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Die „Ameise“ fährt allen um die Ohren

Marc Marquez (21) fährt in Jerez am Sonntag seinen 100. Grand Prix in der Straßen-WM.

Wenn er den Helm abnimmt, macht sich ein breites Grinsen in seinem immer noch kindlichen Gesicht breit. „Bona carrera“ – gutes Rennen, sagt Marc Marquez dann auf Katalanisch. Er hat es oft gesagt in den letzten Jahren, seit er am 13. April 2008 in Portugal sein erstes Straßen-WM-Rennen gefahren ist. 99 Rennen sind es bislang gewesen, am Sonntag in Jerez folgt sein 100. Und 35 davon hat er gewonnen. Der Schnitt wird noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Marquez erst in seinem dritten Jahr in der 125er-Klasse erstmals gewonnen hat.

Drei, zwei, eins – das ist der Marquez-Rhythmus. Für den Titel in der 125er-Klasse brauchte er drei Jahre, in der Moto2 waren es zwei und in der MotoGP ist er auf Anhieb zum Titel gefahren. „Es gibt kein Geheimnis“, sagt der „Baby-Champ“ mit seinem typischen Grinser. „Und wenn es eines gäbe, würde ich es nicht verraten, sonst hätten es ja alle.“ In der laufenden Saison ist seine Dominanz erschreckend. Drei Rennen, dreimal auf Poleposition, drei Siege. Dabei hat er sich in der Vorbereitung das Wadenbein gebrochen. Marquez musste auch auf zwei Test-Termine verzichten, in denen er seine Honda hätte weiterentwickeln und abstimmen können. Er ist körperlich nicht ganz fit nach Katar gekommen – und hat trotzdem gewonnen.

Gnadenlos und clever

So freundlich und gut gelaunt er durchs Fahrerlager spaziert, so hart und kompromisslos ist er auf der Rennstrecke. Da fährt er seine Linie gnadenlos – Körperkontakt mit Gegnern inklusive. Nicht umsonst hat er auf seinem Helm eine Ameise lackiert. „Weil sie im Vergleich zur Körpergröße das stärkste Tier der Welt ist“, sagt Marquez.

Er ist der stärkste Motorradfahrer der Welt. Weil er komplett ist. Er hat mit Zwei- und Viertaktern gewonnen. Er ist im Regen stark und im Trockenen. Und er kennt nicht nur die bedingungslose Attacke, er kann auch dosieren. In Termas de Rio Hondo am vergangenen Wochenende wusste er, dass es mit seinem Fahrstil für den Hinterreifen eng werden könnte. „Also musste ich mir für die Schlussphase ein bisschen Gummi aufsparen.“ Was gelungen ist, denn neun Runden vor dem Ende hat er seinen Rivalen Jorge Lorenzo gestellt und binnen kürzester Zeit distanziert. Am Wochenende in Jerez kann er sich neuerlich wohl nur selbst schlagen. Auch wenn er bescheiden bleibt. „Mein Teamkollege Dani Pedrosa ist sehr stark. Und das ist auch seine Lieblingsstrecke.“

Nicht in Reichweite

Noch ist der 21-Jährige nicht der neue Rossi, dazu fehlen ihm noch sechs WM-Titel. Aber wenn er es will und nicht die Freude am Fahren verliert, ist auch der „Doctor“ irgendwann in Reichweite. Davor stehen aber die Chancen einmal sehr gut, dass er im 100. Grand Prix seinen 36. Sieg feiert. Acht Jahre nach seinem ersten Sieg in einem Straßenrennen überhaupt. 2006 war das, in einem Rennen der katalanischen Meis­terschaft. Und in Jerez.

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