Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Austria verliert verrücktes Spiel

Lustenau verliert zu zehnt vor 1700 Zuschauern mit 0:1 in Grödig. In der Schlussphase steht Innenverteidiger Christoph Stückler im Austria-Kasten.

Hannes Mayer, Grödig

Die Zuschauer flippen aus. Grödigs sportlicher Leiter Christian Haas ballt die Faust. Am Seitenrand ist Helgi Kolvidsson der Schreck in die Glieder gefahren. Grödigs Witteveen war gerade – in der 76. Minute – beim Stand von 0:0 alleine auf Tor gezogen und vom herauseilenden Austria-Ersatztorhüter Lukas Hefel zu Fall gebracht worden. Elfmeter. Doch nicht diese Entscheidung lässt Kolvidsson erstarren, sondern die unmittelbar anschließende: Hefel sieht Rot. Was an der harten persönlichen Strafe so bitter ist: Hefel war für den verletzten Stammtorhüter Alex Kofler eingesprungen, Kolvidsson hat keinen Torhüter mehr auf der Bank.

Innenverteidiger Christoph Stückler schnappt sich das Torhüter-Trikot, sagt später: „Es war so vereinbart, dass ich ins Tor gehe, wenn was passiert. Im Training stelle ich mich manchmal aus Spaß ins Tor.“ Und tatsächlich: Stückler wehrt Tais Elfer mit einer sensationellen Parade ab. Es ist bereits der zweite Elfmeter, den Grödig an diesem Abend verschießt. In der 38. Minute war es noch Hefel gewesen, der den Elfer pariert hatte. Zwölf Minuten plus Nachspielzeit muss die Austria mit einem Spieler weniger überstehen. Doch die Null steht nur noch fünf Minuten. Stefan Lexa zirkelt eine Freistoßflanke aufs Tor, Stückler greift bei der exzellenten Hereingabe ins Leere, Grödig führt.

Immer wieder Stückler

Dabei hatte die Austria lange Zeit mehr vom Spiel, speziell in der ers­ten Halbzeit, in der die Grün-Weißen das Match über weite Strecken dominieren. Durch zwei Mal Krajic, Roth und Boller kommen sie zu vier guten Chancen. Aktivster Austrianer ist Boller, den die Salzburger nie in den Griff bekommen. Grödig hält dagegen, tritt in der ersten Halbzeit aber nie wie eine Heimmannschaft auf. Die frenetischen Anfeuerungsrufe der 300 mitgereisten Austria-Fans unterstreichen diesen Eindruck.

Es ist ein Match mit echtem Spitzenspiel-Charakter: Keine der beiden Mannschaften geht letztes Risiko. Die Partie wird erst nach einer Stunde rassiger. Erst vergibt Thiago aus wenigen Metern per Kopf, im Gegenzug rettet der überragende Stückler noch als Innenverteidiger auf der Linie. In der Schlussphase stürmt Stückler, jetzt als Torhüter, bei einem Freistoß mit nach vorne und verfehlt per Kopf nur knapp den Ausgleich. Wahnsinn.

Schwerer als die erste Liga-Niederlage, die so Kolvidsson „irgendwann kommen musste“ wiegt die Torhüter-Situation. Kofler droht länger auszufallen, Hefel ist gesperrt und eine Nummer drei hat die Austria nicht.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.