Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Rücktritt war nie ein Thema

Nadine Wallner zog sich bei einem wilden Sturz einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Nun trainiert die Freeskierin bereits wieder leicht.

Die Vorfreude war groß. In Alaska stand das erste große Freeski-Filmprojekt auf dem Programm. Die Produktion war schon im vollen Gange. Dann kam es aber zum Unfall. Was ist genau passiert?

NADINE WALLNER: Ich kann mich eigentlich an alles erinnern und war während des gesamten Sturzes bei vollem Bewusstsein. Das Problem war einfach, dass der Bruch des Schien- und Wadenbeins relativ weit oben am Berg zustande gekommen ist und sich die Bindung beim Sturz, durch den fehlenden Wiederstand, nicht öffnen konnte. Schlussend­lich bin ich rund 250 Meter gestürzt und hatte großes Glück, dass es nur bei dieser Verletzung geblieben ist.

Hat es lange gedauert, bis Sie medizinisch versorgt wurden?

Wallner: Ja. Schon der Abtransport hat ewig gedauert. Der Unfall ist um 9 Uhr am Vormittag passiert und um 14 Uhr hatte ich immer noch den angezogenen Skischuh am gebrochenen Bein. Ich war wirklich froh, als ich dann die erste Spritze mit Schmerzmitteln verabreicht bekam (schmunzelt).

Konkret zum Unfall: Offener Schien- und Wadenbein-Bruch klingt schlimm, oder?

WALLNER: Der Unfall war sicher ein prägendes Ereignis. Unter solchen Umständen und mit diesen großen Schmerzen konnte ich erstmals richtig realisieren, was ein Mensch wirklich alles aushält. Dabei ist mir auch bewusst geworden, wie stark jemand in solchen Momenten sein kann. Allein diese Tatsache hat mich echt überrascht.

Sie wurden dann gleich in Alaska operiert. Erst danach ging es wieder zurück ins Ländle. Eine Tortur?

Wallner: Es war echt anstrengend. Die gesamte Reisezeit betrug 18 Stunden. Das macht nicht so viel Spaß. Obwohl es im Flieger eigentlich besser ging als erwartet.

Wie geht es Ihnen aktuell?

WALLNER: Den Umständen entsprechend relativ gut. Ich nehme die Verletzung zwar nicht auf die leichte Schulter, aber Freeski fahren ist eben ein Risikosport. Ich konnte lange Zeit verletzungsfrei fahren, aber die Gefahr gehört dazu. Blöd war nur, dass sich der Unfall in Alaska am anderen Ende der Welt ereignet hat.

Mittlerweile sind Sie schon wieder im Training beim Sportservice Vorarlberg. Hat die Vorbereitung auf die kommende Saison schon begonnen?

WALLNER: Nach einigen Tagen stationärem Aufenthalt in der Sportsklinik in Innsbruck bin ich mittlerweile wieder leicht am Trainieren. Beinahe täglich steht am Olympiastützpunkt in Dornbirn nun Physiotherapie, Akupunktur und leichtes Kraftraining auf dem Programm. Es gilt dabei vor allem das gesunde rechte Bein und den Oberkörper nicht einros­ten zu lassen.

Sie sind amtierende Freeski-Doppel-Weltmeisterin. Denken Sie schon an die kommende Saison oder ist das alles noch zu weit weg?

WALLNER: Meine Gedanken drehen sich im Moment vor allem um meine Verletzung. Ich denke aber, dass ich bis zum Herbst wieder fit sein werde und von dem her gehe ich schon davon aus im kommenden Jahr wieder anzugreifen.

Gabs keine Rücktrittsgedanken?

WALLNER: Nein, auf keinen Fall.

Kurz nach dem Unfall haben Sie auf Facebook schon Bilder ihres kaputten Beines gepos­tet, zumindest Röntgenbilder. Scheint, dass sie den Sturz mental gut verkraftet haben, oder täuscht das?

WALLNER: Wie schon gesagt. Es ist natürlich ärgerlich, wenn einem so ein Unfall passiert. Im Großen und Ganzen muss ich nun aber nur meine Planung für den Sommer ein wenig ändern, ansonsten ist aber alles gut. Jammern nutzt ja eh nichts.

Wird der Film nach Ihrem Unfall noch fertiggestellt?

WALLNER: Auf alle Fälle. Den Hauptact habe ich mit meinem Sturz ja schon geliefert (lacht). Die Produktion wurde nun vorübergehend zwar abgebrochen, bereits im kommenden Jahr ist aber die Fortsetzung geplant. Wir sind drei Mädels – Eva Walkner, Christin Hargin und ich – und wir werden dann ein weiteres Mal nach Alaska fliegen. Alles hat also auch eine positive Seite. Interview: MARC GÄCHTER

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.