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„Wir bieten exquisite sportliche Qualität“

Walter Weber kann jetzt nur noch hoffen, dass die Athleten, die er für das 40. Hypo-Mehrkampf-Meeting verpflichtet hat, auch kommen werden. Der Feldkircher ist stolz auf den Götzner „Walk of fame“.

Herr Weber, reden wir wie viele andere über das Wetter?

Walter Weber: Ich denke, ich weiß, auf was Sie hinauswollen. Das vergangene Meeting ging als Winterspiele in die Geschichte ein. Aber ich schaue mir jetzt nicht jeden Tag die Wettervorhersagen an, das sollen andere diskutieren.

Es gab schon Jahre, da wurden die Wetterberichte verfolgt, um zu wissen, ob der Weltrekord versichert werden sollte.

WEBER: Da besteht bei diesem Starterfeld keine Gefahr, leider. Das wird wieder ein Thema, wenn Ashton Eaton dabei ist. 2015 ist das hoffentlich soweit. Sonst sehe ich derzeit keinen anderen Zehnkämpfer, der die 9000 Punkte übertreffen könnte.

Erstaunlich aber, dass sich Götzis in der IAAF-World-Combined-Challenge wieder hinter dem Großereignis, der WM, einreihen konnte – trotz des miserablen Wetters?

WEBER: Im Vorfeld sind uns von den Top Ten sieben Athleten weggebrochen, dann kam noch das Wetter hinzu. Und dennoch konnten wir ein vernünftiges Ergebnis erzielen. Das ist eigentlich der beste Beweis, dass die Besten zu uns kommen, wenn sie denn können.

Bei wem hat es in den letzten Tagen „gezwickt“?

WEBER: Von Zwicken kann schon keine Rede mehr sein, wenn man sich das Bild von Oleksiy Kasyanov ansieht, das er mir geschickt hat. Der hat eine so dicke Backe, dass statt Götzis der Zahnarzt sein nächstes Ziel ist. Leider hat auch der russische Zehnkämpfer Ilya Shkurenev abgesagt. Aber seine Landsfrau Aleksandra Butvina wird da sein. Wie auch Europameister Pascal Behrenbruch und Weltmeister Trey Hardee, das hat mir sein Manager Paul Doyle bestätigt. Auch Ashtons Frau Brianne wird kommen.

Und die Kubaner?

WEBER: (lacht) Das sind die Lichtblicke in der Flut der Absagen. Die Visa gehen in Ordnung, das hat mir Elisabeth Gruber bestätigt. Das ist eine Bregenzerin, die in Havanna in der österreichischen Botschaft arbeitet. Und wissen Sie, was noch überaus erfreulich ist?

Was denn?

WEBER: Dass es ein großes Lob von der IAAF gegeben hat, bezüglich der Organisation des letzten Meetings. Etwa, dass der Zeitplan eingehalten wurde. Wenn das Fernsehen da ist, sind solche Dinge von immenser Bedeutung. Wir sind ja in der glücklichen Lage, dass das Fernsehen in Götzis ist. Aber ich denke, dass Österreichs Sportlandschaft nach den Wintermonaten auch nicht übermäßig viel zu bieten hat. Abgesehen von der Formel 1, die erst jetzt wieder zurückgekehrt ist, oder dem Wien-Marathon.

Dennoch wurde im Vorfeld erneut von einer schwierigen Situation bezüglich der Sponsorenlandschaft gesprochen.

WEBER: Ich denke, dass wir eine exquisite sportliche Qualität bieten. Warum ist dieser Sport nicht attraktiver für Sponsoren? Unsere Hauptsponsoren wären doch schon lange nicht mehr da, wenn die Zusammenarbeit nicht fruchtbar wäre. Für viele Marketingleute ist die Leichtathletik etwas Exotisches. Wir konnten das Preisgeld schon länger nicht anheben, aber wie sollten wir das bewerkstelligen? Nur im Siebenkampf haben wir es etwas angepasst, die Frauen haben es sich mit ihren Leistungen in den letzten Jahren auch verdient. Bei den Männern war erst Roman Sebrle da, jetzt Ashton Eaton. Dahinter war und ist doch immer ein größeres Loch vorhanden. Die Leute vergleichen immer den Weltrekord mit den aktuell gezeigten Leistungen.

Da schneiden auch die österreichischen Zehnkämpfer nicht gut ab. Gernot Kellermayr stellte den nationalen Rekord 1993 in Götzis mit 8320 Punkten auf. Das war vor nunmehr 21 Jahren.

WEBER: Dominik Distelberger traue ich das zu. Auch wenn in den vergangenen zwei Jahren nicht viel vorwärts ging, was nicht nur seine Schuld war, hat er doch eine gewaltige Schnellkraft. Zudem bekommt er jetzt mit dem jungen Dominik Siedlaczek nationale Konkurrenz. Das ist ein aufgeweckter Bursche, der seine Bestleistung bei optimalem Verlauf auf über 7500 Punkte steigern könnte.

Die Situation in der benachbarten Schweiz sieht da im Vorfeld der Europameisterschaften in Zürich aber immer noch besser aus?

WEBER: Freilich kann man sagen, die haben ja die EM. Aber die sind immer schon gut aufgestellt. Vor allem von den Siebenkämpferinnen ist einiges zu erwarten.

Wagen Sie einen Tipp? Wie sieht das Podest bei der EM aus?

WEBER: Da gibt es von mir keinen Tipp. Das ist noch zu weit weg. Sicher ist, dass die Niederlande und die Deutschen ganz vorne mitmischen werden. Wie auch bei uns.

Wer überrascht uns bei den Zehnkämpfern?

WEBER: Das könnte in Götzis wie auch in Zürich der Deutsche Kai Kazmirek sein. Da gibt es auch noch etwas Interessantes vom letzten Meeting zu berichten.

Ja bitte?

WEBER: Nach seinem Salto nullo im Stabhochsprung ist er die 1500 Meter gerannt. Nicht getrabt. Ich habe seinen Trainer Jörg Roos ganz begeistert darauf angesprochen. Der hat mir entgegnet: Walter, deswegen sind wir hierher gekommen! Solche Typen brauchen wir.

Was erwartet die Zuschauer noch zum 40. Meeting?

WEBER: Unseren „Walk of fame“. Alle Sieger haben im Möslestadion heuer einen Stern erhalten. Des Weiteren sind die Weitsprung-Weltrekorde aufgezeichnet, die Fans können unter der Hochsprunglatte hindurchlaufen, die in der Weltrekordhöhe von 2,45 Meter hängt. Wir haben die „Leichtathletik zum Begreifen“ im Stadion. Und neben dem „Schnellsten Montforter“ wird es heuer erstmals die Volksschulpendelstaffel über 10 x 60 Meter geben. Mir schwebt da eine Vision vergleichbar mit dem Klassiker „Oxford-Cambridge“ vor. Allerdings könnte das ein hartes Stück Arbeit werden. Die Rückmeldungen der Schulen waren eher mau, trotz 600 Euro für den Sieg. Aber ich finde es eine großartige Sache, wenn sich die Schüler zusammen freuen können. Denn dann ist die Freude x-mal so groß.

Interview: JOCHEN DEDELEIT

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