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Das letzte Derby für unbestimmte Zeit

Meister Altach gastiert heute (20.30 Uhr) zum vorläufig letzten Mal im Lustenauer Reichshofstadion. Canadi denkt schon an die kommende Saison.

Emanuel Walser

Mag sich der sportliche Wert des heutigen Derbys auch in Grenzen halten, so fehlt es dem Vergleich der beiden besten Vorarlberger Fußballteams keineswegs an Charme. Der Besuch im Reichshofstadion lohnt sich schon aus Nostalgiegründen – denn mit Abpfiff des heutigen Derbys wird die Lokalrivalität zumindest sportlich erst einmal auf Eis gelegt werden.

Altach-Trainer Damir Canadi, der schon von Natur aus nicht zu übertriebener Gefühlsduselei neigt, will die Bedeutung der Partie allerdings nicht künstlich hochstilisieren: „Wir haben 18 Punkte Vorsprung auf die Austria und stehen verdientermaßen als Meister fest. Für uns hat schon die Vorbereitung für die kommende Saison begonnen. Die letzten drei Partien sind für mich in erster Linie Testspiele unter Wettkampfbedingungen.“ Dass dies nicht nur so daher gesagt ist, durften seine Spieler die Woche über am eigenen Leib erfahren – von der Intensität der Übungseinheiten her mag sich manch einer an ein schweißtreibendes Sommertrainingslager erinnert gefühlt haben. Auch wenn sich Canadi gedanklich schon mit der Herausforderung „Bundesliga“ beschäftigt – zu den Akten gelegt ist die laufende Saison längst noch nicht. Zum einen könnten die Altacher, drei Siege vorausgesetzt, einen neuen Punkterekord für die Erste Liga aufstellen, zum anderen hofft der Meistertrainer noch auf das eine oder andere Fußballfest. Damit auch das Derby zu einem solchen wird, müssen allerdings auch die Fans mitspielen. Leider keine Selbstverständlichkeit: Bei den beiden jüngsten Duellen bestachen Chaoten aus beiden Lagern nicht unbedingt durch Intelligenz. In Lustenau wurde die sportliche Auseinandersetzung um eine handfeste erweitert, zuletzt in Altach boykottierten die Austria-Fanklubs in einem Anfall spontaner Umnachtung gar geschlossen den Besuch im Schnabelholz.

Dass sportliche Rivalität keineswegs in persönlicher Abneigung münden muss, zeigt das Beispiel der beiden Trainer, die über die Vereinsgrenzen hinweg ein freundschaftlich-kollegiales Verhältnis pflegen. Nach dem Aufstieg der Altacher erwies sich Helgi Kolvidsson etwa als wahrhaft großer Sportsmann: Nicht nur, dass er Canadi zum Meisterstück gratulierte, darüberh inaus ließ er noch eine Einladung für eine gemeinsame Motorradtour mit anschließendem Abendessen folgen.

Altach Favorit

Die ganz speziellen Derbygesetze hin oder her – an der Favoritenrolle Altachs gibt‘s nicht nur des Tabellenstands wegen kein Vorbeikommen. Denn während die Rheindörfler in den vergangenen Wochen durchwegs frei von der Leber weg aufspielten, boten die jüngsten Auftritte der Grün-Weißen kaum Anlass für Lobeshymnen.

Nur Harrer fehlt

Canadi kann bis auf den erkrankten Martin Harrer auf alle Mann zurückgreifen. Von großen Experimenten wird er dem Anlass entsprechend wohl absehen – bis auf Sebastian Brandner, der wiederum das Tor hüten darf, werden also große Überraschungen ausbleiben.

Auch sein Gegenüber Kolvidsson kann mit Ausnahme der Langzeitverletzten Thiago, Jose-Alex Ikeng und Patrick Salomon aus dem Vollen schöpfen. An Motivation wird es den Grün-Weißen ohnehin nicht fehlen, wäre doch ein Sieg über den Meister ein besonders heilsames Trostpflaster.

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