Kirchgasser drückt nicht mehr der Schuh

Kirchgasser wurde bei der Superkombi in Zauchensee Zweite. Hosp verspielte Sieg. Heute Abend steht der Nachtslalom in Flachau an.

Vor 2508 Tagen, am 2. März 2007, haben Österreichs Damen den letzten Weltcupsieg in der Superkombi gefeiert. In Zauchensee fehlten nur 0,32 Sekunden, um diese Durststrecke zu beenden. Am Ende gewann Marie-Michele Gagnon und sorgte für den ersten kanadischen Sieg in der Kombination seit über 30 Jahren. Als beste Österreicherin wurde Michaela Kirchgasser Zweite. Die Salzburgerin lag nach dem Super-G noch auf Platz 20 und war nach ihrem Slalom mehr als skeptisch: „Nur eine halbe Sekunde Vorsprung auf eine Speed-Spezialistin reichen sicher nicht für einen Spitzenplatz.“

Umso mehr strahlte die 28-Jährige dann: „Davon habe ich nicht einmal geträumt.“ Für sie war es das zweite Spitzenresultat nach sechs Ausfällen. „Der Tiefpunkt war der Riesentorlauf in Lienz. Danach war mir klar, so kann es nicht weitergehen“, berichtet Kirchgasser, „ich habe die Ski für fünf Tage ins Eck gestellt, und kein Wort über Skifahren gesprochen.“

Der Schuh war’s

In der Silvesternacht ist sie in sich gegangen, „habe das Jahr 2013 aus meinem Kopf gelöscht und mir 2014 einen Neubeginn vorgenommen“. Nur im Kopf passierte der nicht: „Gemeinsam mit der Firma haben wir am Schuh etwas verändert. Nur eine Kleinigkeit und zu kompliziert zum Erklären. Aber jetzt passt es. Der Schuh ist oft das noch heiklere Thema als der Ski.“ Die neue Kirchgasser sieht nun auch optimistisch Richtung Olympia: „Ich wollte dort in Slalom, Riesentorlauf und Superkombi antreten. Jetzt ist das wieder realistisch.“

Realistisch war auch der Erfolg für Niki Hosp in der Superkombi. Nach dem Super-G führte die Tirolerin, ging mit 1,37 Sekunden Vorsprung auf Gagnon in den Slalom. Doch gerade in ihrer einstigen Paradedisziplin verlor sie fast zwei Sekunden: „Viele Spuren in der Piste machten es schon sehr schwierig. Entscheidend war aber, dass ich keinen Zug auf die Ski bekommen habe.“

Nachtslalom in Flachau

Lange Zeit, die Wunden zu lecken, bleibt der Tirolerin allerdings nicht. Schon heute steht der Nachtslalom in Flachau an. Dabei geht es für Hosp, wie auch für Kathrin Zettel und Carmen Thalmann, um mehr als nur um Weltcup-Punkte. Dieses Trio kämpft um den letzten noch freien Olympia-Startplatz. Auch wenn die ÖSV-Mannschaftsführung das nicht so sieht. „Im Team wird nicht über Olympia oder eine Nominierung geredet, auch unter den Damen nicht“, sagt ÖSV-Technikchef Stefan Bürgler, „wieso auch, jede stellt sich durch ihre Leistungen selbst auf.“ Das taten Marlies und Bernadette Schild sowie Michaela Kirchgasser schon.

Favoritin ist heute Mikaela Shiffrin, die im Vorjahr siegte, und auch den Torlauf in Bormio gewann. Auf den Heimvorteil setzen die Schild-Schwestern. Marlies stand bei ihrem Heimrennen schon zwei Mal ganz oben auf dem Podest: „Ich werde alles versuchen, um wieder ganz oben auf dem Stockerl zu stehen.“

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