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Erinnerungen an Moskau und Los Angeles

Zumindest die Sportwelt ist vor der 40. Auflage des Mehrkampf-Meetings in Götzis im Lot. Erinnerungen an die Spiele in Moskau und Los Angeles sowie an Götzis vor 30 Jahren.

JOCHEN DEDELEIT

Russland hat mit der Ukraine kein Problem. Und die Ukraine nicht mit Russland. Zumindest in der Sportwelt ist das so“, sagt Walter Weber nach der gestrigen Pressekonferenz zum 40. Mösle-Mehrkampf-Meeting in Götzis mit ernster Mine. Zu sehen dürften dies die Leichtathletikfans am 31. Mai und 1. Juni im Möslestadion bekommen, wo sich heuer zum 40. Mal die Elite des Mehrkampfs trifft. Mit Zehnkämpfer Ilya Shkurenev und Siebenkämpferin Aleksandra Butvina gehen zwei russische Top-Athleten an den Start, mit Shkurenev-Kontrahent Oleksiy Kasyanov sowie Weltmeisterin Hanna Melnychenko und Alina Fyodorova drei ukrainische Stars der Mehrkampf-Szene.

„Für uns ist es überaus erfreulich, dass
Shkurenev die Starterlaubnis für Götzis erhalten hat, da die nationalen Meisterschaften in Russland wie in den USA die Trials einen übergeordneten Stellenwert einnehmen“, erklärt Weber, der für die Athletenverpflichtung in Götzis zuständig ist und der den Sport nicht als Bühne für die Politik missbraucht haben will. „Ich hoffe und denke auch, dass die Sportler in Götzis untereinander keine Probleme miteinander haben werden.“ Auch schon vor 30 Jahren war es in Götzis so, dass Sportler zumindest zweier Nationen in einen fairen Wettstreit gegeneinander angetreten sind, die dies auf anderer Ebene vermieden hatten.

Nachdem vorrangig die USA, aber etwa auch die Bundesrepublik oder China die Olympischen Spiele 1980 in Moskau boykottiert hatten, taten es die Russen (oder auch die DDR und Polen) diesen Nationen 1984 in Los Angeles gleich. „Unser Stargast beim 40. Meeting, Guido Kratschmer, wurde so 1980 um Gold gebracht. Er wäre in Moskau der große Favorit gewesen, doch er wurde ein Opfer der Politik“, erinnert sich Weber an die tragische Seite im Leben des deutschen Dreifach-Siegers in Götzis, der 1976 in Montreal Silber gewann.

Auch die Problematik, mit der die kubanischen Athleten auch heuer wieder zu kämpfen haben (und somit auch das OK-Team des Meetings/siehe auf der nächsten Seite), ist keine neue. „Als sich die Sowjetunion 1991 aufgelöst hatte, haben wir diversen Athleten der Mitgliedsstaaten der GUS die Flugkosten bezahlt“, erinnert sich Hans Aberer, der Mann für die Finanzen des Weltklasse-Stelldicheins in Vorarlberg. „Es wäre gut, wenn dies in solchen Fällen auch ohne weiteres möglich wäre. Aber die Sponsorensuche gestaltet sich immer mühsamer und die Athleten treten heute mit Trainer, Betreuer und Physiotherapeut auf.“

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