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Ein klarer Fall für Schubladen-Denker

Daniela Iraschko-Stolz ist Skispringerin, aber keine Vorzeige-Lesbe.

Ganz einfach ist die Situation für Daniela Iraschko-Stolz im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi nicht. Je näher die Spiele in einem Land rücken, in dem es ein Anti-Homosexuellen-Gesetz gibt, desto mehr gerät die Eisenerzer Skispringerin, die lesbisch ist, in den Fokus der Medien. Die meisten der Interviewanfragen zum Thema Homosexualität und Olympia lehnt ihr Manager, wie er in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ verriet, aber ab.

Zu heikel sei das Thema und Daniela Iraschko, die sich nach einer schweren Knieverletzung gerade erst wieder zurückgekämpft hat, hat auch nicht vor ihre Auftritte in Sotschi für irgendwelche Aktionen zu nützen, die sie selbst nicht für wirksam hält. „Natürlich finde ich das russische Gesetz auch nicht toll, aber ich finde vieles auf dieser Welt nicht so toll“, sagte die 29-Jährige im vergangenen Herbst einmal. Iraschko will als Athletin zu Olympia, nicht als Vorzeige-Lesbe. Dass die Hochzeit mit ihrer Freundin Isabel im vergangenen August mit dem Entfachen der Homosexuellen-Diskussion zusammenfiel, war Iraschko deshalb auch nicht so recht. „Wenn ich gewusst hätte, dass das mit Russ­land so eine große Geschichte wird, dann hätten wir die Hochzeit früher gemacht“, zitiert die „Süddeutsche“ jene Dame, die man getrost als Pionierin des Frauen-Skisprungs bezeichnen darf. Eine sympathische Frau mit wachem Geist ist die Weltmeisterin von 2011. Und sie ist ein klarer Fall für Schubladendenker, weil sie ja nicht nur Ski springt, sondern auch seit Jahren bei Wacker Innsbruck dem runden Leder nachjagt. „Da gibt es ein Mädel, das tut Fußball spielen, Skispringen und es steht auf Frauen – voll das Klischee“, sagte die Polizistin einst über sich.

Mit elf hatte sie ihre Eltern angebettelt, sie doch zum Skispringen zu lassen. Sie ließen. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Geht diese Geschichte nach Olympia zu Ende? „Nein“, sagte Iraschko in einem Interview, „seit zwei Jahren habe ich das Leben, das ich immer haben wollte. Ich kann Profi-Skispringerin sein und endlich davon leben. Ich wäre blöd, wenn ich nach Olympia aufhören würde.

Thomas Plauder

ZUR PERSON

Daniela Irschako-Stolz wurde am 21. November 1983 in Eisenerz geboren und ist seit August 2013 mit Isabel verheiratet.

Karriere: Seit 1995 ist Iraschko Skispringerin. Sie gewann 46 Kontinentalcup-Springen und feierte drei Weltcupsiege. 2011 wurde sie in Oslo Weltmeisterin.

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