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Immer her mit dem Meisterteller

Nach der heutigen Partie gegen den SV Mattersburg (18 Uhr) dürfen die Altacher endlich die Meisterschale in Empfang nehmen.

Emanuel Walser

In trockenen Tüchern ist der Meistertitel zwar schon seit zwei Wochen, offiziell vollzogen wird er aber erst heute mit der Übergabe des Meistertellers im Anschluss an die Partie gegen Mattersburg. Mussten sich die Spieler am 29. April noch mit einem eher mickrigen Imitat aus Pizzakarton und Alufolie begnügen, so werden Netzer und Co. um kurz nach 20 Uhr endlich die Originalversion in die Höhe stemmen dürfen. Das „Ding“ ist ein durchaus würdiges Insignium des Triumphs: 50 Zentimeter Durchmesser, knapp fünf Kilo schwer, gefertigt aus massivem Messing und in etwa 8000 Euro wert. Kein Wunder also, dass die Bundesliga in einer 24-seitigen Präambel zu den Nutzungsrichtlinien der Wandertrophäe unter anderem festhält: „Der Klub muss dafür sorgen, dass der jeweilige Meisterteller während der Feierlichkeiten nicht beschädigt wird.“

Mit Samthandschuhen anfassen werden die Spieler das Objekt der Begierde wohl trotzdem nicht. Denn mit Abbusseln ist es meist nicht getan. Ohne auf Details eingehen zu wollen: Könnte der Meisterteller sprechen, er würde dies wohl bei einem Psychotherapeuthen tun. Auch als die Schale beim Bundesligaaufstieg 2006 erstmals durch Altacher Hände wanderte, stand am Ende die naturwissenschaftliche Erkenntnis: Messing ist nicht unverwundbar. Wie man hört, hat die Vereinsverantwortlichen damals das Gewissen schon ein wenig geplagt, als sie die Schale dem rechtmäßigen Besitzer, also der Bundeliga, retour schickten …

Ungeliebtes Mattersburg

Dass heute im Schnabelholz unabhängig vom Spielausgang eine Megaparty steigen wird, ist in Stein gemeiselt. Dennoch versteht es sich von selbst, dass sich auch die sportliche Leitung ins Rahmenprogramm einfügen soll. Und wenn der Gegner Mattersburg heißt, braucht die Partie ohnehin nicht mit zusätzlicher Brisanz gewürzt werden. Es sei nur an das dramatische Finale der Spielzeit 2008/2009 erinnert: Damals mussten die Rheindörfler bekanntlich den bitteren Gang in die Erste Liga antreten, Abstiegskonkurrent Mattersburg durfte hingegen am Ende der Saison über den Klassenerhalt jubeln. Besonders zwei Spiele – die 4:5-Niederlage im Burgenland und der Sieg der Mattersburger bei Rapid Wien – haben für viele, Vereinsbrille hin oder her, bis heute einen fahlen Beigeschmack. Daher könnte die heutige Partie für so manchen zu einem Akt der Vergangenheitsbewältigung werden. Viele Altacher dürften’s der Canadi-Elf wohl kaum verübeln, würde diese mit einem Sieg die Burgenländer – ein Erfolg Parndorfs gegen Austria Lustenau vorausgesetzt – in die Relegation schicken.

Derlei Gedankenspiele sind für Damir Canadi freilich kein Thema: „Wir hegen keinerlei Rachegelüste. Klar wollen wir gewinnen, doch wir wollen dies nur für uns tun.“ Sein einziger Tribut an die Historie: Um Verschwörungstheoretikern keinen Stoff zu liefern, wird der Ex-Mattersburger Alexander Pöllhuber heute definitiv nicht zum Einsatz kommen. Verzichten muss der Meistercoach auch auf Stammkeeper Martin Kobras, der aufgrund Adduktorenbeschwerden nur auf der Bank Platz nehmen wird. Ansonsten wird er, schon allein um den Abstiegskampf sportlich nicht zu verzehren, die nominell stärkste Elf zum Einsatz bringen.

Abschiedsvorstellung

Für einige Spieler dürfte die heutige Partie zur Abschiedsvorstellung werden. Fix den Verein verlassen wird neben Julian Erhart auch Louis Mahop. Die Entscheidung, auf die Dienste des Kameruners zu verzichten, fiel den Vereinsverantwortlichen alles andere als leicht. „Aber“, sagt Canadi, „das gehört zum Profifußball dazu.“ Sasa Pantic darf hingegen wieder auf Verbleib hoffen. Zwar haben die Rheindörfler die Option auf den 21-Jährigen nicht gezogen – nachdem sich aber ein Transfer in letzter Minute zerschlagen hat, könnte der Defensivallrounder in der kommenden Saison mitunter doch im Altacher Dress auflaufen.

Ob sich Martin Harrer nach dem heutigen Abend noch einmal in Schwarz-Weiß gewanden wird, ist hingegen offener denn je. Für Sportdirektor Georg Zellhofer hat die „Akte Harrer“ zwar seit Wochen oberste Priorität – augrund der ungelösten Trainerfrage bei dessen Stammverein Austria Wien sind die Gespräche aber vorerst auf Eis gelegt. Womit auch schon die Überleitung zum Themenkomplex „Wird Damir Canadi neuer Austria-Wien-Trainer?“ geschafft wäre. Der Altach-Coach selbst gibt sich zur Causa weiterhin tiefenentspannt: „Ich habe das Gefühl, dass ich hinsichtlich meiner weiteren Entwicklung als Trainer in Altach am richtigen Ort bin.“ Soll meinen: Wollen ihn die Violetten tatsächlich als neuen Chefcoach verpflichten, müsste ihr Werben von sehr guten Argumenten begleitet sein. Aber allen Nebengeräuschen zum Trotz – heute soll’s in Altach nur „We are the Champions“ zu hören sein.

Meisterfeier altach

Programm, heute:

– Christine Nachbauer singt vor Spielbeginn die Vorarlberger Landeshymne.

– Ehrenankick durch Landeshauptmann Markus Wallner und Altach-Bürgermeister Gottfried Brändle

– Präsentation der neuen

Vereinshymne: „SCRA – Verein der Herzen“

– Ehrungen und Übergabe des Meistertellers durch die Österreichische Fußball-Bundesliga.

Die Stadiontore werden aufgrund der vorverlegten Anstoßzeit (18 Uhr) bereits um 16.30 geöffnet.

Samstag:

– Spiel der Altacher Amateure gegen USC Eugendorf. Anschließend Ehrung der Meistermannschaft durch Altach-Bürgermeister Gottfried Brändle mit dem „Leistungsabzeichens in Gold“ der Gemeinde.

– Happy Hour (17–18 Uhr), alle Getränke zum halben Preis

– Autogrammstunde mit der gesamten Mannschaft und dem Betreuerteam des SCRA

– Möglichkeit eines „Meisterselfies“ mit den Spielern

– Saisonabschlussparty mit musikalischem Rahmenprogramm und Übertragung des Champions-League-Finales

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