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Eishockey made im Rheintal

Der Dornbirner EC präsentierte vergangene Woche das Vereinsmagazin „Eishockey passiert“. Der Aufmacher im sehr abwechslungsreichen Magazin ist eine Geschichte über die Rheintaler-Eishockeyspieler Raphael Herbuger, Martin Ulmer und Ramon Untersander. Die NEUE durfte diese nun abdrucken.

MANFRED GORT/CDM

Unti“, wie Ramon Untersander von seinen Teamkameraden gerufen wird, hat mit 14 Jahren seinen Heimverein Widnau im schweizerischen Rheintal verlassen und kam über Davos nach Biel. Oder Bienne, wie die zweisprachige Stadt auf Französisch heißt. Er bestreitet schon seine zweite Saison bei den „Seeländern“ im Schweizer Kanton Bern, circa 40 Kilometer von der Hauptstadt am gleichnamigen See gelegen. Im Sommer sehr schön, im Winter sehr nebelig – keine Sonne, kein Schnee und keine traumhafte Bergkulisse wie im mondänen Davos, wo der Verteidiger seine Profikarriere begonnen hat. Beim EHC Biel hat sich Untersander wieder zurückgekämpft in die erste Verteidigung, nachdem ihn zu Saisonbeginn Krankheit (Salmonellen) und zuletzt Verletzung (Innenband) zurückgeworfen hatten. Hier möchte er sich etablieren und als Spieler einen Schritt nach vorne machen. In Davos – dem Rekordmeister in der Schweiz – war die Luft für einen jungen Spieler schon sehr dünn, nicht nur wegen der Höhenlage (1600 Meter über dem Meer). Während in Biel die Play-off-Qualifikation das große Ziel ist, denkt man beim Schweizer Rekordmeister im Bündnerland nicht einmal darüber nach – da gilt es als selbstverständlich und ist praktisch Pflicht.

Zwei Dornbirner in Biel

Dies bestätigen auch die zwei Ur-Dornbirner Raphael Herburger, der diesen Sommer vom Meister KAC nach Biel gewechselt, ist und Martin Ulmer, der letzte Saison schon über den Umweg Nationalliga B zum Verein stieß. Derzeit liegt das Team auf einem Nicht-Play-off-Platz in der Liga, kämpft aber noch um den Anschluss an die Top-Acht. Was nicht so einfach ist, wie Raphael betont. Es wurden einige Punkte liegen gelassen, oft knapp und auswärts. Und da in der Schweiz auch der sportliche Abstieg möglich ist, wollen die Bieler das Playout (der Teams vom neunten bis zum zwölften. Platz) unbedingt vermeiden. „Wir wissen, wer unten ist, hat es extrem schwer. Da geht es um alles“, erklärt Herburger, der in Biel die Rückennummer 89 trägt. Ulmer ergänzt, dass in der Schweiz die Dichte an guten Teams extrem hoch sei. Biel habe zudem das kleinste Budget der ersten Liga und müsse meist auf jüngere Spieler aus der Nati B (zweite Liga) zurückgreifen.

Der EHC Biel gilt in der Schweiz zwar als kleiner Klub, kann aber in seiner Geschichte (gegründet 1939) auf drei Meistertitel (zwischen 1977 und 1983) verweisen und dürfte in Vorarlberg zumindest den älteren VEU-Fans aus früheren Europacup-Duellen ein Begriff sein. Danach folgte ein sportliches Zwischentief. Der Klub musste nach finanziellen Problemen 1995 in die B-Liga absteigen und kam erst 2008 wieder in die höchste Spielklasse zurück. Nun will er sich dort wieder etablieren.

Neues Stadion

Dazu benötigt es auch die entsprechende Infrastruktur. So ist das Megaprojekt „Stade de Bienne“ bereits in Bau und soll 2015 den Spielbetrieb aufnehmen. Die moderne Sportstätte soll neben einem Eisstadion, das 7000 Zuschauern Platz bietet, noch – und das ist einzigartig in der Schweiz – ein Fußballstadion (für den FC Biel) sowie eine Curling-Halle beherbergen. Außerdem sieht es eine Mantelnutzung (mit Businesszone für ein Einkaufszentrum und weiteren Wirtschafts- und Gastronomiebetrieben) in einem Baukörper vor. Das bescheidene Investment beläuft sich auf umgerechnet rund 163 Millionen Euro.

