Sie halten die Liga nicht zum Narren

Der 1. FC Köln mit Trainer Peter Stöger wurde vor dem Start in die Rückrunde der Deutschen Bundesliga auf Antrag offiziell ein „Karnevalsverein“. Top-Spiel Wolfsburg – Bayern zum Auftakt.

HUBERT GIGLER

Ein Schelm, der Böses dabei denkt, aber die Angelegenheit wird sehr ernst genommen und ist keineswegs als Scherz aufzufassen. Der 1. FC Köln hat vor dem Beginn der Rückrunde in der Deutschen Bundesliga und vor dem Höhepunkt der Faschingszeit formell um die Anerkennung als Karnevalsverein angesucht. Prompt wurde der Antrag gestern genehmigt, womit der Traditionsklub zunächst zum fördernden Mitglied wurde. Auch Trainer Peter Stöger ist kein Narr und verschloss sich dem Ansinnen nicht. Der Wiener hatte seine Mannschaft zum Faschingsbeginn (in deutschen Landen: Karnevalsauftakt) am 11. 11. (nach der 11. Runde mit einem Torverhältnis von 11:11!) kostümiert, mit Perücke und roter Pappnase, zum Training antreten lassen und war höchstselbst ebenso wie seine Assistenten in Lederhose gewandet erschienen.

„Wir als FC bekennen uns zum Karneval, er ist Bestandteil des Klubs und der Stadt“, wird Geschäftsführer Alexander Wehrle auf „Spiegel online“ zitiert. Im Bewerbungsschreiben wurde neben dem Hinweis auf das närrische Training auch die Teilnahme am Rosenmontagsumzug 2014 ins Treffen geführt. Die Richtlinien sind streng, erst nach zehn Jahren auf Bewährung ist die Aufnahme als ordentliches Mitglied möglich. An der grundsätzlichen Qualifikation des 1. FC Köln bestanden jedoch keine Zweifel.

Auf sportlicher Ebene sind die Kölner ebenfalls gefordert, denn es gilt, den nur knapp abgesicherten Mittelfeldplatz (Rang 11) zumindest zu verteidigen. Dazu muss der Stöger-Klub vor allem seine miserable Heimbilanz mit bisher erst einem Sieg und vier geschossenen Toren aufpolieren. Aber am Samstag darf der Aufsteiger auswärts antreten, beim Hamburger SV. In der Fremde fühlen sich die „Geißböcke“ wohl, dort war bisher nur der sowieso unerreichbare FC Bayern besser.

Apropos Bayern: Der überlegene Tabellenführer gastiert zum Rückrundenstart im derzeit bestmöglichen Top-Duell der Bundesliga beim „Verfolger“ VfL Wolfsburg, der 11 Punkte zurückliegt. Die Wolfsburger müssen den Unfalltod ihres Spielerkollegen Junior Malanda verarbeiten. David Alaba, den Trainer Pep Guardiola für einen seiner wertvollsten Spieler hält, wie er stets betont, wird wohl noch nicht in der Startelf stehen. Laut einer Umfrage rechnen 39 Prozent der Deutschen mit dem Triple für die Bayern, also Gewinn der Meisterschaft, des Pokals und der Champions League. Von Interesse ist am Wochenende auch das Duell zwischen der auf Platz drei liegenden Roger-Schmidt-Elf Bayer Leverkusen und der auf einem Abstiegsplatz postierten Dortmunder Borussia mit dem aus Salzburg geholten Kevin Kampl.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.