Ein Produkt vieler Hände

Das Hallenmasters Wolfurt schreibt dieses Jahr ein weiteres Kapitel seiner Erfolgsstory. Viele tragen mit ihrer Arbeit im Hintergrund dazu bei.

Emanuel Walser

Was bringt erwachsene Menschen dazu, bei oft unwirtlichen Witterungsbedingen stundenlang Schlange zu stehen? Ganz einfach: Die Aussicht auf eine der 286 Sitzplatzkarten beim Hallenmasters in Wolfurt. Angesichts des Massenansturms zeichnet sich schon jetzt ab, dass das Masters 2013/14 alle Rekorde brechen wird. Noch mehr Teams, noch mehr Zuschauer, noch mehr Umsatz in der Gastronomie. Doch was macht die Faszination des Hallenspektakels aus? Der Schweißgeruch in der Hofsteighalle? Das teils toxische Binnenklima im gut frequentierten Raucherzelt?

Spricht man mit Zuschauern, Organistoren und freiwilligen Helfern, ist die Essenz des Erfolgsrezept rasch herausgefiltert: Das Masters ist ein gelungener Mix aus kurzweiligem Sportvergnügen und gesellschaftlichem Ereignis. Oder anders formuliert: Das Hallenmasters ist das Familientreffen des Vorarlberger Amateurfußballs. Die Atmosphäre ist freundlich, ja fast schon gemütlich, und mag es auf dem Parkett mitunter auch recht hart zu Sache gehen, spätestens beim gemeinsamen Bierchen in der Bar findet der Kampf um jeden Ball sein Ende. So entspannt die Atmosphäre in der Hofsteighalle auch sein mag, so hart wird im Hintergrund gearbeitet. Christine Stark, die Chefin der Gastronomie, weiß davon ein Liedchen zu trällern. Seit mittlerweile 13 Jahren ist sie mit von der Partie, organisiert den Einkauf, teilt die 150 Helferschichten ein und steht zu guter Letzt selbst noch rund um die Uhr in der Kantine. Erholsame Festtage sehen zweifellos anders aus: „Seit Weihnachten hatte ich gerade einmal zwei Tage frei. Ansonsten komme ich oft als Erste und gehe als Letzte.“ Anstrengend ist das immer, eine Qual aber nie: „Zum einen reizt mich die Herausvorderung jedes Jahr aufs Neue. Zum anderen kommt unheimlich viel von den Menschen zurück. Am Schönsten ist aber, dass die Zusammenarbeit mit den vielen tollen Helfern so reibungslos klappt.“

Eine Tonne Pommes

Manpower ist zweifellos von Nöten, schließlich wollen Unmengen an Material so schnell wie möglich an Mann und die Frau gebracht werden. Die nackten Zahlen sind respekteinflössend: So wird etwa eine knappe Tonne Pommes Frites während des Masters ihrer Bestimmung, also der Fritteuse, zugeführt. Diese landen dann meist mit einigen der in Summe über 700 Kilogramm an Chicken Nuggets auf dem Teller.

Da trifft es sich gut, wenn Helfer wie Marco zur Hand gehen. Sechs Schichten hat er in den letzten Tagen in der Hofsteighalle abgeleistet, meist hinter der Theke oder einfach dort, wo akut Not am Mann war. Für das Mitglied des FC Wolfurt eine Selbstverständlichkeit: „Mich hat ja niemand dazu gezwungen. In einem Verein wird ein­ander geholfen.“

Die größte Belohnung ist der Dank der zufriedenen Kundschaft und die Gewissheit, dass sie alle nächstes Jahr wieder kommen werden. Das weiß auch Marketingchef Peter Meusburger: „Wir sind längst zu einer Marke geworden. Die kleine Halle, die einzigartige Atmosphäre, die gesellschaftliche Komponente – der Mix passt einfach.“

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