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interview

„Wir wissen, was uns erwartet“

Hard-Coach Markus Burger spricht im NEUE-Interview über den bevor­stehenden Showdown gegen Margareten und die Grenzen gesunder Härte.

Mal ehrlich: Können Sie vor dem entscheidenden Finalspiel überhaupt noch ruhig schlafen?

Markus Burger: Eigentlich schon. Nur nach Niederlagen habe ich schlaflose Nächte. Doch ist die Partie erst analysiert und ich weiß, worans gehapert hat, geht’s wieder. Auch nach dem Margareten-Spiel habe ich erst auf der Heimfahrt mit den Spielern geredet und danach in Ruhe die Partie analysiert.

Und was sind die Erkenntnisse aus dieser Analyse? Wieso ging das Spiel in Wien verloren?

Burger: Ohne jetzt zu sehr in die Details gehen zu wollen – ich denke wir waren an diesem Abend bezüglich Konzentration und Aggressivität einfach nicht auf dem Level der Fivers. Die Atmosphäre in der Hollgasse ist, um es neutral auszudrücken, sehr speziell. Darauf müssen sich die Spieler eben zu hundert Prozent einstellen. Auch wenn das Spiel nicht wie von uns gewünscht ausgegangen ist, so möchte ich an dieser Stelle unseren mitgereisten Fans ein Kompliment aussprechen. Einfach sensationell wie sie uns unterstützt haben. Wenn ich sehe, wie viele Leute Anteil nehmen, weiß ich auch, wofür wir die ganze Saison über so hart arbeiten.

Sie haben die Aggressivität angesprochen. War die Härte im Spiel noch im Bereich des Erträglichen?

Burger: Mal ganz ohne Vereinsbrille: Beide Teams haben hart gespielt. Was mich allerdings stört, ist die Art und Weise wie Margareten agiert hat. Auf der einen Seite gab’s etliche versteckte Fouls, die mit Handball nun wirklich nichts mehr zu tun hatten, auf der anderen Seite haben die Fivers, wenn sie ihrerseits gefoult wurden, unglaublich theatralisch reagiert. Ohne ersichtlichen Grund haben sich die Spieler mit der Hand ins Gesicht gegriffen und sich vor Schmerzen gekrümmt. Diese Methode hat bei den Fivers mittlerweile leider System. Der Zweck heiligt offensichtlich alle Mittel. Ich bin allerdings der Meinung, dass es Grenzen geben muss. Natürlich ist Handball eine Kontaktsportart, ein gesundes Maß an Härte gehört immer dazu. Wir sind ja schließlich auch keine Lämmer. Doch einige Akteure des Gegners sollten sich wieder darauf besinnen, den Sport wie richtige Männer zu betreiben – also hart aber nicht schmutzig.

Ein Handballtrainer hat ja die Möglichkeit etwa mittels Time-outs auf das Spiel Einfluss zu nehmen. Ist aktives Coaching in so emotionalen Partien gleich doppelt wichtig?

Burger: Grundsätzlich werden die Abläufe ja über Monate trainiert. Ob jetzt ein Gegner beispielsweise offensiv oder defensiv deckt – die Spieler wissen ganz genau, was sie zu tun haben. Im Spiel geht’s für den Trainer in erster Linie darum, ein Auge für die Details zu haben. Daher ist es wichtig, sich zu hundert Prozent auf das Spielgeschehen zu konzentrieren und sich nicht von irgendwelchen Nebenschauplätzen ablenken zu lassen. Das gilt auch dann, wenn der Gegner eine übertriebene Härte an den Tag legt oder bei fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen.

Erwarten Sie, dass Margareten auch in Hard eine ähnlich harte Gangart einschlägt?

Burger: Das werden sie ganz sicher tun. Doch ich glaube, die Fivers haben uns mit ihrem Auftritt im jüngsten Spiel sogar einen Gefallen getan. Denn nun wissen wir, was uns erwartet und sind darauf vorbereitet. In der Hollgasse hat uns Margareten noch aus dem Rhytmus gebracht, das wird ihnen jetzt nicht meht gelingen.

Täuscht der Eindruck aus den ersten zwei Finalspielen, dass Hard womöglich noch ein wenig mehr Luft nach oben hat als die Fivers?

Burger: Dieser Eindruck täuscht ganz und gar nicht. Man braucht sich ja nur die Statistik anzusehen: In Wien hatten wir 27 Fehlwürfe, dazu etliche leichte Ballverluste und einige Fehler in der Defensive. So wird’s gegen jede Mannschaft schwer. Aber wir hatten auch im Auswärtsspiel starke Phasen, in denen wir gezeigt haben, zu was wir in der Lage sind. Die Jungs müssen am Freitag einfach nur ihr Leistungsvermögen abrufen. Ich bin jedenfalls überzeugt davon, dass uns das gelingen wird. Die Spieler haben die nötige Klasse und Erfahrung und werden sich der Herausvorderung stellen.

Wie sieht’s personell aus, alle Mann an Bord?

Burger: Ja, es werden alle dabei sein. Marko Tanaskovic hat zwar erhebliche Knieprobleme, wird aber auf die Zähne beißen. Er will unbedingt dem Team helfen. Es ist schließlich das Finale, da geht’s um alles oder nichts.

Wie wichtig ist der Heimvorteil?

Burger: Die Fans können definitiv zum Faktor werden. Ich hoffe darauf, dass das Publikum so auftritt, wie wir es auch als Mannschaft tun wollen. Die Devise für alle kann nur lauten: Von Beginn weg Vollgas geben, nie locker lassen, alles in die Waagschale werfen und den Titel holen. Sollten wir die Partie aber dennoch verlieren, dann hat sich Margareten die Meisterschaft redlich verdient. Dann werde ich auch der Erste sein, der ihnen gratuliert.

Interview: Emanuel Walser

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