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interview

„Das Geilste, das ich je gemacht habe!“

Nach dem Sensationssieg über Salzburg empfängt der Dornbirner Eishockey Club heute (17.45 Uhr, Messestadion ) die Vienna Capitals in der Messehalle. Die NEUE am Sonntag sprach mit General-Manager Alexander Kutzer über die bisherige Saison.

alex, wie süß schmeckt der jüngste Heimsieg über Salzburg?

Alexander Kutzer: Im Grunde ist es egal, ob es Salzburg oder eine andere Mannschaft ist. Wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Liga ein tolles, temporeiches Spiel geboten. Hut ab, ich bin sehr froh für die Jungs!

Wie hoch war der Jubelsprung von Alex Kutzer beim verwandelten Penalty von Matt Keith?

Kutzer: (lacht) Wir haben einige Spiele gehabt, dir wir mit Pech verloren haben. Umso schöner ist es, wenn wir das selber entscheiden können.

Sportlich läuft es derzeit sehr gut, oder?

Kutzer: Sportlich läuft es ausgezeichnet! Hier muss ich einfach eine Lanze brechen für das Sportservice Vorarlberg – auch für Martin Kessler, der nun leider nicht mehr dabei ist. Was er mit seiner Truppe sportphysiologisch und trainingskonzeptionell aus unseren Spielern herausgeholt hat, ist unglaublich. Dafür gebührt ihnen, aber natürlich auch unserem Trainerstab, ein großes, großes Lob!

Wie fällt dein Resümee über die bisherige Saison aus?

Kutzer: Man muss die Saison von drei Seiten sehen: Das Spielerische, das Organisatorische und das ganze Rundherum. Was wir sicher unterschätzt haben, ist das Rundherum. Wir haben gewusst, dass es schwer ist, eine professionelle Organisation in so kurzer Zeit auf die Beine zu stellen. Aber es sind so viele Dinge, die dir vorher niemand sagen hat können, da es schlichtweg niemand zuvor gemacht hat. Ein riesen Lob an die Vorstandskollegen und die Damen im Büro, die quasi Tag und Nacht arbeiten, und an unsere ehrenamtliche Helfer. Es ist unglaublich viel Arbeit. In der Nationalliga hatten wir 16 bis 19 Spiele, in der EBEL haben wir nur im Grunddurchgang bereits 30! Da kommt so viel auf alle zu – ich bin so stolz, dass unsere Leute die Nerven bewahren, ruhig bleiben und auch weiter machen, wenn wir mal Fehler machen.

Bist du zufrieden mit der Zuschauer-Entwicklung?

Kutzer: Der Vorarlberger ist prinzipiell ein skeptischer Mensch. Dem muss man zuerst beweisen, dass etwas funktioniert. Wenn’s „ghörig, ehrlich und guat machscht“, steht er auch hinter dir. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es nun sieben Jahre lang kein Erstliga-Eishockey mehr gegeben hat. Da sind Fans zu anderen Sportarten abgewandert. Fans muss man sich schaffen – vor allem, wenn freitags oft gleichzeitig Fußballklubs auf sehr hohem Niveau spielen. Ich halte nichts davon, wenn man im Leben alles geschenkt bekommt, das hält meist nicht lange. Diese Mannschaft mit diesem Charakter und dem ganzen Rundherum ist etwas, dass du in fast keiner Sportart in Vorarlberg findest. Das und die sportlichen Leistungen sprechen sich herum.

Wie war für dich die Umstellung von der Nationalliga zur EBEL?

Kutzer: Wir haben einen Vorstand, der die Entscheidungen trifft. Manchmal durch harten Kampf. Als wir den Schritt gewagt haben, stand die Überlegung im Raum, eine fremde Person zu holen. Wir entschieden, dass wir das nicht in andere Hände geben wollen, da so viel daran hängt. Als sich die Chance geboten hat, bin ich zu meinem Arbeitgeber gegangen und er meinte nur: „Take it, probier’s!“ Auf der anderen Seite lastet jetzt natürlich sehr viel Druck auf mir, auch wenn wir ein Team sind. Für mich selbst ist es aber auf jeden Fall das Geilste, das ich je gemacht habe!

Wie schaut ein typischer Arbeitstag von Alex Kutzer aus?

Kutzer: Nicht nur ich, auch das gesamte Büro arbeitet elf bis 16 Stunden pro Tag. Meist auch am Samstag und Sonntag. Es ist enorm viel zu tun, aber es sollte besser werden, sobald wir die benötigten Strukturen haben. Tagsüber sind wir in Kontakt mit den Spielern, Liga, Presse, Fans usw. und zwischen 16 und 1 Uhr nachts mit den Agenten in Amerika. Diese erkundigen sich natürlich laufend über ihre Schützlinge und wissen auch, dass wir auf der Suche nach einem zusätzlichen Verteidiger sind. Aber das macht den Job einfach aus!

Brauchst du überhaupt noch ein Bett zu Hause?

Kutzer: (lacht) Wir haben das Büro sehr geschickt eingerichtet. Die Mädels gönnen mir am Mittag meist einen kurzen „Power Nap“ auf einer Holzbank. Nur Christian (Anm. Pressesprecher) weckt mich oft, da er IMMER über Mittag kommt … (lacht)

Bleibt da noch Zeit für die Familie?

Kutzer: Wir, also auch meine Leute aus dem Büro und die anderen Vorstandsmitglieder, sind alle so involviert, dass unsere Familien derzeit nicht viel von uns haben.

Bist du verheiratet?

Kutzer: Ja, und ich habe auch zwei Kinder, die Eishockey spielen.

Das macht es schon mal leichter, oder?

Kutzer: Ganz und gar nicht. Meine Kids haben „blöderweise“ fünfmal in der Woche Training und am Wochenende Spiele. Jemand muss die begleiten. Da meine Frau auch im Büro mithilft, sind wir da schon ziemlich am Anschlag! Gott sei Dank unterstützen uns die anderen Eltern und nehmen unsere Jungs mit zu den Spielen. In diesem Sport ist auch das Teamwork der Eltern sehr wichtig.

Gibt es bei Familie Kutzer auch mal einen eishockeyfreien Tag?

Kutzer: (überlegt) Die letzten sieben Jahre, glaube ich, nicht!

Danke für das Interview. Möchtest du abschließend noch etwas sagen?

Kutzer: Ich möchte mich bei allen aus tiefstem Herzen bedanken: Ob Sponsoren, Land und Stadt, ob Eismeisterteam, ehrenamtliche Helfer, Fans oder unsere Familien, alle tragen dazu bei, dass wir Bundesliga-Eishockey in Dornbirn erleben dürfen. Es macht mich stolz, wo wir bereits sind. Aber ich muss auch gestehen, dass ich vieles unterschätzt habe …

Interview: Patrick O. maier

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