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Indianer auf der Suche nach Jagdgründen

Die Dornbirn Indians zählen zu den besten Baseball-Teams Österreichs. Eine eigene Spielstätte haben sie jedoch noch nicht.

Lukas Fleisch

Wie jedes Wochenende ist der Parkplatz in der Dornbirner Sportanlage Rohrbach auch diesen Samstag gut gefüllt. Viele sind hier, um den Nachwuchs der Admira anzufeuern. Aber auch hinter dem großen Platz, abgeschirmt mit hohen Zäunen und Netzen, herrscht reges Treiben. Dort, auf einem wenig benutzten Hartplatz, befindet sich die improvisierte Spielstätte der Dornbirn Indians. Vorarlbergs erste Baseball-Adresse besteht aus notdürftig zusammengezimmerten Tribünen und Spieler-Boxen. Es gibt keinen Rasen, die Infrastruktur ist nicht zeitgemäß. Dennoch ist das erste Heimspiel der neuen Saison, eine Doppel-Begegnung gegen die Vienna Metrostars, gut besucht.

Spielverbot

Ob diese Begegnung überhaupt stattfindet, war noch vor einigen Wochen mehr als fraglich. Denn die Stadt Dornbirn entzog den Indians kurzerhand die Trainings- und Spielerlaubnis parallel zum Admira-Betrieb. Zu gefährlich, hieß es nach einigen Beschwerden. Dabei habe es noch nie ernsthafte Zwischenfälle gegeben, erzählt Nachwuchs-Koordinator Helfried Lambauer: „Erst zwei Mal wurde jemand von einem Ball getroffen, und das in 25 Jahren Vereinsgeschichte. Beide Male gab es nur blaue Flecken. Beim Fußball kann dich auch immer ein Schuss treffen.“ Für die Baseballer hätte das Verbot weitreichende Folgen gehabt. „Bei einem Verein wie der Admira ist fast jeden Tag etwas los. Ein solches Verbot bedeutet de facto, dass wir das Gelände überhaupt nicht mehr nutzen könnten“, betont Obmann Stefan Intemann. Deshalb habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt. „Nach vernünftigen Gesprächen konnten wir einen Kompromiss bis zum Saisonende finden. Als Sportler sind wir an einer guten Lösung für alle interessiert“, so der Obmann. Viel wichtiger ist für ihn jedoch das Zugeständnis von Bürgermeisterin Andrea Kaufmann, welches den Rohrbachern eine Heimstätte in Aussicht stellt. Mit dem zweimaligen Gewinn der höchsten Liga und mittlerweile über 100 Mitgliedern hätten die Indians gezeigt, dass sie nachhaltige Vereinsarbeit leisten. „Die Indians sind keine Eintagsfliegen. Dennoch sind wir der einzige Verein, der keinen eigenen Platz hat. Wir brauchen keinen Luxus, nur eine dauerhafte Infrastruktur für unsere Leidenschaft“. Ob die Indianer wirklich bald neue Jagdgründe finden oder sie weiterhin im Rohrbacher Reservat spielen müssen, bleibt abzuwarten.

Austrian Baseball League: Dornbirn Indians – Vienna Metrostars. Spiel 1: 4:2, Spiel 2: 3:11.

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