verweise auf das laufende Verfahren. Im Übrigen treffe ich keine Aussagen über Dinge, die mich selbst belasten könnten.“ Viel spricht für die These, dass die jüngsten Vorgänge Resultat einer privaten Fehde sind. Dass das persönliche Verhältnis der beiden in den letzten Wochen nicht das Beste war, ist bekannt. Landesrat Siegi Stemer persönlich versuchte zu vermitteln, nun steht er vor einem Scherbenhaufen: „Der Imageschaden ist enorm. Wir werden alles unternehmen, um die Vorgänge lückenlos aufzuklären.“ Neben der Staatsanwaltschaft wird der Vorgang auch von unabhängigen Wirtschaftsprüfern untersucht. Selbstverständlich gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

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