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Vorhang auf für das Geburtstagsmeeting

Ausgerechnet vor dem 40. Mehrkampf-Meeting in Götzis gestaltet sich die Sponsorensuche immer mühsamer. Aufruf nach VKW-Ausstieg an die Wirtschaft. Hardee ist wieder dabei.

JOCHEN DEDELEIT

Das 40. Hypo-Mehrkampf-Meeting in Götzis, zum 30. Mal begleitet von seinem Hauptsponsor. Schauplatz wird am 31. Mai und 1. Juni wieder das Möslestadion sein. „Das Stadion ist fit“, lässt Werner Huber auf der Pressekonferenz wissen. Der Götzner Bürgermeister feiert heuer ein echtes Jubiläum, es wird sein 25. Meeting als Bürgermeister. Und Huber ist wie alle Beteiligten stolz auf das weltbeste Mehrkampf-Meeting. Ein anderes seiner Art ist nicht in der Lage, dem Meeting ein ernsthafter Konkurrent zu sein. Auch 2013 führte das Mehrkampf-Mekka die Reihung der IAAF World Combined Events Challenge unter den Meeting-Klassikern an und folgte nur knapp hinter den Weltmeisterschaften. Und dies, obwohl der zweitägige Bewerb bereits als „Vorarlberger Winterspiele 2013“ in die Geschichte eingegangen ist.

Hardee ist wieder dabei

Bei unwirtlichen Bedingungen setzten sich die Kanadier Damian Warner und Brianne Theisen-Eaton vor ihrer jeweiligen Konkurrenz durch, beide werden auch heuer in Götzis erwartet. Wie auch der US-amerikanische Doppel-Weltmeister Trey Hardee, der 2011 im Mösle triumphieren konnte und sein Comeback wagt. Oder sein Landsmann Gunnar Nixon, der 2013 als Dritter das Publikum begeisterte. Dies gelang 2012 dem Belgier Hans van Alphen, der überraschend gewann und sich heuer mit Landsmann Thomas van der Plaetsen misst. Ebenfalls schon genannt hat der Niederländer Eelco Sintnicolaas, der am vergangenen Wochenende das erste Challenge-Meeting in Florenz (vormals in Desenzano) mit 8161 Punkten für sich entscheiden konnte, und seine Landsfrau Dafne Schippers.

Dass es in der hiesigen Region weiterhin Leichtathletik der Weltklasse zu sehen geben wird (und nicht nur bei der EM heuer in Zürich), dafür sorgt vor allem die Hypo Vorarlberg, die sich mit OK-Präsident Christoph Kathan über eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2018 einigen konnte. „Der Name Hypo ist derzeit mehr Hypothek als Turbo“, ist sich auch Hypo-Vorstandschef Dr. Michael Grahammer der Lage derzeit bewusst, „aber in Vorarlberg weiß man zu differenzieren“, meint Grahammer. Die Sponsoring-Situation im Ganzen habe sich nicht positiv entwickelt, erklärt Kathan, nach dem Ausstieg der VKW. „Ich will aber nicht ins Horn der Bregenzer Festspiele blasen.“ Dass Kathan allerdings für derartige Großereignisse, wie es das Götzner Meeting nun einmal ist, mehr Unterstützung von der Wirtschaft erwartet, sagt er vor den anwesenden Medienvertretern deutlich.

Budget leicht erhöht

„Das Anheben des Budgets um 6,5 Prozent auf 488.000 Euro ist in erster Linie auf Kostensteigerungen zurückzuführen. Und ein paar zusätzliche Aktivitäten zum 40. Meeting.“ Als Stargäste werden aus diesem Anlass der dreifache Götzis-Sieger Guido Kratschmer, Ex-Weltrekordler Roman Sebrle (fünf Siege) sowie Anke Behmer (drei) und Jane Frederick (fünf) erwartet. Ein weiteres Jahr „bitte warten“ heißt es im Fall von Olympiasieger und Weltrekordler Ashton Eaton, der sich heuer der 400-Meter-Hürdenstrecke annimmt. Ebenfalls nicht mit von der Partie sind der neuerlich verletzte Deutsche Michael Schrader, Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill, Tatyana Chernova (RUS/jeweils Babypause) sowie die verletzten Jennifer Oeser (GER) und Sharon Day (USA).

Dadic muss wohl passen

Und aus österreichischer Sicht Ivona Dadic (PSV Wels), deren Team ein Start wegen einem Eingriff am Knie für verfrüht ansieht, und Lokalmatadorin Raffaela Dorfer vom ULC Dornbirn, die für solch eine starke Konkurrenz heuer noch nicht bereit ist – wie auch Athletenbetreuer Walter Weber in Florenz selbst mitansehen musste. Mit dabei sind aus Österreich dafür erneut Dominik Distelberger (UVB Purgstall) und erstmals Dominik Siedlaczek (DSG Wien).

Kritik im Fall Distelberger, der sich unter anderem mit dem Deutschen Jan Felix Knobel auf die Saison vorbereitete, übte Walter Weber am österreichischen Verband, direkt wie indirekt. „Wenigstens findet er beim Heer Möglichkeiten vor, aber sonst muss er sich um alles selbst kümmern. Die 8000-Punkte-Marke hat er noch immer nicht geknackt, das hätte schon vor zwei Jahren der Fall sein sollen. Und der nationale Rekord ist für ihn kein Traum, sondern realistisch. Aber der Verband sollte ihn begleiten.“ Es seien immer dieselben Nationen, die mit Talenten in der Mehrkampf-Szene aufwarten. Österreich scheint in dieser Liste wohl kaum auf.

Fakten 40. Mösle-Meeting

31. Mai und 1. Juni, Mösle-Stadion, Götzis

Beginn: 11.05 Uhr mit den 100-Meter-Hürden der Frauen.

Budget: 488.100 Euro (+6,5 Prozent zum Vorjahr)

Prämien Top Drei, Herren: 1. 15.000 €, 2. 11.000 €, 3. 7500 €. Damen: 1. 11.000 €, 2. 8000 €, 3. 5500 €.

Dazu zahlreiche Bonusprämien. Dafür wird in Götzis weiterhin kein Startgeld bezahlt.

Das Problem mit den Kubanern

Ob die kubanischen Sportler kommen, steht noch in den Sternen. Zwar zählt Kuba traditionell zu den Zehnkampf-Hochburgen, ein Start in Götzis hängt allerdings vom dortigen Verband ab. Leonel Suarez wird sowieso nicht dabei sein können, er laboriert weiter an einer Knieverletzung. Allerdings sind der Olympia-14. Yordanis Garcia (im Bild bei seinem Götzis-Start 2012) und Junioren-Weltmeisterin Yorgelis Rodriguez potenzielle Starter. Beide könnten mit den Reisekosten Probleme bekommen. Denn der kubanische Verband ist nicht gerade mit Geld überhäuft und legt auf Wettkämpfe in Saisonen ohne Weltmeisterschaften und Olympischen Spiele wenig Wert. Die Athleten müssten die Reisekosten also selbst tragen, was bei genügend Preisgeld kein Problem wäre. Außer in Kuba, denn dort müssen die Athleten ihr verdientes Geld an den Verband abführen. Ein kleiner Trick könnte helfen. Seitens der Veranstalter könnte man den Flug übernehmen und das mit dem Preisgeld gegenverrechnen. Verhandlungen laufen, allerdings sei das mit kubanischen Vertretern mehr als chaotisch. Dietmar Stiplovsek

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