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Die Schmerzen nach dem Ende

Er gewann drei Slalom-Klassiker, war 2009 Weltmeister – gestern gab Manfred Pranger seinen Rücktritt vom Skirennsport bekannt.

MAX ISCHA

Seinen wohl emotionalsten Gang ging er nicht alleine. „Sonst hätte ich es auch nicht derpackt.“ Frau Karin, die Kinder Laura (7 Jahre) und Mario (5) und auch die Eltern Maria und Josef begleiteten ihren „Manni“, als es galt, einen verbalen Schlussstrich unter einen Lebensabschnitt zu setzen, der Manfred Pranger mit Haut, Haar und Herzblut vereinnahmt hatte. „Dabei hätte ich am liebsten eine Presseerklärung ausgeschickt“, sollte er später sagen.

Noch bevor das erste Wort gesprochen war, flimmerten gleichsam bewegte wie bewegende Bilder über die Leinwand. Eine Retrospektive, die dem Hauptdarsteller sichtlich nahe ging. Die Zungenspitze unter der Oberlippe geparkt, füllten sich seine Augen unaufhaltsam mit Tränen. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass der sympathische Tiroler zum Papiertaschentuch griff.

Nach langem Überlegen und einem ständigen Hin und Her, meinte er schließlich mit brüchiger Stimme, sei er zur Überzeugung gelangt, „dass der Körper nicht mehr mitspielt und es nicht mehr möglich ist, Spitzenleistungen zu bringen“. Ihm sei bewusst, dass es Schlimmeres gebe, als mit 36 Jahren eine Karriere zu beenden, „aber weh tut es trotzdem“.

Der Körper macht nicht mit

Die Entscheidung hatte Pranger lange hinausgeschoben: „Im Kopf bist du stets der Sportler, der nichts anderes will, als weiterzumachen.“ Letztlich hätte aber die Vernunft gesiegt, schließlich plagten nach einer Bandscheiben- und Leisten-OP unbarmherzige Schmerzen. Die Aussichten auf eine hohe Startnummer und ein vielleicht nötiger Skiwechsel hätten letztlich das Pendel in Richtung Karriere-Aus schlagen lassen. Und natürlich die Familie, „die oft zurückstecken musste“.

Es wäre nicht Pranger, hätte er nicht zu einer ausgedehnten Dankesrede ausgeholt. Er dankte dem Österreichischen Skiverband, seinem Hauptsponsor, seiner jahrelangen Skimarke Völkl, den Ärzten und Physiotherapeuten („die endlich aufatmen können“), allen Wegbegleitern und natürlich der Familie: „Ich weiß nicht, wie oft ich mit meinem Vater nach einem Training im Keller gestritten habe. Meine Eltern haben alles hintangestellt, damit ich meinen Traum leben kann.“

Was die Zukunft betrifft, gibt es einige Ideen und Pläne in der Schublade. Erst einmal wolle er aber viel Zeit mit der Familie verbringen. Auch die ÖSV-Tür steht sperrangelweit offen, wie Sportdirektor Hans Pum unterstrich.

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