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interview

„Die Entscheidung ist lange gereift“

Altachs Daniel Krenn hat mit 21 Jahren seine Profikarriere beendet und den Vertrag mit den Rheindörflern aufgelöst. Zukünftig will er sich anderen Zielen widmen.

Sie haben sich dazu entschlossen, den Vertrag mit Altach aufzulösen und ihre Profikarriere zu beenden. Ein sehr ungewöhnlicher Schritt für einen jungen Spieler. Was hat Sie dazu bewogen?

Daniel Krenn: Der Entscheidung ging ein langer Reifeprozess voraus, ich habe sie mir nicht einfach gemacht. Schon zu meiner Zeit in Salzburg habe ich angefangen, mir über Optionen abseits einer Karriere als Fußballprofi Gedanken zu machen. Damals habe ich unter Peter Hyballa erst jedes Spiel gemacht, dann kam ein neuer Trainer und ich stand von einem Tag auf den anderen auf dem Abstellgleis. Zwar habe ich mich wieder zurückgekämpft und bin mit Liefering in die Erste Liga aufgestiegen, doch dort wurde nicht mehr mit mir geplant. So brutal es klingt: Ich war ihnen schon zu alt. Letztendlich gehört das zum Profigeschäft dazu, doch ein jeder geht eben anders mit solchen Tiefschlägen um. In Altach wollte ich dann noch einmal voll angreifen, doch mit der Zeit habe ich mich gedanklich immer mehr vom Profifußball verabschiedet. Am Ende wußte ich einfach nicht mehr, wozu ich eigentlich noch jeden Tag trainieren soll.

Sie hatten ja noch einen gültigen Vertrag bis Sommer. Wieso haben Sie sich nicht bis dahin Zeit gelassen?

Krenn: Nachdem ich für mich die Entscheidung getroffen habe, wollte ich eine schnelle und faire Lösung. Nur irgendwie das Fühjahr rumzukriegen kam für mich nicht in Frage. Das hätte weder mir noch dem Verein etwas gebracht. Altach hat schließlich große Ziele und will in die Bundesliga aufsteigen. Das geht nur, wenn alle voll mitziehen.

Wie hat Trainer Damir Canadi auf ihre Entscheidung reagiert?

Krenn: Einerseits war er überrascht, andererseits hat er meinen Entschluss aber auch voll und ganz akzeptiert. Zudem war er froh, dass ich es ihm so früh mitgeteilt habe. Die Transferperiode geht ja noch bis 31. Jänner und so bleibt dem Klub genügend Zeit, sich eventuell nach einem Ersatz umzuschauen.

Haben Sie vielleicht auch ein wenig den Spaß am Fußball verloren?

Krenn: Nein, überhaupt nicht. Egal ob in Salzburg oder in Altach – gekickt habe ich immer wahnsinnig gerne und tue es noch. Ich werde meine Fußballschuhe auch zukünftig nicht an den Nagel hängen, sondern will auf Amateurbasis weiterspielen.

Wie sieht ihre mittelfristige persönliche Zukunft aus, haben Sie schon konkrete Pläne?

Krenn: Ich werde nach Graz ziehen und dort entweder ein Studium beginnen oder die Polizeischule machen. Ich möchte jedenfalls alsbald ins Berufsleben starten. Nebenher will ich natürlich auch weiterhin Fußball spielen. Ob ich allerdings in der Regionalliga Mitte spielen werde, ist fraglich. Vom Gefühl her wäre mir eine Etage tiefer fast lieber. Denn Priorität hat ganz klar die Ausbildung.

Sie haben in ihrer kurzen Profikarriere so einiges erlebt. Was nehmen Sie für sich persönlich aus dieser Zeit mit?

Krenn: Viel! Bereut hab ich es nie, auch in Salzburg war ich eigentlich immer glücklich. Ich denke, dass ich mir durch meinen Weg nichts verbaut habe. Im Fußball lernst du, als Mensch schnell zu reifen. Davon kann man auch in anderen Bereichen nur profitieren.

Interview: Emanuel Walser

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