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Hardee: „Ich habe dies alles hier vermisst“

Fünf Stars des 40. Hypo-Mehrkampf-Meetings nahmen sich für 70 Kinder beim „Kids Athletics Cup“ am Garnmarkt in Götzis viel Zeit.

Jochen Dedeleit

Mit einer Körpergröße von 1,96 Meter war Trey Hardee nicht zu übersehen, als der US-Amerikaner die Flaniermeile des Garnmarkts hochschlenderte. Im „Schlepptau“ die kubanischen Athleten Yordani Garcia und Yorgelis Rodriguez sowie Hardees Landsfrauen Brianne Theisen-Eaton und Kiana Profit, die – als sie die Spalier stehenden Kinder begrüßten – fast in der Menge untergingen. Die Begeisterung der etwa 70 Kinder von der SG Götzis, der TS Weiler und TS Dornbirn sowie des Caritas Lerncafés beim „Kids Athletics Cup“ war groß, dieses Mal musste auch nicht wie noch vergangenes Jahr aufgrund des miserablen Wetters in die Tiefgarage ausgewichen werden, sondern es konnte unter teilweise strahlend blauem Himmel gerannt, gesprungen und gehüpft werden. Moderator Wolfgang Berchtold begrüßte neben dem Götzner Bürgermeister Werner Huber auch die führenden Köpfe des Organisationskomitees des Hypo-Mehrkampf-Meetings, Christoph Kathan und Walter Weber, deren Mienen auch sehr viel freundlicher aussahen wie noch zur gleichen Zeit 2013.

Allerdings musste Walter Weber eine Stunde vor dem Kids Cup eine weitere Absage im Teilnehmerfeld der 40. Auflage des Zehnkampfs verkraften, der Deutsche Arthur Abele ließ diese Liste doch schon auf eine beängstigende Länge anwachsen. „Umso ärgerlicher ist es, weil wir im Vorfeld noch diskutiert haben, ob wir Norman Müller Abele, der des Öfteren mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat, vorziehen. Aber jetzt können wir nicht mehr nachbesetzen“, runzelte Weber die Stirn.

Den Kids war es freilich egal, sie hatten ihren Spaß mit den Athleten, die sich extra für sie über 90 Minuten Zeit genommen hatten. Walter Weber bekam schon ein schlechtes Gewissen und feuerte die zahlreichen Helfer an, „die Athleten sollten wieder ins Stadion. Die gehen hinterher schließlich kein Bier trinken“. Die Autogrammwünsche mussten allerdings erst einmal alle befriedigt werden, vor allem die Gruppe um Trey Hardee fühlte sich sichtlich wohl. Der Grund war nicht etwa, weil es sich bei ihm um einen Doppel-Weltmeister handelte, sondern weil der ihnen auf Deutsch sagte, dass seine Bestleistung beim Weitsprung aus dem Stand bei 3,40 Meter liegt.

Besseres Wetter bitte

„Ja, ich kann ein paar Worte“, lachte der 30-Jährige aus Birmingham/Alabama im NEUE-Gespräch, erzählte dann aber doch in seiner Heimatsprache, was er sich vom kommenden Wochenende erwartet. „Ich bin erst einmal froh, wieder gesund zu sein. Das sah Ende 2012 und 2013 ja ganz anders aus. Ich habe dies alles hier vermisst, die Fans, die Stadion-Atmosphäre, die Herzlichkeit. Ich werde sehen, was am ersten Tag möglich ist. Aber ich bin bereit für Götzis 2014.“ Es war dem Olympia-Silbermedaillengewinner (hinter Landsmann Ashton Eaton) deutlich anzusehen, dass er an diesem Nachmittag am meisten Spaß hatte, aber auch Brianne Theisen-Eaton legte viel Wert darauf, mit den Kindern nach einer gelungenen (oder auch weniger gelungenen) Übung abzuklatschen.

Viele, wenn nicht alle Leichtathletik-Fans, hätten gerne ihren Mann an ihrer Seite gesehen, „aber Ashton (der Weltrekordler und Olympiasieger; Anmerk.) ist in Eugene und am Wochenende darauf selbst im Einsatz“. Brianne hofft auf einen neuerlichen starken Auftritt im Möslestadion, wie schon 2013, als sie mit 6376 Punkten siegreich geblieben war. „Aber bitte mit einem besseren Wetter.“ Mit diesem Wunsch steht die 26-Jährige beileibe nicht alleine da. Yordani Garcia wären Temperaturen, die denen seiner Heimat nahe kommen wohl auch lieber. Der Kubaner kam heuer rechtzeitig in Vorarlberg an – nicht so wie beim letzten Mal, als der 26-Jährige Gefahr lief, im Startblock des 100-Meter-Rennens einzunicken.

9000 sind möglich

Dass von Garcia einiges zu erwarten sein dürfte, liegt auch am frühen Saisonstart der Kubaner. 2014 hat der Mann aus Pinar del Rio bereits über 8300 Zähler zu Buche stehen und führt damit die Weltrangliste im Zehnkampf an. „Ich bin gut drauf, eigentlich in jeder Disziplin. Mein Hauptaugenmerk liegt vorrangig auf den 100 Metern und den 110 Meter Hürden. Dort will ich mich verbessern, und am Ende des Jahres über 8500 Punkten liegen“, so der Kubaner im Gespräch mit der NEUE.

Die berüchtigten 9000 Zähler, die derzeit eigentlich nur Ashton Eaton (ein weiteres Mal) zugetraut werden, sieht Garcia auch für sich nicht außer Reichweite, auch wenn er zuerst 8900 Punkte als Ende der Fahnenstange nannte.

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