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Drei Fragen zu Schumacher

Heute vor einer Woche hatte Michael Schumacher (45) seinen schweren Skiunfall. Seither liegt er im Koma. Drei offene Fragen mit vagen Antworten.

GERALD POTOTSCHNIG

1.Gibt es neue Erkenntnisse zum fatalen Sturz von Michael Schumacher? Was ist der letzte Stand der Ermittlungen? Stimmt es, dass „Schumi“ mit einer Helm-kamera seinen eigenen Unfall gefilmt hat?

ANTWORT: Die Staatsanwaltschaft von Albertville hat bereits letzten Montag, etwa 30 Stunden nach dem Unfall, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ergebnisse wurden bislang keine mitgeteilt. Fakten, die heute dennoch als bestätigt gelten: Schumacher ist zwischen zwei gesicherter Pisten, im mit Felsbrocken übersäten Tiefschnee, gestürzt. Es hatte aber 20 Zentimeter Neuschnee, der zahlreiche Felsstücke „verschwinden“ hat lassen. Sein Helm ist beim Aufprall in zwei Stücke zerbrochen. Und Schumacher hatte eine kleine Helmkamera montiert. Diese wurde von der Familie den Ermittlern auf deren Ersuchen übergeben. Ob „Schumi“ seinen eigenen Sturz gefilmt hat, ist derzeit noch nicht bekannt.

Im Widerspruch stehen die Aussagen, wie schnell Schumacher gefahren sein könnte. „Nicht allzu schnell“, sagt Managerin Sabine Kehm. Während der das Ärzte-Team anführende Jean-François Payen von „erheblicher kinetischer Energie beim Aufprall“ spricht.

2.Gestern wurde berichtet, dass Michael Schumacher bereits außer Lebensgefahr sei. Stimmt das? Was sagt das neueste medizinische Kommuniqué zum Gesundheitszustand von Schumacher?

ANTWORT: Für Aufregung hat gestern Philippe Streiff (58), seit einem Formel-1-Unfall Ende der 80er-Jahre selbst an den Rollstuhl gefesselt, nach einem Besuch in der Klinik gesorgt. Streiff berief sich in Interviews auf den noch am Unfalltag nach Grenoble geeilten Schumacher-Vertrauensarzt Gérard Saillant. „Er hat mir gesagt, dass der Zustand zwar weiter ernst ist, aber keine Lebensgefahr mehr besteht.“ Behandelnde Ärzte sind seit Dienstag, 11 Uhr, nicht mehr vor die Presse getreten. Von Managerin Sabine Kehm gab es gestern, nach drei Tagen, wieder eine kurze Stellungnahme: Michael Schumacher befinde sich „unverändert in einem kritischen, aber stabilen Zustand“. Schumacher liegt nach wie vor in einem künstlichen Koma. „Jegliche Information über den Gesundheitszustand, die nicht von den behandelnden Ärzten oder vom Management stammt, ist nicht valide und reine Spekulation“, sagte Kehm.

3.Was bedeutet die Diagnose wirklich? Zu welchen Komplikationen, zu welchen Folgeschäden könnte es kommen? Was bedroht Schumachers Leben?

ANTWORT: Während die behandelnden Ärzte im Traumazentrum des „Centre Hospitalier Universitaire“ in Grenoble mit Details sehr behutsam umgehen, geben Mediziner aus halb Europa Einschätzungen und Ferndiagnosen ab. Bestätigtes gibt es deshalb kaum. Laut CT-Bilder (Computertomografie) hat Michael Schumacher offenbar die schlimmstmögliche Form eines Schädel-Hirn-Traumas: Prellungen, Blutergüsse in beiden Gehirnhälften. Weil eine Blutansammlung im Schädel nicht abfließen kann, steigt der Hirndruck, die Versorgung mit Sauerstoff wird schlechter, Nervenzellen sterben ab.

In zwei Operationen wurde dieser Druck entlastet. Künstliches Koma und abgesenkte Körpertemperatur entlasten Organismus und damit auch das Gehirn. Als besonders kritisch bezeichnen die Neurochirurgen die ersten drei bis fünf Tage nach dem Unfall, in dieser Zeit könne der Hirndruck neuerlich ansteigen. Auch jeder Tag im Koma und mit künstlicher Beatmung kann zu Komplikationen, wie etwa einer Lungenentzündung, führen.

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