In so einem Umfeld kann der EHC Biel konkurrenzfähig bleiben und weiter wachsen. Den Start ins neue Zeitalter würden auch die drei Rheintaler gerne mitmachen. Martin Ulmer und Raphael Herburger haben noch zwei Jahre Vertrag beim Klub. Ulmer, der früher in der Erste Bank Eishockey Liga bei Salzburg und in Wien bei den Capitals gespielt hat, kam über die B-Klubs Lausanne und Martigny vergangene Saison nach Biel. Er kommt meist in der dritten oder vierten Linie zum Einsatz, zur Zeit gehört er aber auch der ersten Powerplay-Formation an. „Im Team herrscht ein sehr großer Konkurrenzkampf, wir haben 15, 16 Stürmer. Da ist es nicht so einfach“, betont Ulmer. Trotzdem gefällt es ihm in Biel sehr gut. Natürlich würde er auch gerne noch in der neuen Halle für sein Team auflaufen.

Auch Herburger fühlt sich bei den Seeländern sehr gut aufgenommen, zumal mit ihm und Ulmer zwei waschechte Dornbirner zusammenspielen. Sportlich hatte Herburger nach einem guten Start einen kleinen Durchhänger, doch nun läuft es wieder. Es herrsche ein toller Teamgeist und die Mannschaft halte zusammen. Obwohl er vom österreichischen Meister zu einem Schweizer Underdog gekommen ist, sieht Herburger einen großen Niveauunterschied zwischen den Ligen. Speziell vom Eisläuferischen sei die NLA eine Stufe höher zu stellen. „Das Tempo ist höher, es geht alles viel schneller. Jeder Pass muss schneller gespielt werden, die Zweikämpfe sind härter“, schwärmt Herburger und ergänzt, „die EBEL ist nicht schlecht, aber im Prinzip hat man viel mehr Zeit. Beim KAC hatte ich immer die Möglichkeit viel zu spielen, was natürlich gut fürs Selbstvertrauen ist. Hier ist es nicht so leicht, aber ich will mich reinkämpfen und mich durchbeißen.“ Herburger will sich in der Schweiz einen Namen machen und einfach gut spielen, das ist sein vorrangiges Ziel.

Herburger in Sotschi

Für beide Cracks wäre es ein Traum, bei den Olympischen Spielen für das österreichische Nationalteam aufzulaufen. Doch während es Herburger in den 25-Mann-Kader geschafft hat, muss Ulmer zuschauen und seinem Bruder Stefan die Daumen drücken. Der Lugano-Verteidiger wird ebenfalls nach Sotschi fahren.

Herburger, Ulmer und Untersander sind öfters im heimatlichen Rheintal anzutreffen. Die Anreise ist ja nicht so weit. Während Untersander aber eher nur seine Familie in Widnau besucht, sind Ulmer und Herburger auch ab und zu im Messestadion anzutreffen. Jedenfalls wenn es ihr enger Spiel- und Zeitplan zulässt. Herburger hat heuer schon zwei Spiele der Bulldogs besucht.

Auch Ulmer findet es super, dass Dornbirn jetzt etwas für die höchste Spielklasse aufbaut. „Ich glaube, jeder Dornbirner würde sehr gerne auch noch einmal in Dornbirn spielen“, findet er Gefallen am Gedanken einer späteren Rückkehr. Natürlich müsste für ihn auch alles drum herum passen. Aber das, was bisher in seiner Heimat aufgebaut wurde, gefällt ihm richtig gut. Und er ergänzt: „Und wenn dann vielleicht noch insgesamt in der Liga die Legionäre ein wenig zurückgehen, wäre es sehr positiv für das österreichische Eishockey generell.“

EISHOCKEY PASSIERT

Die Eishockeyregion Rheintal steht im Fokus des neu geschaffenen Magazins „Eishockey passiert“, das zwei- bis dreimal in der Saison kostenlos aufgelegt wird. In der ersten Ausgabe: u.a.der Ausbildungsverein DEC, Niki Petrik auf Twitter, Doppelinterview MacQueen/Alfredsson. Produziert wird das Magazin des Dornbirner Eishockey Clubs von der Agentur cd mediateam und ist bei den Heimspielen des DEC, in Gastronomie und Handel der Region sowie online
unter www.eishockeypassiert.at erhältlich.

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