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Feldkirch zieht sich aus der WHA zurück

Mit Ende der Saison endet auch die zehnjährige Zugehörigkeit der Damenmannschaft des HC JCL BW Feldkirch im Handball-Oberhaus. ­Neben finanziellen Mitteln fehlt es dem ­Traditionsverein auch an Personal.

Sebastian Rauch

Vorarlberg ist die Handball-Hochburg Österreichs. Das westlichste Bundesland der Alpenrepublik verfügt zum jetzigen Zeitpunkt über nicht weniger als vier Vereine in der höchsten österreichischen Spielklasse. Bei den Herren geht nunmehr seit 14 Jahren, die Ausnahme bildet die Saison 2010/11, als sich die Fivers aus Wien im Finale gegen Bregenz den Titel geholt haben, die HLA-Krone nach Vorarlberg. Aber auch im Damenbereich wird im Ländle überaus erfolgreich Handball gespielt.

Mit SSV Dornbirn Schoren und HC JCL BW Feldkirch kämpfen ebenfalls zwei Vereine in der WHA um die heiß begehrten Plätze hinter der sowohl sportlichen als auch finanziellen Übermacht Hypo Niederösterreich.

In der kommenden Saison wird dem allerdings nicht mehr so sein. Wie der Feldkircher Vereinsvorstand am Mittwoch mitteilte, wird sich die erste Damenmannschaft mit Ende der Saison nach zehnjähriger Ligazugehörigkeit aus der WHA zurückziehen. Die Gründe sind vielschichtig. So fehlt es den Feldkirchern am nötigen Geld, um den kos­tenintensiven Spielbetrieb mit Auswärtsspielen in ganz Österreich finanzieren zu können. „Durch den Rückzug von wichtigen Sponsoren (u.a. von Hauptsponsor JCL mit Ablauf der Saison) sind die finanziellen Rahmenbedingungen für die nachfolgende Saison nicht mehr gesichert. Derzeit scheint es unmöglich, diese finanziellen Lücken vernünftig schließen zu können“, lässt Obmann Franz Füchsl in einer Mitteilung verlautbaren.

Spielerinnen fehlen

Neben der angespannten monetären Situation fehlt es den Blau-Weißen auch am Spielermaterial. Den Grundstock der Damenmannschaft sollen heimische Spielerinnen bilden, was in der jüngeren Vergangenheit aber immer mehr zu einer schier unmöglichen Aufgabe mutierte. Es fehlt an jungen Talenten, die sich für eine Handballkarriere entscheiden. Bereits in der vergangenen Saison haben acht Mannschaftsstützen (teilweise sogar noch im Jugendalter) aus privaten oder beruflichen Gründen ihren Rücktritt aus dem WHA-Kader erklärt. Dieser Aderlass konnte nicht kompensiert werden.

Im Mittelpunkt des Rückzuges aus dem Oberhaus steht aber die Zukunftssicherung und qualitative Weiterentwicklung des Traditionsvereins. Der Verein soll sich in einer unteren Liga konsolidieren, um dann in Zukunft wieder für höhere Aufgaben gerüstet zu sein. „Eine qualitative Schwerpunktsetzung im Jugendbereich soll eine breite Basis im Erwachsenenbereich sichern und so in absehbarer Zeit eine eventuelle Rückkehr in die höchste Damenspielklasse gewährleisten“, ist in einer Aussendung zu lesen.

Zukunft offen

In welche Liga der Verein ab der Saison 2015/16 einsteigen wird, ist derzeit noch nicht geklärt. Überlegt wird neben dem Rückzug in die zweithöchste österreichische Spielklasse, die Bundesliga Frauen (BLF), auch eine Eingliederung in den Handballverband Württemberg, wo man in der Landesliga sein Glück versuchen würde. In welcher Liga die Feldkircher Damen antreten werden, wird dann aber wohl auch schon der neue Vorstand mitentscheiden. Denn mit dem Ausstieg aus der WHA, zieht sich auch die Führungsriege des Vereins zurück. „Der Aufwand für das derzeit ausschließlich ehrenamtlich tätige Funktionärsteam übersteigt dessen Kapazitäten bei Weitem. Die Leitung des Vereins soll daher nach Ablauf dieser Saison in junge Hände gelegt werden, welche eine langjährige kontinuierliche Weiterarbeit mit Schwerpunkt Jugendarbeit garantieren soll“, wird Obmann Füchsl zitiert.

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