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Emanuel Walser

Wakeboarden ist wie Snowboarden im Sommer: Klar, der Aggregatzustand des Elements unterscheidet sich merklich, der Dresscode ist deutlich legerer: Statt in mehrere Schichten gehüllt, tut’s meist eine Badehose.

Ansonsten sind die Parallelen nicht zu leugnen: Ein Wakeboard mag das ungeschulte Auge eines Laien auch schon mal als Snowboard identifizieren und der Ritt über das Kielwasser eines Schleppbootes ähnelt durchaus jenem über verschneite Pisten. Davon weiß niemand besser zu berichten als Vorarlbergs bester ­Wakeboarder, der Höchster Philipp Hofer: „Wakeboarden fühlt sich ähnlich an wie Tiefschneefahren.“ Es wundert also wenig, dass man den begeisterten Snowboarder Philipp nicht zum Wasserspaß prügeln musste, vielmehr war es die vielzitierte Liebe auf den ersten Blick: „Ich hab’s gesehen, hab’s ausprobiert und es hat mir von Anfang an unglaublich Spaß gemacht.“ Philipp brachte das Gefühl fürs Brett und die Begeisterung mit, sein Vater Günter steuerte ein nicht ganz unwesentliches Asset bei: das Boot. Und so wurde aus dem Zeitvertreib schnell eine Passion und Philipp zu einem der Besten seines Fachs. Auch morgen zählt er zum engsten Favoritenkreis, ein Platz auf dem Stockerl scheint wie für ihn reserviert. Von Druck jedoch keine Spur, mit der üblichen Sportlerrhetorik weiß ein Wakeboarder ohnehin nicht viel anzufangen: Der Spaß steht auch im Wettkampf im Vordergrund, die Mitstreiter sind mehr Freunde denn Kontrahenten: „Es geht in erster Linie nicht darum, jemanden zu besiegen, sondern sich gegenseitig zu pushen.“

Eindruck schinden

Nichtsdestotrotz will man bei den Schiedsrichtern im wahrsten Sinne des Wortes Eindruck schinden, es zählen Höhe, Ausführung und Style. Besonders Letzteres erhebt den Könner vom Möchtegern, auch Hofer outet sich als Freund der Ästhetik: „Für mich ist der Stil das Wichtigste. Es soll locker-leicht und lässig aussehen und nicht nach Gewürge.“

Dass die Leichtigkeit des Seins auf schwerer Arbeit fußt, ist eine Logik, der sich auch die Kielwasserreiter nicht entziehen können. Beim Einstudieren neuer Tricks und Sprünge lernt man erst einmal das Scheitern, umso schöner, wenn’s dann endlich klappt. Dennoch legt der 20-Jährige Wert darauf, dass Wakeboarden ein Sport für jedermann ist: „Wer nicht gerade ein kompletter Bewegungslegastheniker ist, lernt’s relativ rasch.“

Die Wakeaholics

Entwicklungshilfe will auch der von Hofer junior und senior gemeinsam mit Gleichgesinnten aus der Taufe gehobene Verein „Wakeaholics“ leisten: „Wer interessiert ist, ist bei uns immer herzlich willkommen.“

Eine Politik der offenen Tür ist dieser Tage auch im Hause Hofer Programm, gleich mehrere Boarder aus Innerösterreich werden während der Staatsmeisterschaft beherbergt. Ein schlechtes Gewissen seinen Eltern gegenüber braucht ihn deshalb nicht zu plagen: „Meiner Mum und meinem Dad taugt das!“ Dabei sind sie nicht nur als gute Gastgeber gefordert, sondern auch voll in die Organisation des Events eingebunden: „Wir machen die Sache zu viert. Ich, mein Freund Marko und meine Eltern.“ Der Aufwand ist enorm, den 45 Teilnehmern will man auch heuer wieder ein umfassendes Wohlfühlpaket schnüren. Ein genormtes Tourboot wurde eigens aus Ober­österreich angekarrt, Unterkünfte organisiert, zudem soll auch abseits des Wassers allerhand geboten sein. Der gemeine ­Wakeboarder zählt schließlich zur Gattung der Partytiger und will dementsprechend unterhalten werden.

Ein Benefit muss Hofer allerdings nicht aus dem Hut zaubern, weil schon vorhanden: „Die Location im und ums Harder Binnenbecken ist einmalig. Das Wasser ist meist spiegelglatt, der Wettkampf für die Zuschauer perfekt einsehbar.“ Diese sollen in Massen strömen, das Spektakel ist garantiert, Spätsommerwetter zumindest angekündigt. Besonders den Judges, ergo Schiedsrichtern, möchte Hofer Kälte und Nässe ersparen: „Sie sollen ja nicht krank werden.“ Mitleid mit den Schiedsrichtern – auch das unterscheidet Wakeboarding von anderen Sportarten.

Mögen die Bedingungen in Hard auch noch so gut sein, das El dorado der Sportart liegt im sonnigen Florida, genauer in Orlando. Es überrascht nicht, dass sich auch der ohnehin kosmopolitisch eingestellte Hofer mit einem längeren Aufenthalt im Sunshine State anfreunden könnte. Die perfekte Kombination hat sich der IWW-Student schon ausgeguckt: „Ein Auslandssemester in Florida, das wär’s!“

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