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Austria Lustenau zu grün für Sturm Graz

Lustenau verliert vor 5200 Zuschauern 0:4 gegen Sturm Graz und Galvão mit einer Roten Karte. Die Austria lässt in dem Spiel sämtliche Cup-Tugenden vermissen.

Hannes Mayer

Wal Fall geht mit einem „heute nicht“ an den wartenden Journalisten vorbei, Christopher Knett wirft wutentbrannt seine Handschuhe auf den Boden. Einige Meter weiter schüttelt Helgi Kolvidsson den Kopf. Gerade eben hat Schiedsrichter Heiss die Partie beendet – es war ein Spiel, in dem die Lustenauer letztlich völlig enttäuschten.

Wie vermutet entscheidet sich Trainer Helgi Kolvidsson dafür, Galvão und Schreter auf der linken Seite, Bolter und Pürcher als Doppelsechs sowie Fall im offensiven Mittelfeld zu bringen. Der Plan ist, dass die Lustenauer mutig nach vorne spielen wollen. Doch wirklichen Zugriff bekommen die Grün-Weißen nie. In der Zentrale üben sie von Anpfiff an zu wenig Druck auf die Grazer aus, die so sofort Lust am Spiel entwickeln. Der Respekt bei den Grün-Weißen ist viel zu groß. Wohl auch deshalb, weil bei ihnen sechs Spieler in der Startelf stehen, die aus der Regionalliga kommen. Wobei es mit Jailson und Sakic zunächst just zwei solche ehemaliger Regionalliga-Spieler sind, die durchaus Mut entwickeln und Sturm Graz mit ihren Vorstößen teilweise vor erhebliche Probleme stellen.

Wie in der sechsten Minute, als Jailson seinen Hintermann mit einem klugen Pass einsetzt und der in der Mitte keinen Abnehmer findet. Aber: Einen wirklichen Cup-Fight liefern die Grün-Weißen nicht ab. Sturm übernimmt rasch die Spielkontrolle und wirkt sehr souverän. In der 20. Minute haben sie zudem das Glück, dass ihnen der Schiedsrichter einen Freistoß gewährt, obwohl Kobleder eigentlich unterbaut worden war. Offenbacher schlägt eine Freistoßflanke in den Strafraum, unter die Sakic durchspringt und auch kein anderer Spieler mehr ran kommt – Torhüter Knett muss machtlos zusehen, wie der Ball im langen Eck einschlägt. Einen solchen frühen Rückstand wollte die Austria unter allen Umständen verhindern.

Nur Stückwerk

Das Tor schockt die Grün-Weißen erst, rüttelt sie dann aber auch wach. Lustenau bietet Sturm für den Rest der ersten Halbzeit einen offenen Schlagabtausch. Immer noch sind es vor allem Sakic und Jailson, die Tempo ins Spiel der Gastgeber bringen. Auch Wal Fall vermag in der Offensive durchaus Akzente zu setzen. Aber weil die Gastgeber nicht kompakt gegen den Ball arbeiten, strahlen sie in der Defensive nie die Sicherheit aus, um Graz als Mannschaft zu beeindrucken. Was die Grün-Weißen abliefern, ist bloßes Stückwerk.

Und so nimmt in der zweiten Halbzeit alles sein Lauf. In der 56. Minute ringt Galvão als letzter Mann Sturms Wolf nieder und kassiert dafür Rot. Der anschließende Freistoß landet auf die gleiche Art und Weise im Tor wie das 0:1. Es ist die Entscheidung. Auch, weil vielen Lustenauern spätestens jetzt anzumerken ist, dass sie müde sind. Und weil Fall innert 60 Sekunden gleich drei Großchancen ungenützt lässt.

In den Schlussminuten werden die Lustenauer noch zwei Mal eiskalt ausgekontert und somit bitterböse für ihre naive Spielweise bestraft. Lustenau war eben einfach zu grün für Bundesligist Sturm Graz.

Spielfilm

6. Minute: Jailson bricht auf der rechten Seite durch, schickt Sakic mit einem schönen Pass auf die Reise. Dieser geht bis zur Grundlinie, sein scharfer Pass wird aber abgeblockt.

20. Minute: Freistoß für Sturm von der rechten Seite. Keiner der Spieler erreicht den Ball, dieser prallt auf und landet ohne eine weitere Ballberührung zum 0:1 im langen Kreuzeck.

24. Minute: Kainz kommt zum wiederholten Mal im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Heiss zeigt aber nicht auf den Punkt, sondern dem Grazer die gelbe Karte. Patrick Wolf passt das garnicht, was er auch lautstark zum Ausdruck bringt. Das bringt ihm für Schiedsrichterkritik ebenfalls Gelb ein.

28. Minute: Lustenau wird stärker und zeigt einige gute Aktionen nach vorne. Der gute Schuss von Wal Fall streicht nur knapp am Tor vorbei.

49. Minute: Mit ihrem ersten Angriff in der zweiten Hälfte holen die Grazer einen Eckball heraus. Der Kopfball von Beichler geht aber direkt in die Arme von Knett.

52. Minute: Jailson setzt sich auf rechts erneut gut durch und holt einen Freistoß an der Strafraumgrenze nahe der Grundlinie heraus. Schreter versucht es direkt und Pliquett muss eine gute Parade zeiten, um den Ausgleich zu verhindern.

56. Minute: Wolf ist halbrechts durch, wird aber von Lucas kurz vor dem Strafraum umgerissen. Der Schiedsrichter entscheidet auf Freistoß und zeigt Lucas als letztem Mann glatt Rot.

57. Minute: Freistoß nach der roten Karte. Wieder fällt der Ball ohne weitere Berührung ins Tor. 0:2.

67. Minute: Sturm macht weiter Druck und die Austria bringt den Ball nicht weg. Ein abgewehrter Schuss fällt Beichler vor die Füße, dieser schießt aber völlig unbedrängt übers Tor.

70. Minute: Nach einem Freistoß von rechts kommt Fall gut zum Kopfball. Diesen lenkt Pliquett aber gerade noch am kurzen Eck vorbei neben das Tor.

71. Minute: Riesenchance für Lustenau! Nach dem Eckball kommt es zum Gestocher vor dem Tor der Gäste. Ball hat aus kurzer Distanz zwei Mal die Chance, knallt den Ball aber schlussendlich drüber.

79. Minute: Rollende Angriffe von Sturm Graz. Nach einer vergebenen Riesenchance bekommt Hadzic am Strafraum den Ball, spaziert durch die grünen Reihen und schiebt den Ball zum 0:3 ins Tor.

90. Minute: Pass in die Tiefe auf Florian Kainz. Der lässt sich diese Chance nicht entgehen und setzt den Schlusspunkt zum 0:4 Endstand.

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