Sohn Benni hat schon Pläne

Wolfgang Loitzl (34) springt dieses Wochenende in Zakopane um sein Olympia-Ticket.

Wolfgang Loitzl ist im Skisprung-Zirkus ein gern gesehener Mann. Erstens, weil die Worte des Routiniers Gewicht haben. Zweitens, weil dem Steirer nur selten Böses über die Lippen kommt. Und drittens, weil der 34-Jährige auch im Erfolg stets bescheiden bleibt. Auch, wenn der Erfolg in dieser Saison bis dato noch auf sich warten lässt.

Eine Tatsache, die ihn – no na – wurmt. Trotzdem hat Loitzl nach wie vor gute Aussichten auf eines der heiß begehrten Olympiatickets. Insgesamt schickt der ÖSV fünf Springer. Gregor Schlierenzauer und Thomas Diethart sind fix dabei, hinter Thomas Morgenstern steht ein Fragezeichen. Somit rittert sich der Steirer (derzeit 21. und damit viertbester Österreicher im Gesamtweltcup) mit den Youngsters Michael Hayböck (23.) und Stefan Kraft (27.) um die letzten Plätze.

Nur kein zweites Turin

Die beiden Weltcups in Zakopane (heute Team, morgen Einzel) gelten als letzte Möglichkeit, um bei Cheftrainer Alex Pointner einen überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. „Ich werde es nicht mit der Brechstange versuchen, will locker, frei und voller Vertrauen in die Bewerbe gehen“, sagt Loitzl, für den Sotschi definitiv die letzten Spiele wären. Aber: „Turin, wo ich als Ersatzmann nie zum Einsatz kam, sollte sich nicht wiederholen.“

Was für den „Wuff“ spricht, ist seine Erfahrung. „Großereignisse haben eigene Gesetze, das ist mental etwas anderes als der Weltcup. Meine Routine und Erfolge könnten da vielleicht ausschlaggebend sein. Aber ich kann es auch akzeptieren, wenn andere besser sind. Das war früher nicht so.“

Fix ist, dass Loitzl („Früher oder später ziehen die Jungen an einem vorbei“) spätestens nach 2015 („Die WM in Falun nehme ich wahrscheinlich noch mit“) einen Schlussstrich zieht. „Mein achtjähriger Sohn Benni, der bereits über 15-m-Schanzen hüpft, hat schon gesagt, dass ich aufhören soll, damit ich ihn, so wie einst mein Vater mich, trainieren kann“, sagt der Ex-Weltmeister und lacht.

Alexander Tagger

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