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Gedanken zum (letzten) Derby

Vor dem heutigen Derby haben wir uns mit Austria-Kapitän Christoph Stückler und Altach-Tormanntrainer Thomas Schneider getroffen. Beide haben eine Vergangenheit beim heutigen Gegner.

Die Saison ist fast zu Ende, Zeit für ein Fazit. Wie fällt Euer Saisonresumee aus?

CHRISTOPH STÜCKLER: Bei dieser Frage überlasse ich natürlich dem Meister den Vortritt.

THOMAS SCHNEIDER: Wenn du so souverän Meister wirst, hast du allen Grund, zufrieden zu sein. Noch dazu, wo wir ganz klar mit dieser Zielvorgabe in die Saison gestartet sind. Um es auf den Punkt zu bringen: Es hätte nicht besser laufen können.

CHRISTOPH STÜCKLER: Unser Ziel wäre es auch gewesen, da zu sein, wo jetzt die Altacher stehen. Aber wir hatten leider zwei Gegner. Die starken Altacher und uns selber. Wir hätten Altach mehr ärgern können und vielleicht sogar länger mithalten können. Nur wir waren zu unkonstant. Gleichzeitig war Altach einfach zu stark und zu konstant.

Rückblick. 8. November 2013. Austria führt 1:0 gegen Altach, Thiago kann in der 90. Minute den Ball ins leere Tor schieben, knallt den Ball an die Latte. Im Gegenzug fällt der Ausgleich. Inwieweit hat diese Szene den Verlauf der Meisterschaft beeinflusst?

SCHNEIDER: Ich weiß nicht, wie sehr diese 90. Minute die Meisterschaft beeinflusst hat. Was ich weiß, ist, dass diese bereits legendäre Derbyminute unseren Glauben an uns gestärkt hat. Man muss sich das mal vorstellen. Sekunden bevor Mahop den Ausgleich schießt, sind wir praktisch erledigt gewesen.

STÜCKLER: Ich weiß nicht, ob wir uns zu sicher waren oder was uns da geritten hat. Der Sieg hätte uns einen Schub gegeben. So waren wir am Boden zerstört.

SCHNEIDER: Nach dem Lattenball von Thiago war die Austria einen Augenblick lang geschockt. Sechs Lustenauer sind vorne stehen geblieben. Ich weiß noch, wie ich mir dachte: „Louis gib ab! Gib ab!“ Und dann marschiert der da so durch und trifft.

STÜCKLER: Und ich hab mir gedacht: „Jetzt hau ihn um. Hau ihn um!“ Einer unserer Spieler hat den Mahop ja quer übers Spielfeld begleitet. Du weißt nie, wie es gekommen wäre, wenn wir das Spiel gewonnen hätten. Drüber nachdenken darfst du auf jeden Fall nicht …

Kommen wir zum heutigen Derby. Was für ein Spiel erwarten Sie?

SCHNEIDER: Meistertitel hin oder her, wir wollen das Spiel gewinnen. Da gehts auch erst mal nicht um den möglichen Punkterekord oder irgendwas anderes. Da geht‘s einfach darum, im direkten Duell als Sieger vom Platz zu gehen.

STÜCKLER: Für uns ist es für eine gewisse Zeit das letzte Derby, das wollen wir natürlich gewinnen.

Kommen bei Ihnen anlässlich des vorerst letzten Derbys nostalgische Gefühle auf?

SCHNEIDER: Natürlich wird was fehlen. So ein Derby ist ja Emotion pur. Schon im Vorfeld wird darüber diskutiert, von der medialen Berichterstattung ganz zu schweigen. Wohl auf ewig in Erinnerung wird mir das Derby aus der Saison 2005/2006 bleiben, als wir mit einem Sieg gegen die Austria den Bundesliga-Aufstieg fixiert haben.

STÜCKLER: Das eine Jahr wird uns das Derby schon abgehen (lacht). Wenn wir uns dann in der Bundesliga wieder treffen könnten, wäre das natürlich super.

Unser Eindruck ist, dass die Rivalität der beiden Vereine in den letzten Jahren an Brisanz – Stichwort Fanverhalten – zugenommen hat. Ist dem so?

STÜCKLER: Ich habe mal mit Boris Prokopic (Anm: Altach-Spieler) über die Rivalität gesprochen. Er hat gemeint, dass im großen Vorarlberger Derby deutlich mehr Feuer im Spiel sei, als bei Partien von Rapid gegen Austria Wien. Solange der Kampf nur auf dem Feld ausgetragen wird, ist das auch in Ordnung. Im Derby darf‘s ruhig mal scheppern. Wir Spieler können uns nach Schlusspfiff jedenfalls immer problemlos in die Augen schauen und ganz normal miteinander reden.

SCHNEIDER: Abseits dieser gesunden sportlichen Rivalität macht sich allerdings eine Tendenz bemerkbar, die mir ganz und gar missfällt. Im Fußballstadion dürfen Chaoten einfach keinen Platz haben. Spiele müssen vielmehr eine Veranstaltung für die ganze Familie sein, Kinder sollten bedenkenlos herumtollen können, ohne das ein Security-Mann daneben stehen muss.

Altach will einen weiteren Keeper verpflichten, es kursieren Namen wie etwa Robert Almer und Andreas Lukse. Was ist dran an diesen Gerüchten?

SCHNEIDER: Wir wollen mit drei starken Profitorhütern in die Saison gehen. Konkrete Namen kann ich allerdings noch keine nennen. Dass wir mit Martin Kobras bereits einen Topmann zwischen den Pfosten haben, steht ja außer Frage. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass er von einem verstärkten Konkurrenzkampf profitieren wird. Wir brauchen in der Bundesliga einfach zwei Torleute, die das Zeug zum Einser-Keeper haben. Denn wir können uns nicht darauf verlassen, dass Martin wie in den letzten fünf Jahren ohne Verletzungen und Sperren durchkommt.

Wie geht‘s heute aus?

STÜCKLER: 2:1 für die Austria.

SCHNEIDER: Da halte ich mit einem 2:0 für uns dagegen.

Interview: Hannes Mayer und Emanuel Walser

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