Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Zwei Sieger und trotzdem steht es unentschieden

Durch den 5:0-Heimsieg konnte Austria Lustenau in der ewigen Derby-Bilanz gegen den SCRA Altach im Profibetrieb ausgleichen. Das nächste Duell der beiden Ländle-Kontrahenten steht in den Sternen.

GÜNTHER BÖHLER

Es ist Derby-Zeit! Dieser Lockruf wird zumindest für eine Saison im Meisterschaftsbetrieb des Profifußballs in Vorarlberg nicht mehr ertönen. Lange soll den Fans diese Art von fußballerischem Leckerbissen aber nicht enthalten werden. Heißt jedoch nicht, dass man den Altachern den Verbleib in der höchsten Spielklasse nicht zutraut, sondern, dass die Austrianer dem Ländle-Konkurrenten – da herrscht momentan überraschend große Zuversicht – in höhere Gefilde nachfolgen wollen. Sollte dies eintreffen, beginnt eine neue Ära der Statistik, doch bis es so weit ist, muss man mit den Besonderheiten aus den bisherigen 27 Erste-Liga-Duellen vorlieb­nehmen.

Premiere an Altach

So stand das überraschende 5:0 der Lustenauer am Freitag dafür Pate, dass kurioserweise das erste und das letzte Aufeinandertreffen jeweils die höchsten Erfolge vor eigenem Publikum bescherte. Das allererste Profi-Derby zwischen Altach und der Austria, am fünften Spieltag der Saison 2004/05, endete im Schnabelholz mit 4:0 für die Hausherren. Damals kamen gerade mal 1900 Fans, doch das Potenzial des „neuen“ Ländle-Duells war klar erkennbar. In den nächsten neun Jahren und knapp neun Monaten lagen die Zuschauerzahlen oftmals über 7000. Und erstaunlicherweise mussten in der Saison 2009/10, als in den ersten beiden Aufeinandertreffen 8600 bzw. 8200 Fans in die Stadien pilgerten, die Hausherren jeweils Niederlagen einstecken. Pleiten im eigenen Gehöft blieben allerdings rar – die Rheindörfler verloren zweimal und die Lustenauer dreimal – und endeten, bis auf das 0:5 im Reichshofstadion vor etwas weniger als drei Jahren, glimpflich.

Diese Niederlage am 16. September 2011, Harri Dürr sah früh Rot und Tomi verwandelte zwei Elfmeter, ließ das Herz der Austrianer gewaltig bluten. Die Erinnerung daran, dies war am Freitag offensichtlich, ist immer noch da, doch mit dem 5:0 gegen den neuen Meister scheint diese Wunde endgültig geschlossen. Zudem ist es den Lustenauern mit diesem Sieg gelungen, in der Derby-Bilanz – je zehn Siege, sieben Remis – den Ausgleich zu schaffen.

Das Torverhältnis steht mit 36:32 knapp zugunsten des SCRA. Die insgesamt erzielten 68 Treffer – nur einmal gab es ein 0:0 – bedeuten einen Schnitt von 2,52 Toren. Bei all den Emotionen, die in solchen Spielen stecken, wirkt ein Durchschnitt von 2,7 Gelben Karten pro Partie recht wenig, doch zusätzlich viermal Gelb-Rot und dreimal Rot lassen die Sache schon ganz anders aussehen. Unvergessen dabei ist sicher der 4:1-Heimerfolg der Austria nach einem Rückstand vor zwei Jahren, als bei Altach sowohl Alexander Guem als auch Philipp Netzer vorzeitig unter die Dusche mussten.

Netzer rekordverdächtig

Apropos Philipp Netzer: Er ist der einzige Spieler, der sowohl beim ersten Duell als auch beim bislang letzten am Platz stand. Bei seiner Premiere wurde der damals 18-Jährige eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt, und am Freitag stand er wie gewohnt mit der Kapitänsschleife am Platz. Rekordverdächtig seine persönliche Bilanz gegen Austria Lustenau, bei der auch seine Zeit beim FC Lustenau (2003/04) und bei den Austria Wien Amateuren (2005 bis 2009) berücksichtigt ist. In 28 Spielen gegen die Grün-Weißen gab es neun Siege, acht Unentschieden und elf Niederlagen. Jeweils drei Treffer und Vorlagen, ein Eigentor und eine beachtliche Kartenbilanz – elfmal Gelb und je zweimal Gelb-Rot und Rot – unterstreichen seine Motivation, wenn es gegen die Lustenauer geht.

Diese Motivation ist von ihm und seinen Teamkollegen in der kommenden Saison in der Bundesliga gefragt. Auftritte wie beim 0:5 gegen die Austria gilt es da zu vermeiden. Trotzdem gab es beim vorläufig letzten Derby zwischen Altach und Austria Lustenau, wie der SCRA-Aufstiegsheld von 2006, Harald Unverdorben, nach dem Spiel feststellte, zwei Sieger. Die Kolvidsson-Schützlinge verpassten sich mit dem Kantersieg ein riesiges Trostpflaster, und die Canadi-Truppe darf sich bald in der höchsten Liga mit Salzburg, Rapid und Austria Wien messen.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.