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Nichts wird dem Zufall überlassen

Es heißt zwar Happy Days, es war aber harte Arbeit. Österreichs Segelnationalteam traf sich in Dornbirn zur Fortbildung. Alles im Zeichen von Rio 2016.

MICHAEL PROCK

Major Boothroyd, besser bekannt als Q, ist jedem ein Begriff. Den physikalischen Grenzen trotzend bastelt er aus einer Uhr oder einem Auto Multifunktionswerkzeuge, die James Bond helfen, die Welt zu retten. Klar, alles nur Fiktion. Doch auch die Realität hat ihre Qs. Österreichs Segler zum Beispiel.

Vergangenen Dienstag traf sich das österreichische Seglernationalteam zu den alljährlichen OeSV Happy Days. Erstmals nicht in Wien – die Landessportschule in Dornbirn wurde als Veranstaltungsort auserkoren. Da gegenwärtig sechs der 14 Kaderathleten aus Westösterreich stammen, werden sich Wien und Dornbirn zukünftig abwechseln. Mit Benjamin Bildstein, David Bargehr und Lukas Mähr zählt alleine das Ländle drei Nationalteammitglieder. Ein gemeinsames Abendessen am Donnerstag stellte den Abschluss der dreitägigen Fortbildung dar. Dazwischen waren die Segler fleißig: Drei Schwerpunkte standen auf dem Programm. Denn auf dem Weg zum großen Ziel, Olympia 2016 in Rio, wird nichts dem Zufall überlassen.

Nummer eins: Regelkunde. Niemand Geringerer als Mister Segelregelwerk himself, John Doerr, gab sich die Ehre. Der Chefjuror der Olympischen Spiele in London frischte das Regelfachwissen der Sportler auf und versuchte, Unklarheiten in diesem komplexen Fachgebiet zu beseitigen. Doerr war selbst ein Weltklassesegler und kennt dadurch die Sicht der Sportler. Was laut Bargehr wichtig ist, wie er lachend erklärt: „Meist ist es so: Die Sportler finden alles unfair und die Jury hat immer recht.“

Nummer zwei: Teambuilding. Mit Günter Amesberger konnte eine Korephäe der Sportpsychologie nach Dornbirn gelockt werden. Gearbeitet wurde am Verhältnis der Athleten untereinander und am Verhältnis der Trainer zum Athleten. „Immerhin verbringen wir mehr Zeit zusammen als mit unseren Freundinnen“, erklärt Mähr und grinst.

Nummer drei: Meteorologie. Auch hier galt: Wenn, dann die Besten. Die italienische Wissenschaftlerin Elena Cristofori ging mit den Seglern alle Tücken des Wetters durch. Außerdem wurden die gesammelten Daten des Jahres 2013 der Orte Santander und Rio analysiert. Santander ist dieses Jahr Schauplatz der Weltmeisterschaft, die als Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 dient. Diese werden bekanntlich in Rio ausgetragen. Und hier kommt Q ins Spiel: Denn ein französischer Experte arbeitet mittlerweile für Österreichs Segelteam. Normalerweise werkelt dieser für die französische Marine. Bei Team Österreich läuft es so: Cristofori sagt, welches Gerät sie braucht und was dieses alles Messen soll, der französische Spezialist bastelt es. Momentan arbeitet er an einem U-Boot, das die Unterwasserbegebenheiten von Rio messen soll. Q wäre begeistert.

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