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Die Party in der steirischen Gamsstadt

Kunterbunt, tierisch gut drauf und trotzdem diszipliniert präsentierten sich die mehr als 50.000 Fans beim Nachtslalom in Schladming. Trotz des Schneegestöbers gab’s keine Probleme.

Wo liegt denn nun eigentlich die Gamsstadt? Diese Frage drängte sich rund um den Nachtslalom in Schladming geradezu auf. Denn Kopfbedeckungen mit Tiermotiven waren in diesem Jahr bei den Fans höchst angesagt. Eindeutig die größte Herde beim Auftrieb auf der Weltcupmeile war aber jene der Gämsen.

Da passte es hervorragend ins Bild, dass sich auch noch viele Fans aus Tirol durch das Partygetümmel in der steirischen Skihauptstadt kämpften. Wie zum Beispiel Nikola Zeissner aus der (na ja, geben wir es zu) Gamsstadt mit den älteren Namensrechten. Warum der Kitzbüheler allerdings mit schwarz-weißer Kuh statt standesgemäß mit Gams behaubt war, war auf die Schnelle nicht zu klären.

Und was treibt einen waschechten Kitzbüheler eigentlich zum Nachtslalom? „Ich hab das ganze Hahnenkamm-Wochenende als Barmann gearbeitet, da ist die Slalomparty in Schladming perfekt, um den Kopf freizukriegen.“ Der Mann weiß, was gut für seinen Kopf ist, immerhin ist es schon sein fünfter Besuch beim Nachtslalom.

Schon Stunden vor dem Rennen wuselte es im Stadtzentrum von Schladming schon rekordverdächtig. Gut und gerne 200 Euro gibt der durchschnittliche Nachtslalom-Fan in Schladming aus, neben Stärkungen in fester und flüssiger Form – in der Weltcupmeile wurden wieder mehr als eineinhalb Tonnen Leberkäse samt Semmerln an die hungrigen Fans gebracht – waren vor allem Schminkstifte (in den Farben Rot-Weiß-Rot, eh klar) und allerlei Fanartikel der große Renner.

Dass schon am Nachmittag Schneeschauer durch das Ennstal zogen, sodass man zwischenzeitlich kaum noch die Hand vor Augen sah, tat der Partystimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Ein ganz Verwegener wurde mitten im Partygetümmel gar mit nacktem Oberkörper gesichtet. Frei nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur zu viel Kleidung.

Im Slalomgetümmel fast schon zum Inventar gehört ein Mann, der mit Lederkappe, Gamshörnern (schon wieder) und zwei Teesieben als Brille Hauptdarsteller für unzählige Handyfotos ist. Ein Schladminger Urgestein? Weit gefehlt. Thomas Maik ist ein echtes Nordlicht oder, wie er selbst lachend zu Protokoll gibt, ein Wahlennstaler mit Hamburger Migrationshintergrund. Seit 50 Jahren ist der lustige Hamburger zu Gast im Ennstal, mittlerweile als stolzer Zweitwohnungsbesitzer in der Ramsau.

Ein großes Kompliment an die Fans kommt von den Verantwortlichen in Schladming. Gerhard Pitzer, der für das Verkehrssystem rund um das Schladminger Weltcupgastspiel verantwortlich ist, stellte den mehr als 50.000 Zuschauern kurz vor dem Start des ersten Durchganges ein lupenreines Zeugnis aus: „Sowohl die Anreise – und das bei recht schwierigen Wetterbedingungen – als auch die große Fanwanderung von den Parkplätzen zum Renngelände hat perfekt funktioniert. Die Stimmung hier ist gewaltig.“

Apropos gewaltig: Was sich bei diesem Slalom-Krimi im dichten Schneegestöber am Zielhang der Planai abspielte, ist mit Hexenkessel nur höchst unzureichend beschrieben. Sportlich wie immer feuerten die Fans in Schladming alle Läufer an. Um bei Marcel Hirscher, Felix Neureuther und Co. dann natürlich noch einmal so richtig zuzulegen. CHRISTIAN NERAT

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