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Der Mann, der sich lieber im Hintergrund hält

40 Jahre Mehrkampf-Meeting in Götzis. Auch ein Verdienst des Götzners Werner Ströhle, der wie wohl alle diesen Erfolg des Events nie geahnt hat.

Jochen Dedeleit

Mit Werner Ströhle am helllichten Tag in einem Lokal Am Garnmarkt zu reden, ist kein leichtes Unterfangen. Im Minutentakt muss der Götzner Hände schütteln, Passanten begrüßen oder ein Gespräch führen. Der Eindruck, dass er dies gerne tut, kann eigentlich nicht täuschen. Ströhle lacht. „Sicher, aber trotzdem halte ich mich lieber im Hintergrund.“ Wie auch bei den alljährlichen Pressekonferenzen für das weltbeste Mehrkampf-Meeting, das heuer zum 40. Mal ausgetragen wird und zu dem der 74-Jährige eine ganz besondere Beziehung hat.

Nachdem sich die LG Montfort 1973 entschieden hatte, sich für die 
Durchführung der Österreichischen Mehrkampfmeisterschaften zu bewerben und der daraufhin durchgeführte Wettkampf neben dem 
nationalen Rekord von Sepp 
Zeilbauer eine große 
Zuschauerresonanz brachte, wollten Armin Hug, Konrad Lerch, 
Elmar Oberhauser und eben Ströhle anstelle des internationalen Mehrkampfmeetings in Schielleiten in Götzis eine neue Institution im Mehrkampf schaffen. Damals gab es noch den alten Sportplatz. Das Möslestadion sollte zwar gebaut werden, aber mit fünf Aschebahnen. Ich habe daraufhin Bundesminis­ter Fred Sinowatz angerufen und Götzis hatte seine Kunststoffbahn. Bund, Land und Gemeinde zahlten jeweils 600.000 Schilling“, blickt der damalige Gemeindevertreter und Sportausschuss-Obmann zurück. Allerdings waren nicht alle Anfragen bezüglich des Stadions oder Meetings gleich von Erfolg gekrönt. Ein Hauptsponsor musste her, „aber vom Direktor der Raiffeisenkasse Götzis gab es eine Absage“, so Werner Ströhle. Die Volksbank war dann der Vorgänger der Hypo, die nunmehr in ihr 30. Jahr als erster Geldgeber des Weltklasse-Stelldicheins geht.

„Dass das so einschlägt und so weit vorankommt, konnte wohl keiner ahnen“, gesteht der 74-Jährige lachend, der die Beziehungen des damaligen Bundestrainers Konrad Lerch hervorhebt und sich selbst als „kleinen Leichtathlet“ bezeichnet. „Meine Disziplin war der 100-Meter-Lauf, der gefiel mir besser als das Kunstturnen. Begonnen hatte ich als 15-Jähriger, als 20-Jähriger war mit einer Bestzeit von 11,6 aber schon wieder Schluss.“

Der geborene Fuktionär

Das Funktionärs-Dasein war eher sein Ding, „das macht mir heute noch Spaß“. Sportlicher Leiter der TS Götzis, Sektionsleiter der Leichtathletik, über 40 Jahre Obmann-Stellvertreter der hiesigen Turnerschaft, „davon auch acht, neun Jahre geschäftsführender Obmann. Die oberste Funktion, die wollte ich nie“, sagt Werner Ströhle. Auch seine Funktion im OK-Team des Götzner Meetings – Allgemeine Organisation und Wirtschaft – sei genau die richtige. „Wir sind eine zusammengewürfelte, gelungene Truppe, die ehrenamtlich eine wirklich gute Arbeit abliefert. Eine Truppe mit Ecken und Kanten, die immer wieder ein Jahr dranhängt. Und Christoph Kathan ist ein super Präsident“, schwärmt der gebürtige Götzner, dem dann doch noch eine oberste Position einfällt, die er inne hat: Seit Gründung des VFL, des Vereins zur Förderung der Leichtathletik, sei er Präsident dieser Vereinigung. Und bei der 2009 gegründeten SG Götzis ist er der Seniorenvertreter. Seinen Bekanntheitsgrad „nützte“ Ströhle aber auch schon rund 45 Jahre bei der TS aus, „als ich mit meiner Frau Renate, die mittlerweile leider verstorben ist, bei den Haussammlungen unterwegs war und die Leute schon in der offenen Türe standen, als sie uns sahen“.

Werbung für Götzis

Die kommenden zwei Tage blüht der ehemalige kaufmännische Angestellte und Buchhalter wieder richtig auf, spätestens, wenn der Startschuss des 100-Meter-Laufs ertönt. „Das steigert sich dann kontinuierlich bis Sonntagabend“, blickt der ehemalige 100-Meter-Läufer Richtung Stadion, „für unsere Gemeinde ist das eine richtig gute Werbung.“ Sein Sohn Jörg habe lange am Buch „Zeitsprünge“ gearbeitet, das zum 35-Jährigen des Meetings herausgegeben wurde. Trotz allem sei es immer schwerer, Sponsoren zu begeistern, „2015 muss die Kunststoffbahn im Mösle eigentlich komplett saniert werden“. Vielleicht verschafft dies auch wieder der Vorarl­berger Leichtathletik einen Aufschwung, „denn die verläuft doch recht schleppend“. Davon lässt sich Werner Ströhle die Laune an diesem Wochenende aber sicher nicht verderben.

Zur Person

Werner Ströhle, verwittwet, zwei Kinder – Simone und Jörg.

Geburts- und Wohnort: Götzis.

Vereine: TS Götzis (alt), SG Götzis (neu) und VFL (Präsident).

Funktion beim Mehrkampf-Meeting in Götzis: Allgemeine Organisation und Wirtschaft

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