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Keine Antwort auf die Stadionfrage

Seit Jahren träumt Austria Lustenau von einem neuen Stadion. Jetzt, da die Bundesliga das Reichshofstadion im gegenwärtigen Zustand nicht mehr zulässt, drängt plötzlich – oder endlich – die Zeit.

Hannes Mayer

Die neu angeheizte Stadion-Diskussion hat dem Austria-Präsidenten sichtlich auf den Magen geschlagen. Seit einigen Tagen steht fest, dass es für die Grün-Weißen mit dem Reichshofstadion im jetzigen Zustand kein weiteres Jahr Profifußball mehr geben wird – die Bundesliga lässt das Stadion ab 1.7.2014 nicht mehr zu. Mit finsterer Miene kommentiert Nagel: „Schlimms­tenfalls müssen wir unsere Lizenz verkaufen. Wenn es so kommt, werden wir aber nicht in die Regionalliga gehen sondern ganz unten wieder neu anfangen.“ Worte, die durchaus als Drohung zu verstehen sind und mit denen Nagel ein schnelles Einlenken der Gemeinde in der schier endlosen Stadiondebatte fordert.

Und weil es genau dieses schnelle Einlenken jetzt auch geben muss, dürfte dem Vereinsboss der Beschluss der Liga nur auf den ersten Blick ungelegen kommen. Denn dass es sich Lustenau nicht leisten kann, mit der Austria das Aushängeschild zu verlieren, ist klar.

Nur ein Neubau macht Sinn

Weit weniger klar ist, wie es in der Stadiondiskussion weitergehen soll und kann. Die Zeit drängt. Die Lustenauer werden bis zum Sommer niemals die von der Liga geforderte neue Flutlichtanlage in Betrieb nehmen können. Zu langwierig ist hierfür der Genehmigungsmarathon, zu wahrscheinlich sind Anrainerproteste. Also bedürfte es eine weitere Fristverlängerung seitens der Liga, welche die wohl gewähren würde, wenn es in Lustenau einen Beschluss für einen Neubau des Flutlichts gäbe. Doch: Entscheiden sich die Lustenauer dafür, im Reichshofstadion eine neue Flutlichtanlage zu installieren, rückt ein Stadionneubau in weite Ferne. Schließlich würde das neue Flutlicht eine Million Euro kosten. Freilich: Die Flutlichtanlage könnte man später theoretisch zum neuen Stadion übersiedeln – nur wäre die Lichtanlage dann eben auf das Reichshofstadion und nicht auf das neue Stadion ausgelegt. Die Situation ist also verzwickt. Erst recht, weil die zu erwartenden Anrainerproteste die Installierung des Flutlichts beim Reichshofstadion jahrelang verzögern könnten.

Wirklich Sinn macht ohnehin nur ein Neubau. Seitens der Gemeinde ist man auch bereit, den Erlös aus dem Verkauf des Reichshofstadion-Areals in den Neubau fließen zu lassen. Das Areal hat 30.000 Quadratmeter. Ein Nettoerlös von etwa sechs Millionen Euro scheint möglich. Zudem gilt es prinzipiell als sicher, dass sich das Land Vorarlberg an den Neubaukosten beteiligen würde. Prinzipiell. Wäre da nicht der Unsicherheitsfaktor Landtagswahlen im Herbst. Wird die ÖVP im Vorfeld der Wahl einer Subventionierung des Stadionneubaus zustimmen? Noch grundsätzlicher gefragt: Ist es überhaupt realistisch, dass das Projekt bis Sommer so weit fortgeschritten ist, dass ein Subventionsantrag noch von der aktuellen Landesregierung abgesegnet werden könnte? Wohl kaum.

Also müsste die neue Landesregierung die Subventionierung abwinken. Ob die das so problemlos macht, wie die Grün-Weißen hoffen, könnte von den dann herrschenden Machtverhältnissen abhängen. Letzten Endes wäre es nicht überraschend, wenn unter einer neuen Regierung und einer neuen politischen Landschaft zuvor wieder Diskussionen um ein Landesstadion aufkeimen würden. Zumindest aber würden auch die Altacher Subventionsansprüche stellen – die Rheindörfler würden wohl kaum eine Förderung eines Stadionneubaus in Lustenau anspruchslos hinnehmen.

Selbst der Standort ist offen

Was also muss in Lustenau geschehen, damit der Traum der Austria von einem neuen Stadion in Erfüllung geht? Zu allererst muss der Verein ein hieb- und stichfestes Konzept vorlegen. Jenes, das die Aust­ria vor Tagen der Gemeinde zukommen ließ, weist wohl immer noch Lücken auf. Eben so dringend gilt es seitens der Gemeinde, die Standortwahl zu klären. Beim möglichen Standort „Millenniumspark“ müssten Verhandlungen mit knapp 20 Grundeigentümern geführt werden. Schwierig. Beim anderen möglichen Standort „Heitere“ ist die Gemeinde immerhin Miteigentümer vom Grundstücks, was die Verhandlungen mit den wenigen übrigen Grundstückeigentümern erleichtern würde.

So oder so. Wollen die Grün-Weißen über den Sommer hinaus Profifußball spielen, muss eine Lösung auf den Tisch. Alternativ denkt man bei der Austria sogar bereits über einen temporären Umzug nach Bregenz nach. Das würde Zeit bringen. Zeit, die alle Beteiligten dann aber endlich dafür nützen müssten, um eine Lösung zu finden.

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