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interview

„Ja, ich kann hier auch gewinnen!“

Dieses Mal ist es nicht Pascal Behrenbruch, der mit einer Kampfansage nach Götzis kommt, sondern Rico Freimuth. Der Potsdamer sagt auch, dass der Europameister nicht sein Freund ist.

Überaus selbstbewusst gab sich einen Tag vor dem 40. Hypo-Mehrkampf-Meeting die deutsche Zehnkampf-Mannschaft. Und einer stach dabei noch heraus: Rico Freimuth, Sohn des zweimaligen Götzis-Siegers Uwe (1985, 1988). Der WM-Vierte von 1983 hat eine Bestleistung von 8792 Punkten, Sohn Rico (1,95 m/90 kg) hinkt mit 8382 Zählern noch etwas hinterher. 2011 war es, als er in Götzis mit 8158 Punkten erstmals die 8000-Punkte-Marke übertraf. Der gebürtige Potsdamer Freimuth (26) ist Sportsoldat der Bundeswehr und wird von der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Frankenberg/Sachsen betreut.

Rico, verschiedenen Medien ist zu entnehmen, dass Sie selbst des Öfteren meinten, für Götzis optimal in Form zu sein? 2013 sind Sie noch verletzt ausgeschieden.

Rico Freimuth: Ich habe da keine Bedenken. Ich habe jetzt doch schon einige Zehnkämpfe hinter mich gebracht und wurde bei den Olympischen Spielen in London mit 8320 Punkten Sechster, bei den Weltmeisterschaften in Moskau mit 8382 Punkten Siebter.

Starke Platzierungen, die Punktezahl dürfte für einen Sieg hier aber kaum ausreichen?

Freimuth: Ich bin bisher an den Aufgaben gewachsen. Von den US-Amerikanern dürfen wir uns nicht zu sehr beeindrucken lassen. Zumal Ashton Eaton, der Olympiasieger und Weltrekordler, genauso wie weitere Top-Athleten fehlt. Ich will jetzt nicht übermütig sein oder werden, aber ich denke, dass ich hier gewinnen kann. Ich bin in allen Disziplinen konkurrenzfähig und mir ist schon auch klar, dass 8300 Punkte nicht reichen werden.

Echte Konkurrenz kommt aber auch aus dem eigenen Lager. Beim Deichmeeting in Neuwied gewann Kai Kazmirek einen Vierkampf aus 110 Meter Hürden, Hochsprung, Speerwerfen und 200 Meter vor dem neuerlich verletzten Arthur Abele. Über die Hürden lief er 14,17 Sekunden, den Hochsprung entschied der Lokalmatador mit 2,11 Meter für sich, 56,58 Meter waren es im Speerwurf und im 200-Meter-Sprint leuchteten 21,42 Sekunden auf. Nicht zu vergessen Europameister Pascal Behrenbruch, der dieses Mal allerdings auf Kampfansagen verzichtete, sondern eher den Ball flach hält. Er meinte, er sei nicht in Topform und glaubt eher an Kazmirek und Sie. Sie hingegen schossen gegen beide schon scharf.

Freimuth: Pascal ist nicht mein Freund, das ist nun einmal so. Mit Kai habe ich keine Probleme, aber wir liegen nicht auf einer Wellenlänge. Dass mit ihm zu rechnen sein wird, steht außer Frage. Ein Freund im Team ist Matthias Prey, mit dem ich etwa auch im Trainingslager in Süfafrika war. Dort haben wir noch zwei Wochen drangehängt.

Sie haben auch etwas im Trainerteam verändert? Und mit Cindy Roleder gibt es eine neue Athletin im Team, mit der Sie trainieren. Roleder wurde von Athletenbetreuer Walter Weber eingeladen, obwohl noch keine Siebenkampfbestleistung von ihr in der Startliste für das Meeting aufscheint. Das soll etwas heißen.

Freimuth: Wir haben insgesamt eine starke Mannschaft hier am Start. Wolfgang Kühne (DDR-Vizemeister 1979 im Zehnkampf; Anmerk.) ist jetzt seit zehn Jahren mein Trainer. Dass sich in so einer langen Zeit gewisse Automatismen ergeben, ist klar. Da sind kleine Veränderungen nicht schlecht. Mit Maco „Bonzo“ Gerloff habe ich jetzt einen neuen Wurftrainer, den ich selbst finanziere. Im Diskus- und Speerwurf habe ich im Training schon weiter geworfen als bei der WM. Und im Winter habe ich auch dem Sprintbereich viel Zeit gewidmet. Bei den Starts über 60 Meter Hürden und 200 Meter bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig kam ich in die Finals, über die Hürden sogar auf Platz vier.

Wenn Sie den Trainer selbst finanzieren, wären die 15.000 Euro Preisgeld für den Sieg nicht schlecht. Und für über 8600 Punkte würde es noch einmal 3000 obendrauf geben. Vorrangig geht es für Euch aber zum ersten Mal um die EM-Tickets und die Norm von 8050 Punkten. Diese dürften für einen Start bei der EM in Zürich aber kaum ausreichen?

Freimuth: Natürlich nicht. Aber eine super Punktezahl hier ist die halbe Miete, um sich dann in vier Wochen in Ratingen das EM-Ticket zu sichern. Oder es vielleicht dann schon sicher zu haben.

Interview: Jochen Dedeleit

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