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Zwei Kämpfer wie Bonnie und Clyde

Desirée Klinger (20) und Laurin Böhler (19) sind die hoffnungsvollsten Nachwuchs­talente des Vorarlberger Judosports. In der Junioren-Klasse sind sie bereits ganz vorne. Deshalb will das junge Paar jetzt bei den ­Österreichischen Meisterschaften bei den Großen mitmischen.

LUKAS FLEISCH

Es erinnert ein bisschen an das berüchtigte Gangster-Duo Bonnie und Clyde, wenn Desirée Klinger und Laurin Böhler die Mattenfläche ihres Dojo (japanisch für Trainingshalle) in Hohenems betreten. Sie scherzen, lachen und necken sich gegenseitig. Doch man merkt schnell, die zwei haben es faustdick hinter den Ohren. Denn die beiden Nachwuchs-Judokas des ULZ Hohenems gehören zu den hoffnungsvollsten Talenten des Vorarlberger Judosports. „Wenn das Training beginnt, haben wir nicht mehr uns, sondern nur noch Judo im Kopf“, sagt der Schwarzacher Böhler und lacht. Von einer romantischen Beziehung ist während des Trainings tatsächlich wenig zu spüren. Man könnte sogar von einer gewissen Brutalität sprechen, wenn sie sich gegenseitig in die Matten hämmern. Doch es macht ihnen sichtlich Spaß. Böhler und seine Götzner Freundin arbeiten eisern für eine große Judo-Karriere. Und das höchst erfolgreich. In ihrer Altersklasse sind die beiden unangefochten an der österreichischen Spitze. Und die österreichische Judo-Szene blickt aufmerksam auf das Youngster-Paar aus dem Wilden Westen.

Medaillen sind das Ziel

Das Duo will seinem Namen nun erneut gerecht werden und seine Gegner das Fürchten lehren. Dass sie es dabei bereits mit den großen Fischen aufnehmen können, wollen Böhler und Klinger diesen Samstag bei den Österreichischen Meisterschaften der Elite-Klasse im Oberösterreichischen Gmunden zeigen. Dort tummeln sich mit Ludwig Paischer, Sabrina Filzmoser, Hilde Drexler und Co. etliche internationale Top-Athleten.

Dabei sind die Ziele klar. „Das soll nicht nur eine Talentprobe werden. Wir wollen um die Medaillen mitkämpfen“, erklärt Klinger. Und das ist ihnen durchaus zuzutrauen. Denn auf dem Kerbholz der jungen Sportler befinden sich bereits einige eindrucksvolle Ergebnisse. Als amtierender U21- und U23-Staatsmeister wird Böhler sogar schon zu den ganz großen Favoriten um den Titel in seiner Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm gehandelt. Zudem zeigte er im vergangenen Jahr mit einem siebten Platz bei den Junioren-Europameisterschaften auf. Auch Klinger hat die Chancen, ganz vorne mitzukämpfen. Denn die U20-Staatsmeisterin und Union-Europameisterin von 2012 wurde gerade rechtzeitig für die Meisterschaften wieder fit. Nach fast einem Jahr Verletzungspause aufgrund eines Kreuzbandrisses will es die 57 Kilogramm schwere Kämpferin den Altstars zeigen. „Das wird natürlich nicht einfach, aber bei solchen Kämpfen lernt man am meisten“, sagt die Athletin.

Kleines Ländle-Aufgebot

Zwar bestreitet schon fast traditionell immer nur eine Handvoll Ländle-Judokas die Österreichischen Meisterschaften, diese überzeugen jedoch stets mit starken Leistungen. So wittert Landesverbands- und Junioren-Nationaltrainer Patrick Rusch (33) auch heuer wieder die Chance: „Sowohl Laurin als auch Desirée haben das Zeug für eine Medaille. Begünstigend kommt hinzu, dass Desirées größte Rivalin, Tina Zeltner, verletzt ist und nicht antreten kann.“ Unglücklicherweise kann auch der wieder erstarkte Michael Greiter (21), das dritte heiße Eisen im Feuer des Ländle-Judo, nicht teilnehmen. Eine Lebensmittelvergiftung macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Allerdings ist in der Zukunft wieder mit ihm zu rechnen.

Große Zukunft

Rusch weiß, wovon er spricht, war er doch selbst jahrelang Teil des österreichischen Nationalteams. In dem jungen Pärchen – sie lernten sich durch ihre Leidenschaft zum Sport kennen – sieht er großes Potenzial. „Wenn sie hart trainieren und den Fokus behalten, können sie sehr weit kommen“, meint der erfahrene Coach. Dass das nicht leicht ist und viele Opfer erfordere, sei allerdings auch klar. Und insgeheim träumt er schon von der einen oder anderen Olympia-Teilnahme seiner Sportler.

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