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„Altach steigt auf“

Am Freitag startet die Frühjahrssaison der Erste Liga. NEUE-am-Sonntag-Experte Heinz Fuchs­bichler fasst die wichtigsten Entscheidungen der Altacher und Lustenauer aus der Winterpause zusammen und macht einen Ausblick.

Ausgangsposition: Die Altacher liegen fünf Punkte vor Kapfenberg und neun Zähler vor der Austria aus Lustenau. Natürlich bist du mit so einem Vorsprung noch lange nicht durch. Gerade in Vorarlberg weiß man das, schließlich verspielten die Lustenauer im letzten Frühjahr einen noch komfortableren Vorsprung. Aber genau dass die Altacher dieses warnende Beispiel haben, ist ein großes Plus für die Rheindörfler.

Die Austria kann prinzipiell ohne großen Druck in das Frühjahr gehen. Denn neun Punkte Rückstand ist eine Menge – und doch nicht unaufholbar, wie ja Grödig letztes Jahr bewies. Spielen sich die Grün-Weißen in einen Lauf, ist immer noch alles möglich. Die Mannschaft besitzt Qualität. Das hat sie zum Beispiel gegen Mattersburg im letzten Spiel der Herbstrunde gezeigt. Trotzdem glaube ich, dass es für die Lustenauer im Frühjahr eher darum geht, eine gute Basis für die neue Saison zu erarbeiten. Andererseits kannst du in Lustenau nie einfach nur eine Mannschaft aufbauen. Druck ist immer da. Gerade wenn Altach Erster ist.

Vorbereitung. Altach hat eine optimale Vorbereitung hinter sich. Die Testspielergebnisse waren gut, zudem absolvierte man ein Trainingslager in der Türkei. Anders als die Lustenauer im letzten Jahr haben es die Altacher verstanden, die Winterpause dafür zu nutzen, die Verträge der wichtigsten Spieler frühzeitig zu verlängern. Zudem ist es ihnen gelungen, auch mit Damir Canadi zu verlängern. Altach hat also seine Hausaufgaben gemacht. Das schafft Ruhe in der Mannschaft und im gesamten Verein.

Auch die Vorbereitung der Lustenauer verlief bestens, wenn auch ohne Trainingslager. Die Austria hat den Vertrag des Trainers Helgi Kolvidsson frühzeitig verlänget – was eine sehr gute Entscheidung war. Denn so kann Kolvdisson perspektivisch arbeiten. Zudem laufen heuer bei weitem nicht so viele Verträge bei den Lustenauern aus wie letztes Frühjahr. Das bedeutet, dass sich Trainer und Mannschaft aufs Sportliche konzentrieren können.

Transfers. Altach hat mit Sasa Pantic und Ismael Tajouri zwei junge Spieler geholt und mit Aaron Kircher sowie Daniel Krenn zwei Spieler abgegeben. Ich meine, damit haben sie alles richtig gemacht. Offensivallrounder Tajouri kommt von den Amateuren von Austria Wien – eine Schule, die bereits Martin Harrer genossen hat, der sofort eine Säule der Mannschaft wurde. Sasa Pantic hat bei Horn bereits gezeigt, dass er ein zentraler Mittelfeldspieler mit Potenzial ist. Vielleicht haben sich einige Fans erwartet, dass die Altacher im Winter noch einen Kracher holen. Stattdessen haben sie mit Pantic und Tajouri zwei hungrige Spieler geholt, die zwei Spieler ersetzen, die kaum Chancen auf einen Einsatz hatten. Das ist schlau. Denn damit haben sie die Qualität des Kaders weiter verbessert, ohne den Bogen zu überspannen. Wenn jetzt plötzlich ein Spieler gekommen wäre, der einen Stammspieler verdrängt hätte, hätte das die Chemie in der Mannschaft belasten können.

Austria Lustenau hat mit Dario Tadic einen Stürmer geholt und mit Christian Haselberger, Lukas Kragl, Robert Schellander, Yusuf Özüyer und Simon Kühne fünf Spieler abgegeben – die letzteren Zwei per Leihe. Was bedeutet, dass sie den ohnehin schon kleinen Kader aus dem Herbst nochmals verkleinert haben. Was ich aber nicht als Zeichen werte, dass die Lustenauer keine Ambitionen mehr im Frühjahr haben. Denn: Kragl ist nie richtig in Lustenau angekommen, mit Schellander hat’s letzten Endes auch nie so funktioniert wie erhofft, Haselberger war nur ein paar Wochen da, und Özüyer und Kühne können nun jene Spielpraxis sammeln, die sie im Augenblick in Lustenau nicht bekommen hätten. So gesehen haben die Lustenauer fünf Spieler ohne Stammplatz-Aussicht abgegeben und mit Dario Tadic einen sehr interessanten Stürmer geholt. Ich kenne ihn von seiner Zeit aus Wiener Neustadt. Er ist ein bulliger, dynamischer Stürmer. Ob er der Austria nach seinem überstandenen Kreuzbandriss schon im Frühjahr weiterhilft, wage ich noch nicht zu beurteilen. Aber spätestens in der neuen Saison könnte er der Brecher vorne drin sein, der Lustenau schon so lange fehlt.

Kapfenberg. Die Steirer haben sich erstaunlich schnell an die Erste Liga gewöhnt. Besonders beeindruckt hat mich deren Umschaltspiel. Nun haben sie mit Ivan Lendric und Klemen Lavric zwei interessante Stürmer geholt. Mit den beiden traue ich ihnen zu, nun auch gegen die kleineren Vereine, gegen die sie ihr Umschaltspiel nicht auspacken können, regelmäßig zu punkten – was bislang nicht so ihre Stärke war. Vieles, wenn nicht sogar alles, hängt aber für Kapfenberg vom ersten Frühjahrsspiel ab.

Spielplan. Altach empfängt am Freitag zum Auftakt Kapfenberg. Die Steirer müssen das Spiel eigentlich gewinnen, um noch mal richtig ran zu kommen. Gewinnt Altach, haben sie meiner Meinung nach Kapfenberg abgeschüttelt. Nach dem Kapfenberg-Spiel warten unter anderem mit Vienna, Hartberg und Parndorf drei Gegner auf Altach, die sie normalerweise schlagen. Altachs Auslosung ist also gut.

Lustenau startet mit drei schweren Spielen. Sie müssen zunächst nach St. Pölten und nach Liefering und empfangen dann Kapfenberg. Nach diesen drei Spielen kann schon alles vorbei sein für die Austria – oder sie sind ganz dick im Aufstiegsrennen. Am sechsten Frühjahrsspieltag steht dann das Derby an. Spätestens danach dürfte vieles klarer sein.

Fazit. Lustenau hat das Zeug, Altach noch zu ärgern. Wunder gibt es im Fußball ja immer wieder. Aber Altach ist bereit für das Frühjahr, weil der Verein auf allen Ebenen bestens aufgestellt ist. Darum lege ich mich fest: Altach steigt auf.

Aufgezeichnet von:

Hannes Mayer

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