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„Schmid hat das Potenzial für die deutsche Liga“

Hards ehemaliger ­Trainer Frank Bergemann feierte von 2000 bis 2005 am Bodensee große Erfolge. Nun setzte der 58-Jährige seiner Karriere die Krone auf, indem er am Samstagabend mit Erlangen in die deutsche Bundesliga aufstieg.

Es war die erste goldene Ära des Alpla HC Hard – ab 2000 sorgte Frank Bergemann fünfeinhalb Jahre im Lager der „Roten Teufel“ für Furore: der Meistertitel 2003 und die darauf folgende CL-Gruppenphase gegen Montpellier, Tschechow und Leon sowie der ÖHB-Cup-Sieg 2005 setzten neue Maßstäbe in Hard. Es waren die Anfänge der Professionalisierung, die letztlich im Jahre 2012 und 2013 zu zwei weiteren Meisterschaften führten, 2014 den Cup-Sieg bescherten und die Chance auf das Double im am Freitag beginnenden HLA-Finale gegen Margareten eröffneten. Nun hat Bergemann mit dem HC Erlangen den bislang größten Erfolg seiner Karriere realisiert. Am Samstagabend fixierten die Franken mit einem 29:23-Sieg beim SG Bietigheim, dem künftigen Team von Hards Dominik Schmid, den Aufstieg in die stärkste Liga der Welt. Und da Verfolger Leipzig patzte, ist auch Bietigheim in der kommenden Saison – sehr zur Freude von Schmid – im deutschen Handball-Oberhaus vertreten.

Der Aufstieg in die 1. Bundesliga ist seit gestern Realität – wie groß ist die Euphorie im Team und im Umfeld?

frank bergemann: Die ist in den letzten Wochen natürlich deutlich gestiegen. Wir hatten zuletzt 100 Fans auswärts dabei.

War der Aufstieg in die erste Liga geplant, oder sind Sie überrascht von der Situation?

bergemann: Sagen wir so, es war keine Zielvorgabe, aber natürlich wollten wir vorne mitspielen und dann auch in die erste Liga aufsteigen. Im Verein hat sich seit dem Aufstieg in die zweite Liga viel getan. Und nach dem durch zahlreiche Abgänge nötigen Umbau hat sich die Mannschaft schnell gefunden. Aber das lässt sich nicht planen, dazu ist die Liga zu ausgeglichen. Es waren lange Zeit zehn Teams auf Augenhöhe.

Der Sprung in die höchste Liga ist ein großer – was kommt da auf Erlangen zu?

bergemann: Gut, vom Trainingsumfang und der Organisation waren wir schon jetzt auf die erste Bundesliga eingestellt. Man muss so arbeiten wie dort, wo man hin will. Finanziell möchte ich keine Zahlen nennen, aber auch da gilt es, ein ordentliches Budget zu stemmen. Und wir haben zwar die Lizenz erhalten, allerdings mit der Auflage, eine Bundesligataugliche Halle vorzuweisen. Wir werden im kommenden Jahr somit nach Nürnberg ausweichen müssen.

Kann sich Ihr Verein in der Liga mit Top-Klubs wie Rhein-Neckar-Löwen, Kiel, Flensburg, Berlin usw. halten – ist das ein realistisches Ziel?

bergemann: Ich glaube, in den letzten Jahren sind 15 von 17 Aufsteigern gleich wieder abgestiegen. Aber ganz klar, das ist ganz schwer, aber damit setzen wir uns derzeit noch nicht auseinander.

Was bedeutet es für Sie persönlich, mit Erlangen von der dritten bis in die erste Liga zu kommen?

bergemann: Natürlich ist es ein Traum von jedem Trainer und von den Spielern. Dafür stehen sie immer wieder auf und tun sich das alles an. Die Vorfreude ist verständlicherweise groß.

Gestern wurde im Spiel bei der SG Bietigheim, dem neuen Klub von Hards Dominik ­Schmid, der Aufstieg fixiert. Was erwartet Schmid für ein Team, was für ein Umfeld?

bergemann: Bietigheim ist sehr solide geführt, hat wie wir nur einen Legionär und eine tolle Nachwuchsarbeit. Sie waren letztes Jahr Vierter und sind eine gewachsene Mannschaft. Sie spielen einen extremen Tempohandball und verfolgen eine ähnliche Philosophie wie wir. Unsere Duelle waren immer sehr eng.

Trauen Sie Schmid zu, dass er sich in einer Liga mit Top-Stars auf der Königsposition im linken Rückraum durchsetzen kann?

bergemann: Absolut! Er hat sich in den letzten Jahren unter Markus Burger super entwickelt. Der jetzige Wechsel ist der richtige Schritt für ihn. Er verfügt über die Qualitäten, sich in der Liga durchzusetzen, das hat er auch international schon bewiesen.

Mittlerweile haben viele Österreicher den Sprung nach Deutschland geschafft – hat sich damit auch der Ruf des österreichischen Handballs bei unseren Lieblingsnachbarn geändert?

bergemann: Ganz bestimmt. Die Zeiten, wo die Österreicher mit dem Fernglas auf den deutschen Handball geschaut haben, sind vorbei. Da wurden im Verband richtige Entscheidungen getroffen, und nun werden die Früchte geerntet. Ein Szilagyi etwa hätte ohne Verletzung an der Weltspitze angeklopft und ist eine fixe Größe in der Liga. Natürlich auch ein Robert Weber und andere.

Verfolgen Sie die HLA und speziell Hard noch?

bergemann: Wenn es sich ausgeht, bin ich in zwei-, dreimal im Jahr in der Harder Halle. Da wurde in den letzten Jahren eine tolle Arbeit gemacht. Viele gute eigene Spieler und stabile Legionäre, Burger macht einen super Job. Und auch die Liga ist in einer guten Entwicklung, etwa mit der Rückkehr eines Traditionsklubs wie West Wien.

Zum Schluss: Welche Rolle würde Hard in der deutschen Liga spielen?

bergemann: Ich will niemandem zu nahe treten, aber ich glaube keine größere als wir. Das zeigen auch die Ergebnisse, wenn wir gegeneinander spielen.

Interview:

Christian Höpperger

ZUR PERSON

Frank Bergemann

Alter: 58 Jahre

Beruf: Sportlehrer; Handball-Trainer.

Trainerlaufbahn: 1990 – 2000 HG Erlangen (Aufstieg in die 2. BL). 2000 – 06 Alpla HC Hard (Meistertitel 03, CL-Teilnahme 03/04, ÖHB-Cupsieger 05). Seit 2007 HC Erlangen (2008 Aufstieg in die 2. BL, 2011 Qualifikation für die neu formierte eingleisige 2. BL). 17. Mai 2014 Aufstieg in die HBL.

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