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„Bin nicht traurig, wenn der Rekord verloren geht“

Die dreifache Götzissiegerin Anke Behmer musste am Samstag den Stadionrekord abgeben.

Sonja Schlingensiepen

Nach Götzis kommt Anke Behmer immer wieder gerne zurück. Nicht nur, weil das Wetter immer schön ist, wenn die dreifache Siegerin (1987 bis 1989) dort ist. „Es ist das fachkundige Publikum, das so nahe am Geschehen ist und die Athleten beflügelt.“

Flügel verliehen hatten die zahlreichen Fans gestern wohl auch der Niederländerin Dafne Schippers. Sie flog in 22.35 Sekunden über die 200 Meter und stellte den Stadionrekord von Behmer (22.73 Sekunden) aus dem Jahr 1988 ein. „Ich bin schon ein bisschen stolz auf den Rekord, aber ich werde nicht traurig, wenn er verloren geht“, hatte die Olympia-Dritte von Seoul kurz vor dem Rennen gesagt.

Geändert hätte sich seit ihrem letzten Start in Götzis eigentlich nicht viel. Ein paar Umbauten. „Und das mit der Musik ist auch neu. Finde ich super.“ Wer heute bei den Damen das Rennen macht? Behmer möchte lieber keinen Tipp abgeben. „Ich bin nicht mehr 100 Prozent im Geschehen. Und im Siebenkampf ist viel möglich.“

Die ehemalige Leistungssportlerin führt inzwischen eine Praxis für Physiotherapie in Neubrandenburg. Das Interesse an der Leichtathletik und anderen Sportarten ist ungebrochen. „Bei der Fußball-WM werde ich sicher das eine oder andere Spiel anschauen.“ In Sachen Fußball lässt sich die ehemalige Siebenkämpferin sogar zu einem Tipp hinreißen: „Brasilien macht das.“

Wenn sich Behmer an ihre aktive Zeit erinnert, denkt sie am liebsten an die EM 1986 in Stuttgart zurück. „Viele hätten wahrscheinlich vermutet, dass es die Olympischen Spiele sind, doch der Sieg in Stuttgart war der schönste. Ich hatte damals gerade erst meinen Sohn zur Welt gebracht und niemand hatte mit so einem Comeback gerechnet.“

Sportliches Talent

Auch die beiden Kinder zeigten durchaus sportliches Talent. Der Sohn wurde bei den Deutschen Meisterschaften Dritter über 110 Meter Hürden. Die Tochter kam schon im Alter von zehn Jahren auf 52 Meter mit dem Schlagball. „Aber sie wollte lieber singen und hat sich dann mit klassischem Gesang beschäftigt“, erzählt Behmer. Für die Mama – die noch in der DDR aufgewachsen war – war das in Ordnung.

Zu ihrer aktiven Zeit war alles leistungsbezogener. Bereits in den Schulen gab es Sichtungen. Um einen Ausbildungsplatz musste sich kein Spitzensportler Sorgen machen. „Das ist meiner Meinung nach auch heute wichtig: Ausbildung und Sport müssen Hand in Hand gehen.“

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