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„Der Titel ist eine Teamleistung“

AKA-Vorarlberg- U15-Trainer Dietmar Berchtold ist mit seinem Team Meister geworden. Für den jungen Trainer ein Resultat vieler Faktoren.

Mal ehrlich: Hätten Sie gedacht, dass am Ende ihrer Premierensaison als AKA-Trainer gleich ein Meistertitel steht?

Didi Berchtold: Zu Saisonbeginn habe ich mich noch gar nicht mit konkreten Zielen beschäftigt. Zuerst ging’s darum, sich ein Bild von der Liga zu machen und daraus folgernd das eigene Potenzial einzuschätzen. Dass wir vorne mitspielen können, war dann relativ früh klar. Doch letztlich haben die Spieler entschieden, in welche Richtung das es geht. Spätesten seit Winter wollten die Jungs nichts anderes als den Titel und haben dementsprechend hart dafür gearbeitet.

AKA-Titel für Vorarlberger Teams sind immer noch was ganz Besonderes. Wieso hat’s ausgerechnet heuer wieder einmal für den großen Coup
gereicht?

Berchtold: Es hat einfach alles zusammengepasst. Der Jahrgang ist in jeglicher Hinsicht außergewöhnlich – sowohl vom sportlichen Potenzial wie auch von den Charakteren her. Die Burschen haben sich etwa durch die Angebote von Großvereinen nie den Kopf verdrehen lassen und sind immer am Boden geblieben. Denn gerade für Nachwuchsspieler gilt: Wer denkt, dass er gut ist, hört auf, besser zu werden. Enorm wichtig sind in diesem Zusammenhang die Eltern, denen ich ein großes Kompliment aussprechen muss. Alle haben einen gesunden Zugang zum Sport, behielten immer einen kühlen Kopf und haben die Mannschaft toll unterstützt. Nur ein Beispiel: Beim Auswärtsspiel gegen Rapid Wien waren annähernd alle Elternteile direkt vor Ort, haben die Jungs nach vorne gepeitscht und am Ende gemeinsam über den wichtigen 4:3-Sieg gejubelt. Wenn ich daran zurückdenke, zieht’s mir jetzt noch eine Gänsehaut auf.

Wie groß ist Ihr Anteil am Erfolg?

Berchtold: Der Meistertitel ist eine Teamleistung! Großen Anteil hat mit Sicherheit LAZ-Trainer Ingo Hagspiel, der in den zwei Jahren davor mit den Jungs herausragend gearbeitet hat und mir gemeinsam mit Sportdirektor Andreas Kopf einen tollen Kader zusammengestellt hat. Zudem darf ja nicht vergessen werden, dass ich zuletzt viele Trainerseminare besucht habe und über einige Zeit nicht da war. In dieser Zeit hat Co-Trainer Klaus Nussbaumer das Training großartig geleitet und auch Andi persönlich hat sich aktiv in die Tagesarbeit eingebracht. Bei beiden möchte ich mich dafür herzlich bedanken.

Worauf kommt’s bei der
Arbeit mit jungen Burschen in erster Linie an?

Berchtold: Das Wichtigste ist: jeden Tag mit jedem reden. Klaus und ich wollen nicht nur wissen, wie die Jungs sportlich drauf sind, sondern fragen auch, wie’s privat so läuft. Außerdem – darf der Spaß am Fußball nie kurz kommen. Wir haben den Spielern in den letzten Monaten im Hinblick auf das große Ziel „Meistertitel“ enorm viel abverlangt – nun sollen sie sich auch einmal erholen dürfen und sich über das Erreichte freuen. So werden wir etwa direkt vor dem nächsten Heimspiel zelten gehen und am Abend gemeinsam grillen.

Viele Spieler haben bereits Angebote von Großklubs. Droht die Mannschaft auseinanderzufallen?

Berchtold: So wie’s jetzt aussieht, bleibt das gesamte Team zusammen. Spieler und Eltern lassen sich durch die Angebote nicht verrückt machen. Und wieso sollte jemand, der Meister geworden ist, ausgerechnet jetzt zu einem anderen Verein gehen? In dem Alter ist es für ein Wechsel ohnehin noch viel zu früh, denn die weitere Entwicklung der Spieler ist nur schwer einzuschätzen.

Wagen Sie trotzdem schon eine Prognose? Werden ein paar Burschen aus der jetzigen Meis-termannschaft den Sprung in den Profibereich schaffen?

Berchtold: Auf Namen kann und will ich mich nicht festlegen. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es einige schaffen werden. Das Potenzial dazu haben viele. Ich traue mich sogar zu sagen: Wenn es aus diesem Jahrgang niemand schafft, haben wir etwas falsch gemacht.

Die AKA ist ja nicht nur ein Sprungbrett für Spieler, sondern auch für Trainer. Wie sehen Ihre Ambitionen aus?

Berchtold: Ich hatte zuletzt zwei Angebote aus dem Profibereich, habe diese aber umgehend abgelehnt. Die Nachwuchsarbeit ist für mich eine echte Herzensangelegenheit. Durch das tägliche Training mit den Burschen kann ich mich auch als Trainer enorm weiterentwickeln. Außerdem sieht man bei jungen Spielern die Früchte seiner Arbeit. Wenn die Jungs von Woche zu Woche besser werden, dann ist das der schönste Lohn.

Interview: emanuel walser

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